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Rügen Für den Naturschutz: Landkreis kauft Wald
Vorpommern Rügen Für den Naturschutz: Landkreis kauft Wald
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00:01 08.04.2016
200 Hektar Wald in Vorpommern-Rügen sollen sich selbst überlassen werden. Quelle: Robert Niemeyer

Der Landkreis Vorpommern-Rügen kauft Wald, um damit nichts anzustellen. Was erstmal irgendwie seltsam klingt, ist Teil des Naturschutzprojektes chance.natur.

200 Hektar Altholzin- seln sind geplant. Einen großen Teil, etwa 50 Hektar, stellt die Landes- forst zur Verfügung.“Dr. Nicole Wasmund, Projektleiterin

147 Hektar Waldflächen will der Landkreis in den kommenden Jahren erwerben, um diese sich selbst zu überlassen. Der Wald soll sich natürlich entwickeln, neue Biotope sollen entstehen. Die Kosten hierfür werden aus dem Gewinn des Bundeswettbewerbs idee.natur getragen, der mit Förderung verbunden ist. Auf 8,6 Millionen Euro beläuft sich hier das Gesamt-Budget. Mit einem Teil des Geldes wird der Waldkauf finanziert. 19 Hektar Mischwald hat der Kreis jetzt erworben — der erste Vertragsabschluss.

Die zu kaufenden Gebiete befinden sich in den Kernflächen der Nordvorpommerschen Waldlandschaft — das ist ein 507 Quadratkilometer großes Gebiet zwischen Stralsund und Ribnitz-Damgarten, Löbnitz und Bad Sülze (siehe Infografik).

2009 hatte sich der damalige Landkreis Nordvorpommern mit dem Projekt erfolgreich am Bundeswettbewerb idee.natur beteiligt, daraus wurde dann chance.natur. 2015 begann die Umsetzung der vielen Ideen, die in den vergangenen Jahren zusammengetragen wurden. Chance.natur verbindet Naturschutz und Regionalentwicklung.

Der Waldkauf gehört dazu. In den Kerngebieten der Nordvorpommerschen Waldlandschaft, das sind insgesamt etwa 80 Quadratkilometer, zu 65 Prozent Waldfläche, sollen so genannte Altholzinseln gebildet werden. Diese werden für die nächsten 99 Jahre aus der Nutzung genommen. Insgesamt, so chance.natur-Projektleiterin Dr. Nicole Wasmund, „sind rund 200 Hektar Altholzinseln geplant. Einen großen Teil, etwa 50 Hektar, stellt die Landesforst zur Verfügung.“ Bis 2025 ist vorgesehen, Wald zu kaufen oder den Eigentümern einen Ausgleich für das nicht mehr Nutzen zu zahlen. „Wir sind weiterhin an privaten Waldflächen interessiert“, betont die Projektleiterin.

Die Altholzinseln sind aber nur ein Schwerpunkt für chance.natur. Im Mittelpunkt steht der Schutz des Schreiadlers. Dafür sollen 160 Hektar Waldschutzflächen reserviert werden. In der Region gibt es zehn Schreiadlerpaare.

Ein anderer Schwerpunkt ist die Regionalentwicklung. Sie läuft bis Ende 2016, wer Förderung für sein Projekt erhofft, kann sich noch melden. In der Vergangenheit ist beispielsweise der Bau des Aussichtsturmes am Eixener See gefördert worden. Ein anderes aktuelles Beispiel ist die Förderung eines Hochbeetgartens im Gemeindezentrum Velgast. Außerdem wird derzeit an einem 30-minütigen Imagefilm gearbeitet. Er soll die Nordvorpommersche Waldlandschaft mit Natur, Bevölkerung, Tourismus und Kultur vorstellen. In den vergangenen Tagen waren zum Beispiel die Tierfilmer Jens Klingebiel und Robin Jähne unterwegs in der Waldlandschaft. Jens Klingebiel produziert unter anderem Imagefilme, Naturdokumentationen und Stock Videos. Zusammen mit Robin Jähne dreht er nun in dem Projektgebiet der Nordvorpommerschen Waldlandschaft. Robin Jähne hat 2013 zusammen mit einer Kollegin den preisgekrönten Film „Das Jahr des Rotmilans“ gedreht. Für den Imagefilm sind unter anderem Szenen von Kranichen am Nest, Moorfröschen und verschiedenen Adlern vorgesehen. Auch Luftbilder sollen in dem Imagefilm die Schönheit der Nordvorpommerschen Landschaften zeigen. Als Clip läuft der Film dann auch auf der Homepage von chance.natur und soll im Unterricht oder bei Info-Veranstaltungen gezeigt werden.

www.schreiadlerland.de

Laufzeit von 10 Jahren

2009 gehörte der damalige Landkreis Nordvorpommern mit seinem Projekt „Nordvorpommersche Waldlandschaft“ zu den fünf Siegern des Bundeswettbewerbes idee.natur. Seither wurde daraus dann chance.natur. Das Neue daran: Projekt verbindet den Naturschutz mit der Regionalentwicklung.

507 Quadratkilometer ist das Projektgebiet groß. In diesem Territorium haben insgesamt 18 Gemeinden ihren Sitz. In den Kerngebieten werden sogenannte Altholzinseln für die nächsten 99 Jahre aus der Nutzung genommen. 10 Jahre (bis 2025) beträgt die Laufzeit von chance.natur. Das Budget beträgt insgesamt 8,6 Millionen Euro.

Von Peter Schlag

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