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Flaute vorbei: Neustart für Sturmgespräche

Sassnitz Flaute vorbei: Neustart für Sturmgespräche

Jasmunder Veranstaltungsreihe wird nach zweijähriger Pause am Mittwoch fortgesetzt

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Hans-Jürgen Berger (re.) hat die Aufgabe der Organisation der Sturmgespräche von Joachim Wöller übernommen.

Quelle: Foto: Maik Trettin

Sassnitz. Diese Pause war lang. Im Februar 2016 erzählte Axel Blaschke im Sassnitzer Kurhotel „Aus den Erinnerungen eines Kreisbaudirektors“. So war das 133. Sturmgespräch überschrieben. Dass es für lange Zeit das letzte sein würde, war auch den Organisatoren damals nicht klar. „Eigentlich hatten wir noch eines geplant, mussten es aber wegen Erkrankung eines Referenten absagen“, sagt Joachim Wöllner vom Förderverein des Fischerei- und Hafenmuseums. Jetzt wird die Reihe fortgesetzt. Am Mittwoch kommender Woche wird Manfred Kutscher das 134. Sturmgespräch bestreiten.

„Die Insel Rügen lebt, solange sie stirbt – Bedeutung der Abbrüche und ihre Gefahren“ – mit diesem Thema wird die Reihe fortgesetzt, betont der Vereinsvorsitzende Andreas Pfaffe die Kontinuität.

„Aber gleichzeitig ist es für uns ein Neuanfang.“ Nachdem seinerzeit Joachim Wöllner (83) aus gesundheitlichen und Altersgründen nicht mehr länger als Verantwortlicher für die Reihe zur Verfügung stand, fand sich innerhalb des Vereins kein Nachfolger. Der ist mittlerweile gefunden: Hans-Jürgen Berger wird künftig bei der Organisation der Vorträge den Hut aufhaben.

Der 63-Jährige ist seit seinem 16. Lebensjahr in Sassnitz zu Hause. Hier absolvierte der Halberstädter eine Ausbildung zum Hochseefischer, hier fand er seine große Liebe, wurde Fischmeister und bildete unter anderem auf dem Netzboden junge Leute aus. Später arbeitete er als Erzieher zum Beispiel im Kinderheim in Lohme und zuletzt in der Verwaltung. Die Sturmgespräche hatten ihn schon lange fasziniert und er hätte sich auch gern für die Reihe engagiert. „Aber die fanden immer dienstags statt.“ In den Verwaltungen ist dann in der Regel lange geöffnet.

Hans-Ulrich Berger kann das jetzt egal sein. Seit Jahresbeginn ist der 63-Jährige Rentner. Statt im Publikum zu sitzen, wird er die Vortragsabende moderieren, wird sich gemeinsam mit den anderen Vorstandsmitgliedern Themen ausdenken, Kontakt zu potentiellen Referenten knüpfen und sich um die gesamte Organisation kümmern. Viele Gedanken haben sich Berger und seine Mitstreiter vom Förderverein in den zurückliegenden Monaten dazu gemacht. Vieles, was sich bewährt hat, werden die zahlreichen Freunde der Reihe auch in den kommenden Veranstaltungen wiederfinden. Erwin Hauff, Hannes Alber und Willi Ritter sorgten mit Musik- und Textbeiträgen für einen hochgeschätzten kulturellen Farbtupfer am Ende oder Anfang der Gesprächsrunde. Den soll es auch weiterhin geben, auch wenn zwei der drei Akteure mittlerweile leider schon verstorben sind. Die Veranstaltungen werden künftig nicht mehr dienstags, sondern an jedem dritten Mittwoch im Monat stattfinden. Nein, versichert Hans-Ulrich Berger verschmitzt, das sei kein Zugeständnis an Verwaltungsmitarbeiter. Dass der Sturmball künftig mittwochs hochgezogen werde, sei dem neuen Veranstaltungsort geschuldet. Die Sturmgespräche werden vom Molenfußgebäude und dem Kurhotel in den Ratssaal verlegt. Der ist für alle auch per Bus gut zu erreichen, mit moderner Präsentationstechnik ausgestattet und für den Verein kostenlos. Beim Eintrittspreis von 3,50 Euro bleibt es dennoch. „Das Geld wollen wir in die dringend notwendige Sanierung des Museumskutters Havel investieren“, sagt Andreas Pfaffe. Bei dem Schiff müssten die Planken sowie Teile des Rumpfs erneuert werden.

Künftig wollen Hans-Ulrich Berger und seine Mannen auch bei Sturm ihr Segel setzen. „Unsere Idee ist es, dass sich unsere Referenten mit ihrem Autogramm auf einem Vorsegel oder ähnlichem verewigen.“

Das richtige Segeltuch für diesen Zweck haben die Sassnitzer bislang noch nicht gefunden.

Info: Sturmgespräch mit Manfred Kutscher am 21. Februar um 18 Uhr im Rathaus Sassnitz, Eintritt 3,50 Euro

Maik Trettin

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