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Rügen Er wollte wirken in seiner Zeit
Vorpommern Rügen Er wollte wirken in seiner Zeit
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03:53 31.08.2013
Am 22. August starb Armin Münch in Rostock. Quelle: Zeichnung: ARTus

Merkwürdig genug bleiben mir die Umstände eines, wie ich zuvor meinte, gar nicht so spektakulären Bücherfundes vor 10 Tagen im Groß Breesener Ersten Bücherhotel Deutschlands. Da gab es ganz andere Schätze unter den „gefühlten“ und nicht zu überblickenden 300 000 Büchern zu finden, die im Gutshausareal in Regalen und Kisten ihrer Entdeckung harren. Ich stöberte lange gesuchte Ausgaben von Herzfelde, Kunze, von Octavio Paz und C.G. Jung auf. Dann, fast hätte ich sie übersehen, fiel mir eine Broschur mit dem Titel „Heiligendamm 2007“ in die Hände. Ein Werbeprospekt für die in die Schlagzeilen geratene „Weiße Stadt am Meer“? Unmöglich! Die Aufmachung war eine Katastrophe. Das aber schien so gewollt. Armin Münch(*1930), den Autor des Bandes, kannte ich. Ein eminent streitbarer, ein wichtiger Künstlerkollege aus Rostock; einer „der zeichnet, was er meint und was er fühlt“, so Wolfgang Grahl in einem Essay von 2009. Noch war mir seine aufregende „Faust am Meer“-Ausstellung im Bergener Stadtmuseum von 2008 in Erinnerung, auch die großartige Ausstellung des Jahres 2005 im Stralsunder Kulturhistorischen Museum. Seine Heiligendamm-Broschur nannte Münch im Innentitel „Kriegstagebuch des Gipfelzeichners“. Und wirklich bespiegelte er ungeschminkt „Die G 8-GIPFEL- FESTUNG“: ihre Protagonisten und ihre Kritiker. Darüber wollte ich später in Ruhe studieren... Und plötzlich die Meldung: Armin Münch starb am 22. August. Am Tag meines Bücherfundes in Gross Breesen. Zufall? Fügung? Im Epilog der Publikation las ich sein Credo: „Mein Beruf bedeutet: Stets im Leben und in den Weltereignissen von der Kunst ausgehen. Die Kunst wiegt schwer.“ Bei Münch wog sie fast immer schwer, auch dann, wenn er sie leicht mit Kohle oder Tusche zu Papier brachte. Dr. Fritz Petrick hat seinen soeben veröffentlichten Band „Rügens Zeitgeschichte seit 1945“ mit einer aquarellierten Münch-Zeichnung aus dem Jahr 1955 als Titel versehen. Ein gut ausgewähltes Blatt mit der Ansicht Arkonas von Vitt aus. Eine würdige Hommage à Münch! So gesehen ein prophetisches Vermächtnis!

ARTus

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