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Glowe Er fährt bei fast jedem Wetter raus

Skipper Lars Pohland bringt Hobby-Angler zu den Fanggründen der Ostsee

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Lars Pohland kennt sich aus im Revier vor Glowe und lotst die Angler in die sicheren Fanggebiete.

Quelle: Susanna Gilbert

Glowe. Gegen 17 Uhr kehrt Lars Pohland in den Glower Hafen zurück. Neun Stunden hat er mit seiner "Nordstern" auf See zugebracht, wie (fast) jeden Tag, Jahr aus Jahr ein. Die Angler, die er den ganzen Tag auf der Suche nach Lachsen über die Ostsee gefahren hat, sind von Bord gegangen. Pohland setzt sich auf eine Bank. Sein Gesicht ist braun gebrannt. Der schneidend kalte Wind scheint ihm nichts auszumachen. "Ich bin ein Naturmensch", bekennt der 48jährige Skipper, "und Angeln ist schon immer mein Hobby gewesen."

Dennoch hätte es sich der 49jährige Skipper früher nicht träumen lassen, dass er einmal an der Ostsee leben und sein Geld als Skipper verdienen würde. Der Sohn einer Anästhesistin und eines Profi-Fußballers ist in der brandenburgischen Kleinstadt Müllrose aufgewachsen. Bereits als Kind war er allein mit der Angelrute losgezogen, später hat er auch ein paar Freunde für sein Hobby begeistern können. Pohland absolvierte zunächst eine Lehre als Landmaschinenschlosser. Später versuchte er sein Glück mit mehreren Jeansläden , ging 2005 als Angel-Guide nach Norwegen, später auf den Darß und landete schließlich 2008 in Glowe. Dort lebt er mit Frau Doreen. Sie, "eine sehr nette Frau", kennt er schon lange, doch wie im Song "Tausend Mal berührt, tausend Mal ist nichts passiert"

hat es erst später zwischen den Beiden gefunkt.

Pohland verbringt die Zeit von Dezember bis Mai mit dem Lachsfischen. Dabei orientiert er sich nach den Heringsschwärmen, denn, wo die sind, sind die hungrigen Lachse nicht fern. Seine Gäste an Bord sind zumeist Männer, "die sich das leisten können". Immerhin kostet sie eine Tagestour insgesamt 600,- Euro. Doch das wahre Sporterlebnis ist dies nicht gerade für den Seemann: "Die Ruten werden ausgelegt, das Boot durch die Ostsee geschleppt, und das war es".

Mehr Spaß hat er ab Mai, denn dann bietet er "Familien-Angeln für Jedermann" auf dem Großen Jasmunder Bodden an. Dann wird vor allem auf Hechte und Zander Jagd gemacht. Vor allem der Umgang mit den Kindern bereitet ihm Freude. Denn "alles, was stehen kann, kann auch angeln". Kinder hätten in zehn Minuten den Dreh raus. Bei Pohland lernen sie, wie man die Angelrute auswirft und den Fisch einholt. Er nimmt ihnen die Scheu davor, das glitschige Tier anzufassen, den Haken zu entfernen und den Fisch waidgerecht zu töten. "Ich hatte schon Kinder an Bord, die nicht einmal Schwäne kennen".

Ihnen die Natur nahe zu bringen und ihre Freude zu erleben, ist für den Skipper zusätzlicher Lohn.

Seinen Job will er machen, "bis ich umfalle". Er fährt bei fast jedem Wetter hinaus, erst ab Windstärke 6 bleiben seine vier Boote im Hafen. Gehörigen Respekt hat der erfahrene Seemann vor Windrosen und Gewittern, denn die sind auf dem Wasser "unberechenbar". Pohland hat etliche Stammkunden, nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus der Schweiz, aus Österreich und Luxemburg.

Das Geschäft boomt: War Angeln in früheren Zeiten ein Freizeitspaß der Privilegierten auf eigens angelegten Gewässern - das Volk fing Fische, um seinen Hunger zu stillen -, dann hat es sich im Zuge der Industriellen Revolution im 18. Jahrhundert allmählich zum Volkssport entwickelt. 1946 entstand der „Verband Deutscher Sportfischer“. Heute zählt der Angelsport in allen Gesellschaftsschichten weltweit zu den beliebtesten Sportarten. Allein in Deutschland sind mittlerweile mehr als zwei Millionen aktive Sportfischer in den Angelvereinen registriert. Man kann von mindestens ebenso vielen Freizeit-Anglern ausgehen.

Friedlichster Ort

760 Einwohner leben in Glowe. In der gesamten Gemeinde sind es 1006. Zu der zählen neben Glowe die Ortsteile Bobbin, Polchow, Ruschvitz, Spycker, Kampe und Baldereck.

Während ihrer Rügen-Reise zu Beginn des 20. Jahrunderts lernte Elizabeth von Arnim auch Glowe kennen. Ihr Urteil: „Dieser Ort war von allen auf Rügen, die ich kennengerlernt habe, der ländlichste und friedlichste.“

Susanne Gilbert

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