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Rügen Frankenthal: Zu Hause in der Natur
Vorpommern Rügen Frankenthal: Zu Hause in der Natur
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00:00 08.05.2017
Frankenthal

Aufbruchstimmung rund um das Gutshaus Frankenthal: Beim diesjährigen 6. Frühlingsfest des Vereins „Lebensgut Frankenthal“ zwischen Samtens und Poseritz am Sonnabend wurde klar, dass die seit Jahren gehegten Pläne zur Neugestaltung des Gutes erste sichtbare Früchte tragen. Die frisch gesetzte Richtkrone auf dem ehemaligen Kälberstall zeugte davon, dass es hier baulich schon mal ordentlich vorangeht. Aus dem einstigen Stallgebäude soll bis zum Jahresende das neue Vereinshaus entstehen.

„In unser zukünftiges Vereinshaus werden das Büro, ein Laden, unsere Werkstätten, eine Übernachtungsherberge und ein Veranstaltungssaal einziehen“, sagte Vereinsmitglied Elke Neugebauer. Auf einem großen Areal wird das vom Land bis 2022 geförderte LEADER-Projekt „Natur im Garten“ entstehen. Landschaftsplanerin Almut Roos betreut dieses Vorhaben: „Frankenthal wird aller Voraussicht nach der neunte Standort unseres Projektes in MV werden“, so die Mitarbeiterin des Landschaftspflegeverbandes „Mecklenburger Endmoräne“, der sich seit 1993 erfolgreich für die Einhaltung der Ziele und Grundsätze des Bundesnaturschutzgesetzes im Land engagiert. Der Naturgarten soll als sichtbares Zeichen für ökologische Gestaltung und nachhaltige Bewirtschaftung als Leuchtturm in die Region hinein wirken. Auf chemisch-synthetische Dünger, Pestizide und auch auf Torf soll komplett verzichtet werden. Mit Mulchen, Regenwasser, Komposthaufen und anderen umweltfreundlichen Bewirtschaftungsmaterialien soll im Naturgarten zu Werke gegangen werden. Dieser dürfte für Schulen ein idealer Ort für Exkursionen werden. Für Kinder wird zudem ein Park mit einem Spiel- und Naturerlebnispfad angelegt, um die jüngeren Generationen für Umweltthemen zu begeistern. „Die Mitglieder unseres Vereins kommen aus allen Berufsschichten – von Lehrern bis hin zu Ärzten vom Festland“, erzählte Elke Neugebauer und fügte hinzu, dass eine Vielzahl der Mitglieder mit einem eigenen Stand beim Frühlingsfest vertreten waren. Knapp 50 Standbetreiber stellten ihre Produkte vor.

Zu ihnen zählte auch der 88-jährige Heinz Grotzke mit einer spannenden Lebensgeschichte. Im Jahre 1955 floh der damals 26-Jährige mit Frau und Sohn aus der DDR in den Westen und wanderte später in die USA aus. Er siedelte sich im kleinsten US-Bundesstaat Rhode Island an und züchtete erfolgreich Heiltee-Sorten. 2004 zog der in der Nähe von Swinemünde geborene Grotzke mit seiner inzwischen verstorbenen Frau wieder in seine pommersche Heimat zurück und lebt seitdem in Göhren. Das Züchten von Teepflanzen ist bis heute seine große Leidenschaft geblieben, in Altenkirchen hat er seine ersten Tee-Pflanzen in Rügens Erde eingebracht. „Ich möchte hier auf dem Lebensgut meine Erfahrungen weitergeben, wir werden demnächst mit dem Einbringen der Teepflanzen beginnen“, so der rüstige Senior. Dass auf dem Lebensgut wieder frisches Leben einzieht, freut auch Landwirt René Thom vom gleichnamigen Ökohof. „Ich habe hier als Kind vor dem Gutshaus gespielt und erinnere mich noch an den schönen Nussbaum“, so der 50-Jährige.

Christian Rödel

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