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Rügen Fließt das Geld, schwimmt das Schiff
Vorpommern Rügen Fließt das Geld, schwimmt das Schiff
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11:15 14.04.2018
Jörg Engelbrecht - Vorsitzender des Hafen- und Traditionsförderverein Lauterbach - hofft, dass demnächst Fördermittel zur Instandsetzung des Traditionsschiffes Johanna Renate fließen. Quelle: Wenke Büssow-Krämer
Lauterbach

Bis zum Sommerbeginn sollen auf jeden Fall noch die Pinsel geschwungen werden, damit die äußere Hülle des Traditionsschiffes „Johanna-Renate“ zum Glänzen gebracht wird. „Viel mehr dürfen wir auch noch gar nicht anfassen“, sagt Jörg Engelbrecht. „Fangen wir an zu bauen, dürften wir keine Fördermittel mehr beantragen“, erklärt der Vorsitzende des Hafen- und Traditions-Fördervereins Lauterbach. Dass der Anblick des 1906 gebauten Lastenseglers das Gesamtbild des Hafens beeinträchtigt und kein schönes Aushängeschild abgäbe, wurde zuletzt auch im Wirtschaftsausschuss debattiert. Vielen geht die Sanierung zu langsam voran. „Das mag von außerhalb so aussehen als würde hier nichts passieren, aber so ist es nicht“, sagt Jörg Engelbrecht. „Es ist wie ein zweiter Job. Keiner sieht wie uns das nach Feierabend beschäftigt.“

Leader-Leitprojekt Denkmal

Die wichtigste Aufgabe, die die acht Mitglieder des Fördervereins umtreibt, ist noch immer die Beschaffung von Fördermitteln und Spenden. 2015 wurde die „Johanna-Renate“ bereits zum Leader-Leitprojekt Denkmal ernannt. Nun steht für den Vorsitzenden in der nächsten Woche ein Termin beim Landkreis im Kalender, um die Beantragung der entsprechenden Leader-Förderung auszuloten. „Wir müssen jetzt rausbekommen, ob wir nur den Mindestsatz von zehn Prozent Eigenanteil aufbringen müssen, oder ob es mehr sein müssen“, erklärt Engelbrecht. „Dann bräuchten wir unter Umständen noch mehr Zeit, um die Mittel über weitere Sponsoren aufzutreiben.“ Sollte dies nicht so schnell gelingen, müsste in der Folge allerdings auch die Beantragung der Förderung auf nächstes Jahr verschoben werden.Der Fördervereinsvorsitzende rechnet vor: „Die Kostenvoranschläge für die notwendigen Arbeiten liegen alle vor. Wir bräuchten 400 000 Euro, dann könnte das Schiff innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden“, so Engelbrecht. Dies würde bei einem Mindesteigenanteil von zehn Prozent bedeuten, dass der Förderverein 40 000 Euro bereithalten muss. Es könnte aber auch das Doppelte fällig werden.

Eigenanteil erweist sich als Hürde

Bei aller Fleißarbeit auf der Suche nach Sponsoren in den Feierabendstunden ist jedoch auch die Zehn-Prozent-Hürde noch nicht ganz genommen. „So viele Unternehmen auf der Insel sind doch mit dem Wasser verbunden. Es wäre schön, wenn sich hier noch welche finden, die sich einbringen möchten“, so Engelbrecht. Kostspielig werden die Arbeiten an dem Schiff auch dadurch, dass bei einer Förderung nur wenige Reparaturen in Eigenarbeit durchgeführt werden dürfen. „Material und Arbeitsleistung können auch nicht mehr als Eigenleistung angesetzt werden“, erklärt Engelbrecht. So dürfen zwar Malerarbeiten durchgeführt werden, die auch demnächst geplant sind, Schweißarbeiten jedoch nicht. Auch dies ist ein Grund dafür, dass mit den bisher gesammelten Sponsorengeldern noch nicht mit den notwendigen Arbeiten begonnen werden kann.

Treffpunkt für Seminare und Ausstellungen

Um das Schiff wieder auslaufen lassen zu können sind beispielsweise dringend Schweißarbeiten an Bugspitze und Heck nötig. Auch die Ladeluken sollen dann ordnungsgemäß mit Stahl verkleidet werden. Der Innenausbau soll dann ermöglichen, dass Veranstaltungen für bis zu 30 Leute im Rumpf durchgeführt werden können. Auch eine kleine Küche, dementsprechende Sanitäranlagen und ein Schlafabteil mit etwa fünf Doppelstockbetten schweben dem Verein vor.Studenten, Unternehmen oder Stadt sollen sich hier treffen können, das Schiff als Veranstaltung-, Seminar- oder Ausstellungsraum nutzen oder für Ausflüge buchen. „Auch für die Forschung ist es interessant. Etwa für Einsätze zur Robbenbeobachtung“, meint Engelbrecht. „Ich habe schon meine Visionen was man daraus alles machen kann. Doch vorher ist die Geldbeschaffung bis zum Sommer unsere größte Aufgabe“, sagt Jörg Engelbrecht.

Büssow-Krämer Wenke

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