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Geflügelbauer erhöht Schlagzahl beim Schlachten

Mursewiek/Waase/Bergen Geflügelbauer erhöht Schlagzahl beim Schlachten

Holger Kliewe hat etwa 4000 Enten und Gänse eingestallt / Ein Fragezeichen steht hinter den geplanten Zuchtschauen

Mursewiek/Waase/Bergen. Hinter Holger Kliewe und seinen Mitarbeitern liegt ein Großeinsatz. „In aller Schnelle mussten wir überdachte Stallkapazität für unser Federvieh schaffen“, blickt der Geflügelbauer aus Mursewiek im Westen Rügens auf das vergangene Wochenende zurück und atmet durch: „Wir haben es unter dem großen Einsatz aller geschafft. Somit können unsere Tiere, wie gefordert, nicht mehr mit Wildvögeln in Kontakt kommen.“

Was der Großeinsatz in Zeiten der Vogelgrippe für Ausmaße hatte – das macht er an zwei Zahlen deutlich. Nunmehr haben etwa 500 Gänse und etwa 3500 Enten, die sonst unter freiem Himmel den Tag verbringen, ein Dach über dem Kopf. Sie leben nun teilweise dort, wo Kliewe sonst Technik oder anderes unterstellt. „Eine andere Wahl blieb uns nicht“, sagt Kliewe.

Gleichzeitig macht er aber auch deutlich, dass aktuell mehr Tiere als sonst geschlachtet werden. „Damit die anderen in den Ställen mehr Platz haben.“ Nach Angaben von Kliewe würden derzeit etwa 700 bis 800 Tiere pro Woche geschlachtet. „Diese Arbeitsspitze erreichen wir sonst in den Tagen vor Weihnachten“, macht Kliewe deutlich.

In diesem Zusammenhang sei er froh, dass sich am Wochenende schon viele dafür entschieden haben, sich ihren Braten fürs Fest jetzt schon zu sichern. „Wir hatten jedenfalls einen guten Zulauf in unserem Hofladen“, sagt Kliewe.

Er verhehlt allerdings auch nicht, dass der Ausbruch der Vogelgrippe für seinen Betrieb doch schon „einen Schlag ins Kontor bedeutet“. Denn es sei unbenommen, dass doch einige Zeitgenossen wegen der Vogelgrippe vor dem Kauf von Geflügel zurückschrecken. „Das ist so und damit muss man leben“, gibt sich Kliewe pragmatisch, der seinen Erlebnisbauernhof seit 25 Jahren bewirtschaftet.

Die Zeit des Jahreswechsels ist auch die der Geflügelschauen. Und im Angesicht der Vogelgrippe nimmt Lutz Peters kein Blatt vor den Mund: „Das ist für uns als Züchter eine Katastrophe. Das ganze Jahr haben wir uns aufwändig um unsere Tiere gekümmert und dann können wir sie nicht vorzeigen.“ Denn der 1. stellvertretende Vorsitzende des Rassegeflügelzuchtvereins Ummanz geht davon aus, dass wegen der Seuche alle Geflügelschauen abgesagt werden. „Schon die des Landes am Wochenende in Sparow hat ja nicht stattgefunden. Das ist kein gutes Omen“, sagt Peters.

Sein Verein will die Tiere Anfang Januar ausstellen – der aus Bergen in zwei Wochen. Gestern Abend sollte eine Entscheidung fallen, ob es die Schau geben wird.

Chris Herold

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