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Gekenterten Segler aus der Ostsee gerettet

Göhren/Lobbe Gekenterten Segler aus der Ostsee gerettet

Amtswehrführer fordert vom Kreis bessere Ausstattung der Kameraden für Einsätze auf dem Wasser

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An der Göhrener Seebrücke brachten Feuerwehrleute den havarierten Katamaran an den Strand.

Quelle: Otto Chimm

Göhren/Lobbe. Rettungskräfte von der Insel haben am Mittwochabend einen Urlauber aus Bayern vor dem Ertrinken gerettet. Der Mann war gegen 18.15 Uhr mit einem Strandkatamaran vor der Ostseeküste zwischen Lobbe und Göhren gesegelt und bei widrigen Witterungsverhältnissen gekentert. Gäste hatten das vom Strand aus beobachtet und einen Notruf abgesetzt. Dann verloren sie ihn im Dunst, der über der Ostsee hing, aus den Augen. Feuerwehrleute, die bereits eine Viertelstunde nach ihrer Alarmierung mit ihren Schlauchbooten auf die Ostsee hinausfuhren, fanden ihn schließlich im Wasser neben seinem Katamaran.

 

OZ-Bild

Was uns fehlt, sind Mehrzweckboote mit einer vernünftigen Ausrüstung.“Arne Fründt, Amtswehrführer

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Der Mann hatte das Doppelrumpfboot nach dem ersten Kentern wieder aufrichten können und wollte weiter in Richtung Göhren segeln. Doch die Ostsee erwies sich einmal mehr als tückisches Gewässer. „In der Bucht zwischen Lobbe und Göhren war die See ruhig. Weiter draußen gab es aber zwei Meter hohe Wellen“, erinnert sich Otto Chimm, Gruppenführer der Baaber Feuerwehr. Der Katamaran kenterte erneut.

Dabei verfing sich der Segler offenbar in den Leinen und kam aus eigener Kraft nicht wieder aus dem Wasser. Die Feuerwehrleute holten ihn eine halbe Stunde nach Beginn ihrer Suche in eines der Schlauchboote und brachten ihn in Lobbe an Land, wo er von der Besatzung des Rettungswagens und dem Notarzt in Empfang genommen und medizinisch versorgt wurde. Der Katamaran wurde von den Feuerwehrleuten aufgerichtet und mangels eines anderen Fahrzeugs mit einem der Schlauchboote bis an den Göhrener Nordstrand geschleppt.

Insgesamt 55 Kräfte waren an dem Einsatz, der vor Ort von Middelhagens Wehrführer David Masuch geleitet wurde, beteiligt. Anfangs seien von der Leitstelle zur Personensuche nur die Middelhagener Wehr sowie die Göhrener Kameraden, die ein Schlauchboot haben, angefordert worden, sagt Amtswehrführer Arne Fründt. Auch die Thiessower wurden schließlich alarmiert. „Als klar wurde, dass es sich nicht nur um eine Suche, sondern um eine Wasserrettung handelt, haben wir weitere Kräfte angefordert, auch zur Sicherheit der Kameraden, die schon vor Ort waren“, so Fründt. Im Einsatz waren unter anderem die Freiwillige Feuerwehr Baabe, der auf der nahegelegenen Greifswalder Oie stationierte Seenotrettungskreuzer „Eugen“ und die Wasserschutzpolizei, die mit einem Auto vor Ort war.

Alles ist gut gegangen, der Segler wurde gerettet, die Helfer blieben unversehrt. Arne Fründt ist dennoch unzufrieden: Die Wehren an der Bäderküste, einer der touristisch wichtigsten und am stärksten frequentierten Regionen des Landes, sind für die Wasserrettung mehr als ungenügend ausgestattet. „Havarierte Boote abzuschleppen wie in diesem Fall ist gar nicht Aufgabe einer Feuerwehr“, sagt er.

Bei Einsätzen wie dem am Mittwochabend riskierten die Kameraden in den Schlauchbooten, in denen es kaum Technik, geschweige denn Navigationshilfen gebe, ihr Leben. Und zwar nicht nur einmal: „Hier gibt es inselweit die meisten Wassergefahrenunfälle.“

„Wir fordern vom Landkreis seit Jahren eine stärkere Unterstützung, um die Ausstattung auf dem Gebiet der Wasserrettung zu verbessern“, sagt Fründt. Otto Chimm von der Baaber Feuerwehr pflichtet ihm bei und erinnert an Einsätze wie die bei der Ölbeseitigung im Seedorfer Hafen oder der leckgeschlagenen „Lamara“ am Baaber Bollwerk. „Mit den Schlauchbooten, die einige Wehren im Amtsbereich haben, können sie nicht einmal einen Stromerzeuger für eine Pumpe oder eine Tragkraftspritze mitnehmen.“ Arne Fründt nickt: „Was uns fehlt, sind Mehrzweckboote mit einer vernünftigen Ausrüstung.“ Dass die jetzige Ausstattung nicht ausreicht, habe der Kreis nach der Auswertung eines Vor-Ort-Termins auch festgestellt. „Jetzt muss man im Landratsamt endlich mal aufwachen! Hier geht es um die Rettung von Menschenleben und um den Schutz und die Sicherheit unserer Kameraden.“ Mehrere Bürgermeister des Amtsbereiches und auch die Verwaltung haben deshalb angekündigt, wegen einer besseren Ausstattung für die Wasserrettung mehr Druck gegenüber dem Kreis zu machen.

Maik Trettin

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