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Gemeindefusion: Mehr Wähler erhofft

Middelhagen/Gager/Thiessow Gemeindefusion: Mehr Wähler erhofft

Nach dem Bürgerentscheid in Gager, Thiessow und Middelhagen steht nun der Änderungsvertrag zur Abstimmung.

Middelhagen/Gager/Thiessow. Die Entscheidung ist gefallen, die Fusion von Middelhagen, Gager und Thiessow zum 1. Januar 2018 zur „Gemeinde Mönchgut“ kommt. Bei dem Bürgerentscheid am Sonntag hatte sich in allen drei Gemeinden dafür eine Mehrheit ausgesprochen (Die OZ berichtete).

OZ-Bild

Nach dem Bürgerentscheid in Gager, Thiessow und Middelhagen steht nun der Änderungsvertrag zur Abstimmung.

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„Dass das Ergebnis so eindeutig ist, hätte ich nicht gedacht.“ David Masuch, stellvertretender Bürgermeister von Middelhagen, ist „sehr froh, dass es geklappt hat“. Aber: „Ich bin doch sehr enttäuscht über die geringe Wahlbeteiligung von unter 50 Prozent. Ich hatte mit 70 Prozent gerechnet“, so Masuch, der als Wahlleiter fungierte. Es habe sich schnell abgezeichnet, dass die Wahlbeteiligung nicht groß werde. Sie war in Middelhagen mit 48,65 Prozent am geringsten. „Ich kann mir nicht erklären, woran es lag. Vielleicht dachten einige, die Fusion kommt so oder so“, so Masuch. Gerade in Middelhagen hatte es im Vorfeld mehrere Informationsrunden gegeben, zuletzt eine am 27. April. Zudem wurde allen Bürgern ein Aufklärungsbogen zugesandt. Aus der Gemeinde kam auch der Anstoß für einen Bürgerentscheid, damit nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden werde (die OZ berichtete). In Thiessow war die Wahlbeteiligung mit rund 64 Prozent am größten. In Gager lag sie bei 57,36 Prozent.

Auch für Margot Mandelkow aus Klein Zicker (Gemeinde Thiessow) hätte die Abstimmungsbeteiligung viel größer sein müssen. „So kann man die Meinung der anderen leider nicht wissen. Wenn man die Chance hat, sollte man sie auch nutzen“, meint die 82-Jährige, die über das „Ja“ zur Fusion froh ist. „Ich denke, dass eine Großgemeinde bessere Möglichkeiten hat als ein kleine. Ich hoffe, dass es zum Vorteil ist“, so Mandelkow, die durchaus auch Bedenken anmeldet. „Durch eine Zentralisierung kann es Probleme geben, weil sich der eine oder andere Ort abgehängt fühlen könnte. Ob diese in jedem Fall und Bereich von Vorteil ist, wird sich zeigen“, führt sie als Beispiel den Winterdienst an. „Wenn es nur noch einen zentralen Bauhof geben wird, wer kommt dann zuerst dran?“

„Ich bin sehr froh, dass wir in der Arbeitsgruppe die Entscheidung getroffen haben für einen Bürgerentscheid. Nun haben wir erst einmal ein eindeutiges Votum“, sagt Detlef Besch, stellvertretender Bürgermeister von Gager und – wie alle drei Bürgermeister und ihre Vize Mitglied in der extra gebildeten Arbeitsgruppe „Fusion“, die den gesamten Prozess vorantreibt und den Gebietsänderungsvertrag erarbeitet hat. „Es war sehr viel Arbeit in den letzten Monaten und nicht immer einfach. Nun folgen gleich die nächsten Schritte, denn die Gemeindegründung zum 1. Januar ist ein sportliches Ziel“, weiß Besch.

Noch in diesem Monat werde es eine gemeinsame Sitzung der drei Gemeindevertretungen geben, in der – jeder Rat aber für sich – über den Gebietsänderungsvertrag abstimmen wird, kündigt David Masuch an.

Am 26. November soll dann die Gemeindevertretung und ein Bürgermeister gewählt werden. Dem Gremium werden künftig zehn Mitglieder angehören, in der ersten Wahlperiode sogar zwölf. „Weil wir auch ein bis zwei neue Ausschüsse, wie den Tourismusausschuss haben werden, um Entscheidungen auf breite Füße zu stellen“, so Masuch. Die Zusammensetzung des neuen Gemeinderats ist völlig offen und von den einzelnen Orten unabhängig. Geplant ist, dass es in den beiden Gemeinden, die nicht den Bürgermeister stellen, einmal sogenannte Ortsvorsteher geben wird als direkte Ansprechpartner für die Bürger. Diese müssen nicht zwingend Gemeindevertreter sein.

„Alles wird sozusagen neu gewürfelt. Ich erwarte einen richtigen Wahlkampf“, denkt Detlef Besch, der die Fusion als große Chance sieht. „Auch wenn das nicht unmittelbar gleich positiv zu Buche schlagen wird.“

In der neuen Gemeinde, die die Kosten für die Adressänderung der amtlichen Dokumente übernimmt, sollen in den nächsten fünf Jahren die Hebesätze (Steuern) angepasst werden. Die Standorte der Kurverwaltungen bleiben erhalten, aber es wird eine Haupt- und zwei Informationsstellen geben.

Der finanzielle Spielraum der „Gemeinde Mönchgut“, die 1345 Einwohner haben wird, werde sich nicht vergrößern, aber die vorhandenen Mittel sollen effizienter gebündelt werden. David Masuch weiß schon jetzt: „Der neue Bürgermeister hat einen spannenden Posten.“ Noch gebe es keinen Anwärter – jedenfalls nicht offiziell.

Gerit Herold

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