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Für Vincent steht’s fest: Er will Feuerwehrmann werden

Binz Für Vincent steht’s fest: Er will Feuerwehrmann werden

Der Zehnjährige ist nach seiner schweren Gehirntumor-OP zu Gast auf Rügen / Die Freiwillige Feuerwehr Binz hat sich ein Überraschungsprogramm ausgedacht

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Die drei Geschwister Leni (6), Laura (13) und Vincent (10) im Einsatzleitwagen.

Binz. Als Vincent und seine Schwestern Leni (6) und Laura (13) mit ihren Eltern an der Freiwilligen Feuerwehr Binz eintreffen, leuchten ihre Augen voller Vorfreude. Kein Wunder, dürfen die Kinder aus Bayern doch heute exklusiv „Hinter die Kulissen“ schauen. Damit erfüllen die Kameraden dem technikbegeisterten Vincent (10) einen großen Wunsch. Der hatte in den vergangenen Monaten mehrere schwere Operationen, bei denen ein Gehirntumor entfernt werden musste. Weil eine Reha abgelehnt wurde und die finanzielle Situation der Familie angespannt ist, hatte sich die Mutter an die OSTSEE-ZEITUNG gewandt und um Hilfe gebeten. Durch den Einsatz vieler Leser kamen nicht nur über 2000 Euro Spendengeld zusammen, viele Menschen boten Übernachtungsmöglichkeiten oder besondere Ausflüge an. „Ist doch Ehrensache, dass Vincent hier mal gucken kann“, meint Wehrführer Daniel Hartlieb, selbst zweifacher Familienvater. Und beim reinen Zuschauen sollte es natürlich nicht bleiben. „Du bekommst jetzt eine richtige kleine Einweisung“, erklärt Hartlieb. „Schließlich wollen wir ja später noch eine kleine Ausfahrt machen.“

OZ-Bild

Der Zehnjährige ist nach seiner schweren Gehirntumor-OP zu Gast auf Rügen / Die Freiwillige Feuerwehr Binz hat sich ein Überraschungsprogramm ausgedacht

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Zunächst nehmen die Kinder im Einsatzleitwagen Platz, einem von fünf Fahrzeugen im Gerätehaus. „Hier drin wird der Einsatz koordiniert. Das ist sozusagen das fahrende Einsatz-Büro“, erklärt Hartlieb.

Richtig spannend wird es für die Kinder an der zweiten Station, einem großen Löschfahrzeug. Hinter den Rollfächern des Fahrzeugs verbergen sich nicht nur ein 2000 Liter fassender Wassertank, Schläuche, eine große Pumpe und verschiedene Spritzrohre – sogar eine Handwaschgelegenheit gibt es. „Hier ist ja noch Platz für acht Personen“, stellt Vincent fest, der in das Fahrzeug geklettert ist. „Und für jeden gibt es eine eigene Atemschutzausrüstung.“

„Wir haben zum Glück eine sehr moderne und gute Ausstattung“, sagt Hartlieb. „Im Schnitt werden wir aber auch alle drei Tage zu Einsätzen gerufen, in diesem Jahr bereits 96 Mal. Tendenz eher steigend, „es entstehen ja mehr und mehr Wohnungen in unserem Einsatzgebiet“. Mit 30 Aktiven ist die Feuerwehr auch eine der größten Wehren auf der Insel, dazu kommen noch eine Kinder- und eine Jugendfeuerwehr.

Großes Gelächter erklingt wenig später bei der Vorführung der Wärmebildkamera. „Vincent, leg mal deine Hand hier an die Mauer“, fordert Hartlieb den Jungen auf. Kurz nachdem der 10-Jährige die Hand wieder weg genommen hat, kann er den Handabdruck wie von Zauberhand auf dem Bildschirm der Wärmebildkamera sehen. „Toll!“ kichert Vincent. „Das ist ja meine Wärme, die man noch sieht.“ Genau, bestätigt Hartlieb. „Für uns ist das total wichtig, um zum Beispiel Verletzte in einem verrauchten Haus zu finden“, erklärt er. „Oder auch um zu sehen, wo genau sich ein Brand befindet.“

Einen weiteren Fan haben die Binzer Kameraden aber ganz sicher gewonnen. Zum Abschied gab es von den Feuerwehrmännern noch einen von der Firma hadiko gestalteten Kinder-Feuerwehrhelm mit „Vincent“-Schriftzug. Ich vermute mal, den wird er heute mit ins Bett nehmen“, lacht seine Mutter. Zunächst darf Vincent aber noch eine große Runde mit Feuerwehrmann Andreas durch Prora und Binz fahren. Als er zurück ist, steht für ihn fest:„Ich möchte auch Feuerwehrmann werden“, sagt er. „Und zwar Fahrer.“

Nur in wenigen Momenten an diesem fröhlichen Vormittag wird klar, dass eben noch nicht alles gut ist im Leben von Vincent. Nach einer Stunde wird er müde, möchte sich hinsetzen. Kein Wunder, die letzte große Operation des zehnjährigen Jungen ist noch keine zwei Monate her.

Umso mehr genießt er die Zeit mit der Familie auf Rügen. „Ich habe nur Angst, dass die Zeit so schnell vergeht“, sagt er. Nach der großen Unterstützung und dem herzlichen Willkommen steht aber eines für die Familie fest: „Wir kommen wieder.“

Anne Ziebarth

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