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Rügen Erik braucht Hilfe beim Kampf gegen die „Beule im Kopf“
Vorpommern Rügen Erik braucht Hilfe beim Kampf gegen die „Beule im Kopf“
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12:26 11.03.2018
Vater Torsten Noack am Krankenbett von Erik. Im vergangenen Jahr musste der Junge zur Behandlung neun Wochen im Krankenhaus bleiben, nur am Wochenende durfte er nach Hause. Die Eltern wechselten sich am Krankenbett ab. Quelle: Annett Schuldt
Thesenvitz

Den 9. November 2017 werden Annett Schuldt und Torsten Noack nie in ihrem Leben vergessen. Es war der Tag, an dem sie die wohl schlimmste Nachricht bekamen, die Eltern sich vorstellen können. „Ihr Sohn hat einen inoperabelen Hirntumor“, teilten ihnen die Ärzte des Universitätsklinikums Greifswald mit. Von einem Moment auf den anderen war nichts mehr so wie es war, die bis dahin glückliche Welt des jungen Paares brach zusammen.„Es begann mit Kleinigkeiten, er hatte Schwierigkeiten das ,Sch’ zu sprechen“, erinnert sich Annett Schuldt, die Mutter des Jungen. Besuche bei Ärzten blieben zunächst ohne Ergebnis. „Als dann während des Schwedenurlaubs in den Herbstferien der Blick seines Auges nach außen wegrutschte, schrillten bei mir alle Alarmglocken. Erik begann damals auch, seinen Kopf häufiger schief zu halten.“

Kontoverbindung für Spenden

Netzwerk Rügen e.V.

IBAN: DE 12 130 910 540 106 352 332

Verwendungszweck: Erik

Seltener Hirntumor mit geringen Heilungschanchen

Wenig später brachten Untersuchungen in der Uniklinik Greifswald die traurige Gewissheit. Bei dem Sechsjährigen wurde eine sehr seltene Form eines Hirntumors festgestellt. Eine Erkrankung, die sich vorwiegend bei kleinen Kindern zeigt, und bei der Experten von einer sehr geringen Überlebenschance ausgehen. „Es handelt sich um ein sogenanntes Diffuses Mittellinien-Gliom, einen Tumor, der direkt am Hirnstamm sitzt und seine Ausläufer bereits in den Hirnstamm ausgestreckt hat“, erzählt seine Mutter. „Wir sind in eine kombinierte Chemo- und Bestrahlungstherapie gestartet, Erik hat diesen Winter bereits 30 Bestrahlungen hinter sich gebracht.“ Eine Behandlung, für die der kleine Patient jedes Mal in Vollnarkose gelegt werden muss, denn bei der Bestrahlung im sensiblen Hirnbereich geht es um Millimeter, jede noch so kleine Bewegung könnte Schäden verursachen. „Die Vollnarkose mag er gar nicht“, berichtet Annett Schuldt. „Er nennt das Narkosemittel immer Schlafmilch und beschwert sich über das komische Gefühl beim Aufwachen.“ Die Strapazen der Behandlung erträgt er tapfer. „12 bis 16 Tabletten muss er täglich nehmen“, erzählt sein Vater Torsten Noack. „Er macht das großartig und klagt nie.“

Erik spricht von „Beule im Kopf“

Wie ernst es um ihn steht, ahnt Erik nicht. „Unsere Ärztin, Frau Dr.Kietz, vom Uniklinikum Greifswald hat eine Formulierung gefunden, mit der wir sehr zufrieden sind. Sie hat ihm erklärt, er habe eine böse Beule im Kopf, die man bekämpfen müsste“, sagt Annett Schuldt. „Wir sind uns einig gewesen, dass er mehr auch erstmal nicht wissen soll.“ Dafür erweitern die Eltern ihr Wissen über die tücksche Krankheit enorm. Vor allem die gelernte Juristin Annett Schuldt wälzt Fachliteratur, arbeitet sich durch englische Studien und liest alles, was es an Internetseiten zum Thema Ponsgliome gibt. Auch verschiedene Vereine unterstützen die Eltern, etwa der Wismarer „Tätowierte gegen Krebs e.V“.

Immuntherapie könnte Rettung sein

Bei ihren Nachforschungen ist die Mutter auf etwas Interessantes gestoßen. Am Immun-Onkologischen Zentrum Köln wird eine Immuntherapie für Tumorpatienten angeboten. „In dieser Therapie könnte der Körper von Erik lernen, den Tumor als Fremdkörper zu erkennen und ihn zu bekämpfen“, erzählt Annett Schuldt aufgeregt. „Das ist nämlich das Tückische. Die Turmorzellen werden bislang als eigene Körperzellen erkannt.“ Bei anderen Tumorformen habe es bereits gute Erfolge gegeben. Auch Dr. Silke Kietz vom Uniklinikum Greifswald befürwortet die Therapie. „Ich denke, dass die Immuntherapie etwas bewirken kann“, so Kietz. „Die Behandlung könnte zeitnah starten, sobald das Geld zusammengekommen ist.“ Denn hier liegt der große Haken. „Die Tumorart ist so selten, dass keine klinischen Vergleichsstudien zu anderen Therapien vorliegen“, erzählt Annett Schuldt. „In so einer Situation zahlt keine Krankenkasse.“

Um die Behandlung doch noch zu ermöglichen, hat der Verein Netzwerk Rügen ein Spendenkonto eingereichtet, auf dem Geld für die Immuntherapie gesammelt wird. Überschüsse fließen an die Krebshilfe.

Ziebarth Anne Friederike

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