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Rügen Fenstersturz: Ließen Eltern Kind allein?
Vorpommern Rügen Fenstersturz: Ließen Eltern Kind allein?
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04:22 23.04.2013

Einen Tag nach dem Fenstersturz eines Kleinkindes aus der fünften Etage eines Mehrfamilienhauses in Bergen Rotensee (die OZ berichtete) sind die Unfallursachen noch immer unklar. Gegen die Eltern, die zum Unfallzeitpunkt nicht im Zimmer gewesen sein sollen, ermittelt nun die Polizei.

„Wir haben eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen“, bestätigt Antje Unger von der Polizeiinspektion Stralsund. „Im Moment sieht es danach aus, dass die Eltern das Zimmer kurzzeitig verlassen haben und dass das Kind in dieser Zeit aus dem offenen Fenster gestürzt ist“, sagt Unger. Dafür, dass die knapp Zweijährige gewaltsam aus dem Fenster gestoßen worden sei, gebe es keine Anhaltspunkte.

„Die Familie hat das Mädchen in der Wohnung gesucht und schließlich aus dem Fenster geguckt und gesehen, dass es vor dem Haus liegt“, beschreibt Unger den Hergang.

Das Unglück hatte sich am Sonntagmorgen gegen 10.30 Uhr ereignet. Durch vor dem Haus stehende Büsche war der Fall abgefedert worden. Das Kind hatte nach Auskunft der Polizei bei dem Aufprall Beckenfrakturen erlitten und war mit dem Rettungshubschrauber in die Universitätsklinik Greifswald geflogen worden. Dort wollte man sich gestern zum aktuellen Gesundheitszustand des Kindes nicht äußern.

Nachbarn, die den Vorfall mitbekommen haben, sind auch einen Tag später noch schockiert. „Ich stand gerade auf meinem Balkon und habe Wäsche aufgehängt, als es passierte“, sagt Anja Scheduikat, die im Haus schräg gegenüber wohnt. „Ich habe nur gehört, dass jemand geschrien hat und dann habe ich die Mutter unten vor dem Haus gesehen, mit ihrem Kind in den Armen“, erinnert sich die 28-Jährige.

Kurz darauf seien Krankenwagen, Notarzt und Polizei eingetroffen. „Wenn man die Schreie einmal gehört hat, hofft man, dass so etwas den eigenen Kindern nie passiert“, sagt die junge Frau, die erst im Januar Zwillinge bekommen hat. „Ich habe gehört, die Kleine soll auf einen Stuhl geklettert sein“, sagt die Mutter, ob das stimmt, weiß niemand so genau. „Trotzdem hat sie Glück gehabt, es hätte ja auch noch schlimmer kommen können“, meint Scheduikat.

„Man fragt sich, wie das passieren kann und wie ein Kind mit zwei Jahren überhaupt auf die Fensterbank gekommen ist“, sagt ein 57-jähriger Anwohner, der nicht genannt werden möchte. „Das ist wirklich schrecklich.“

Nun sollen die Eltern noch einmal vernommen werden. „Eine genauere Befragung war wegen der besonderen Situation am Sonntag noch nicht möglich“, erklärt Antje Unger. Zudem werde geschaut, ob es weitere Zeugen gibt.

Hinweise nimmt das Polizeirevier in Bergen ☎ 0 38 38/ 81 00 entgegen.

Stefanie Büssing

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