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Rügen Frischekur für Lietzower Ruine
Vorpommern Rügen Frischekur für Lietzower Ruine
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00:07 17.05.2018
Lietzow

Die Gemeinde Lietzow hat den Wasserturm im Wald von Semper saniert. An dem rund 100 Jahre alten Bau hatte der Zahn der Zeit zuletzt kräftig genagt (die OZ berichtete). Zahlreiche Feldsteine waren locker, weil Wind und Wetter die Fugen ausgewaschen hatten. „Die Natursteine nehmen kein Wasser auf. Dadurch fehlte die Verzahnung mit dem Mörtel“, gibt Bürgermeister Jürgen Böhnig das Ergebnis der Untersuchung durch Fachleute wieder. Jetzt habe man einen Spezialzement mit anderen physikalischen Eigenschaften eingebracht, der diese Funktion besser erfüllen soll.

Bürgermeister Jürgen Böhnig vor der frisch sanierten Ruine des Wasserturms bei Semper. Quelle: Foto: Maik Trettin

Die Sanierung sollte ursprünglich schon längst abgeschlossen sein. Doch gleich zu Beginn habe sich gezeigt, dass der Zustand weit schlechter sei als angenommen, so Böhnig. „Ein Großteil der Ruine war ja von Efeu überwuchert.“ Erst als der Bau freigeschnitten wurde, habe man erkennen können, dass die neu zu verfugende Fläche nicht wie anfangs angenommen 130 Quadratmeter, sondern letztlich 180 Quadratmeter groß war.

Überhaupt sei die Baustelle keine einfache gewesen. Es gibt keine richtige Zuwegung für Fahrzeuge. In Absprache mit dem benachbarten Waldbesitzer Albrecht von Blücher habe man eine schmale Schneise im Gestrüpp freischlagen können. Mit seinem Geländewagen habe er Teile der Rüstung, Sand und Zement zum Turm gefahren. Vieles andere mussten die Handwerker zu Fuß auf die Baustelle bringen.

Die Rüstung soll in den nächsten Tagen verschwinden; die Handwerker erledigen dann noch Restarbeiten. Dazu gehört, den Eingang gegen unbefugte Besucher zu sichern. Er soll so mit Matten versperrt werden, dass die Gäste noch einen Blick hinein werfen können, ohne das Gemäuer zu betreten.

Gelegenheit dazu bietet sich unter anderem am kommenden Pfingstsonntag. Dann lädt die Gemeinde zum 1. Lietzower Frühlingskonzert ein. Das wird zwischen 11 und 11.30 Uhr auf dem Grillplatz am Strand stattfinden. Es spielen die Blechbläser der Musikschule Rügen. Am gegenüberliegenden Strandservicegebäude treffen sich um 9.30 Uhr diejenigen, die mehr über die Geschichte und Natur des Ortes und seiner Umgebung erfahren wollen. Bei einer Wanderung durch den Wald von Semper soll es am Steilufer entlang zu den Krüppelbuchen im so genannten Hexenwald gehen. Dabei werden die Teilnehmer der Tour auch die früheren Karpfenteiche und den sanierten Wasserturm passieren. Jürgen Böhnig wird an den jeweiligen Stationen nähere Ausführungen zu den Lietzower Sehenswürdigkeiten machen.

Demnächst sollen sich die Wanderer auch selbst darüber informieren können. Die Gemeinde lässt derzeit Informationstafeln anfertigen, die am Hexenwald, dem Wasserturm und den Teichen aufgestellt werden. Das Geld dafür komme vom Landschaftspflegeverband, der auch 3000 Euro zur Sanierung des Turms beigesteuert hat. 17000 Euro kommen aus dem Leader-Fördertopf.

Polizeipräsident ließ Gutsanlage errichten

Walter von Brüning war Polizeipräsident in Kiel. Um 1914 erwarb er rund 100 Hektar Wald in der Nähe von Lietzow. Dort errichtete er nach den Plänen des Berliner Architekten Georg Steinmetz eine neobarocke Gutsanlage.

Das Trinkwasser wurde von einem Pumpwerk auf dem Gelände der Alten Gärtnerei in den rund sechs Kubikmeter fassenden Behälter des Wasserturms befördert. Von dort aus floss es ins Gutshaus.

Maik Trettin

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