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Rügen Geborgen unter Baumriesen
Vorpommern Rügen Geborgen unter Baumriesen
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00:00 29.08.2016

Der Wind rauscht in den Wipfeln der alten Bäume. Es ist ruhig hier in Patzig – obwohl rund 45 Kinder ihren Tag auf dem Außengelände der Kindertagesstätte „Kleine Wiesenhüpfer“ gestalten. Da stehen Tische und Bänke mit Mal- Utensilien, ganz verschieden zusammengestellte Anordnungen laden die Jungen und Mädchen ein, zu experimentieren. „Wenn die Kinder morgens hier ankommen, fallen sie aus dem stressigen Alltag. Hier dürfen sie zur Ruhe kommen“, erklärt Andrea Obalicha. Sie leitet die kleine Kindertagesstätte mit dem traumhaften Baumbestand und ist sich sicher, dass die alten Birken, Buchen und Ahornbäume viel zur entspannten Atmosphäre der Einrichtung beitragen. „Die Natur ist die beste Schule. Hier draußen können die Kinder auch einfach mal die Zeit vergessen, wenn sie zusammen im Spiel vertieft sind.“

Aber auch für die Erzieher selbst ist der tägliche Aufenthalt zwischen den Baumriesen durchaus heilsam. „Wir versuchen, uns jeden Tag kleine Inseln im Alltag zu schaffen und auch unmittelbar bei der Arbeit Energiequellen zu finden. Wenn man den ganzen Tag draußen ist, fühlt man sich viel ausgeglichener“, findet Andrea Obalicha.

Draußen ist der Lärmpegel nicht so hoch, die Kinder finden die unterschiedlichsten Möglichkeiten, sich zu beschäftigen. „Hier auf dem Gelände sind alle vier Elemente für die Kinder erfahrbar. Wir haben eine Feuerschale, Windspiele, eine Wassermuschel und eine Kräuterecke, in der wir Tee und Kräuter ziehen“, erläutert Obalicha die vielen Möglichkeiten für Beschäftigung an der frischen Luft.

Wer jetzt denkt, die kleinen „Wiesenhüpfer“ seien zu naturverliebt, um modern zu sein, staunt angesichts des Schließmechanismus’ an den Eingangstore. „Das zweite Tor lässt sich nur mit einem Chip öffnen. Jedes Elternteil hat einen. So ist gesichert, dass nur bekannte Personen Zutritt zum Gelände bekommen.“ Andrea Obalicha hat für diese Einrichtung schon viel Lob bekommen: „Die Eltern fühlen sich so sicherer. Und wir auch, schließlich haben wir eine große Verantwortung und wollen die Kinder jeden Tag wohlbehalten wieder abgeben.“

Zum Wohlfühlen in der Kita gehört auch viel Bewegung. „Wir turnen und klettern nach der Methode von Elfriede Hengstenberg. Ihr Konzept sieht keinen Druck vor, die Kinder können schauen, was sie schon können und was sie gerade herausfordert.“ Die Balancierleitern und -bretter passen auch an das Klettergerüst draußen. Statt Trillerpfeifen-Drill nutzen die Kinder die Bewegungselemente selbstständig.

„Sie entwickeln ein ganz anderes Körpergefühl, wenn sie ohne Hilfe klettern oder balancieren. Wir feuern nicht an, wir bewerten nicht. So können die Kinder in ihrem eigenen Tempo ausprobieren, was ihr Körper kann.“

Elfriede Hengstenberg (1892-1992), nach der das Konzept in Patzig ausgerichtet ist, entwickelte aus der Gymnastik heraus einen bewegungspädagogischen Ansatz, den sie in Berlin an einer Montessori-Schule lehrte. Eine Gleichgesinnte fand sie in der Kinderärztin Emmi Pikler, die ebenfalls großen Wert auf die Bewegung als Entwicklungshilfe für Kinder und Babys legte. Die Geräte, die Hengstenberg nutzte, finden noch heute großen Anklang, zum Beispiel eben auch in der Kindertagesstätte „Kleine Wiesenhüpfer“.

Diese Einrichtung ist seit 2007 eine Elterninitiative. Seither ist das Gebäude komplett saniert und liebevoll ausgestaltet worden. Aktuell sucht die Kindertagesstätte noch Verstärkung: Staatlich geprüfte Erzieher können sich auf der Internetseite der Einrichtung über Anforderungen informieren.

• www.kleine-

wiesenhuepfer.de

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