Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Experte nimmt Fossilien unter die Lupe
Vorpommern Rügen Experte nimmt Fossilien unter die Lupe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:20 12.07.2018
Manfred Kutscher zeigt an der Multimedia-Wand das Geschiebe, das von Skandinavien nach Deutschland kam. Quelle: Mathias Otto
Gummanz

Ein besonderer Termin wartet auf Fossiliensammler. Am Sonnabend können Interessierte in der Zeit von 13 bis 15 Uhr im Kreidemuseum Rügen in Gummanz ihre Fossilienfunde bestimmen lassen. Der Fossilienexperte Manfred Kutscher führt an diesem Tag kostenfrei und soweit möglich, die Bestimmung der vorgezeigten Fundstücke durch. „Ich stehe natürlich auch für Fragen bereit, wenn es beispielsweise um die Präparation geht“, erklärt der Experte.Seit mehr als 40 Jahren beschäftigt sich der Mann nun schon mit Fossilien. „Da hat sich viel Wissen angesammelt. Desto mehr Fossilien man kennt, desto mehr kann man auch beantworten“, sagt er und erinnert sich an seine Anfangszeit zurück. Die ersten 100 Steine hat er aufgeklopft, um zu sehen, welche Fossilien sich in ihnen verbergen. „200 Steine habe ich deshalb wieder weggeschmissen“, berichtet der Fachberater. Mit der Zeit habe er Erfahrung sammeln können und geht gezielt auf die Suche. Kutscher ist beeindruckt, wie viele Einheimische und Besucher mit Fundstücken ins Museum kommen. Fast täglich gibt es neue Fossilien, die er begutachtet. „Die Leute gucken aufmerksam auf den Boden, wenn sie am Strand spazieren gehen. Viele wollen anschließend genau wissen, was sie gefunden haben“, sagt er.

Der größte Fund steht in einem der Museumsräume - eine Kalkplatte mit den Überresten zahlreicher Kopffüßer. Entdeckt wurde er nicht am Strand, sondern bei Baggerarbeiten an der Trasse der neuen B 96 in Samtens. In drei Metern Tiefe stießen Bauarbeiter vor drei Jahren auf die Kalkplatte mit den Überresten ausgestorbener Tintenfische aus der Urzeit. Manfred Kutscher spricht von einem Prachtexemplar. Überreste von Kopffüßern würden zwar zu den häufigsten Fossilienfunden an den Geschiebestränden Rügens zählen, seien in der Regel aber nur zentimeter- bis faustgroß, sagt er.

Der Fachmann erklärt, wie interessant Fossilien sein können anhand der multimedialen Ausstellung, die in Gummanz geboten wird. „Im Museum präsentieren wir die Geowissenschaften auch auf digitalem Wege und erreichen somit auch mehr Leute, die sich vorher nicht mit Gesteinen auseinandergesetzt haben“, sagt er.

Manfred Kutscher steht vor einer Videowand im Kreidemuseum. Davor liegen drei Steine. Nachdem er einen Stein berührt, wird auf dem Monitor der Ursprungsort des sogenannten Geschiebes angezeigt, und danach grafisch dargestellt, wohin es aufgrund der Eiszeit transportiert wurde. In diesem Fall von Skandinavien nach Deutschland. In diesen Massen an Gesteinen befinden sich unzählige Fossilien. Auf diesem Weg sei auch die Samtenser Kalkplatte nach Deutschland gelangt.

Besucher, die am Sonnabend Fossilien nach Gummanz bringen, haben auch die Möglichkeit, einen Rundgang durchs Museum zu machen und die neue Sonderausstellung anzusehen. „Im Museum informieren wir unter anderem über den Abbau und die Aufbereitung der Kreide aus damaliger Zeit und heute. Das Museum befindet sich in einem historischen Kreidewerk aus der Zeit des traditionellen Kreideabbaus auf Rügen von 1832 bis 1962“, erklärt Mitarbeiterin Janine Winter. Bei einem Rundgang zeigt sie Besuchern regelmäßig die originalen Gerätschaften des historischen Kreideabbaus, die sich in der Freilichtausstellung befinden.

Janine Winter macht noch auf eine neue Sonderausstellung aufmerksam. Das Museum informiert über die Geologie von Mon, Stevens und Faxe in Dänemark und das Aussterben der Dinosaurier vor 66 Millionen Jahren, sowie den Beginn der Säugetier-Ära, die seither bizarre Formen entstehen ließ.

Otto Mathias

Für die Sicherheit der Gäste verbringen hunderte Ehrenamtler ihre freien Tage an der Küste.

12.07.2018

Das „Projekt zu Ehren der Pferde“ bietet hochklassige Dressur mit Kultur auf Rügen

20.08.2018

Die Hinterlandbühne Rügen lädt zu zwei Inszenierungen von und über den Dichter Johann Wolfgang von Goethe

12.07.2018