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Rügen Gibt’s nächstes Jahr einen Ironman?
Vorpommern Rügen Gibt’s nächstes Jahr einen Ironman?
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00:00 12.10.2018
Binz

Der nunmehr sechste Strandräuber Ironman 70.3 Rügen soll im September nächsten Jahres stattfinden. Doch bislang ist das noch Wunschdenken: Der Vertrag mit der Ironman Germany GmbH ist noch nicht verlängert worden, die Kosten und die Finanzierung der Triathlon-Veranstaltung sind noch offen und die Streckenverläufe für die 90 Kilometer lange Radroute ist unklar. Darüber informierte der Binzer Kurdirektor Kai Gardeja die Mitglieder des Betriebsausschusses Kurverwaltung auf ihrer jüngsten Sitzung.

Vertrag noch nicht verlängert / Finanzierung offen wegen neuer Strecken

Der Kur-Chef kündigte an, dass der Triathlon künftig nicht mehr aus den Kurtaxeinnahmen finanziert werden könne, sprich aus dem Etat des kommunalen Eigenbetriebes Kurverwaltung. „Das geht nicht bei Sportveranstaltungen, die für Gäste nicht zugänglich und sogar mit Einschränkungen durch Absperrungen verbunden sind“, begründete Kai Gardeja. „Wir sind kein Veranstalter und haben auch keine Einnahmen.“ Der Ironman sei nicht kurabgabefähig und könne nicht vom Gast finanziert werden. 70000 Euro könnten eventuell über die Fremdenverkehrsabgabe abgebildet werden als Werbeausgaben. Als Finanzier rücke nun die Gemeinde, die gesamte Insel und Sponsoren in den Fokus, so der Tenor im Ausschuss.

Der tatsächliche Kostenfaktor für das Sportevent sei derzeit aber noch unklar, so der Kurdirektor. Die bisher veranschlagten 150000 Euro würden nicht ausreichen. Knackpunkt: Die Straßenbehörde habe angekündigt, dass die Radstrecke nicht wie bisher von Binz über Putbus und Zirkow verlaufen könne. Für die dafür notwendigen Sperrungen gäbe es keine Genehmigungschance mehr. Statt zwei Runden soll es künftig nur eine geben und zwar Richtung Königsstuhl. „Das bedeutet, es bleibt nicht bei den 150000 Euro wie geplant, weil deutlich mehr Streckenposten und Verpflegungsstationen nötig sind“, so Gardeja. Die Kosten können deshalb noch gar nicht festgesetzt werden.

Bisher fuhren die Athleten mit dem Rad von Binz über Bergen und Putbus zwei Runden (a 45 Kilometer). Entlang der Radstrecke gab es Sperrungen und Umleitungen. Der Verkehr für den Bereich Mönchgut wurde über die alte Bäderstraße und für die Strecke Bergen-Putbus über die K15/Ketelshagen umgeleitet, in Binz war von morgens bis abends keine Ortsdurchfahrt möglich, der Busverkehr auf der Insel war eingeschränkt.

Die Straßenverkehrsbehörde sei bestrebt, gemeinsam die beste Lösung zu finden, die die Insel verkehrstechnisch nicht so belaste, erklärte Landkreis-Sprecher Olaf Manzke. Die Radstrecke in den letzten fünf Jahren sei eigentlich eine Alternative zur ursprünglich geplanten gewesen. Anfangs war eine Route über Sassnitz und zum Königsstuhl vorgesehen. problematisch für die Radfahrer war dabei aber das Kopfsteinpflaster in der Stubbenkammerstraße am Ortsausgang der Hafenstadt, weshalb die Idee zerschlagen wurde. Nun werde das Hindernis mit der Asphaltierung der Trasse entschärft, so Manzke. Dem Veranstalter sei dies bereits mitgeteilt worden. „Wir haben jetzt noch ein Jahr Zeit, die beste Strecke für eine gute Veranstaltung zu finden. Am Landkreis und der Straßenverkehrsbehörde wird der Ironman nicht scheitern“, verspricht Manzke.

Bei der fünften Auflage des Ironman auf der Insel am 9. September hatten sich 1500 Profi- und Freizeitsportler aus 41 Nationen als Einzelstarter oder in der Staffel über 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen der Konkurrenz gestellt. Eisenmann Florian Angert gewann den Kraftakt vor Weltmeister Patrick Lange. Der Rügener Triathlon zählt zu den attraktivsten bei den Eisenmännern und -frauen – und das gegen so namhafte Konkurrenz wie Hawaii oder Nizza. Der internationale Werbefaktor für Binz und die Insel Rügen ist groß. In diesem Jahr läuft der Vertrag mit der Ironman Germany GmbH aus. Ende letzten Jahres hatte der Binzer Gemeinderat per Beschluss die Verwaltung beauftragt, Verhandlungen zur Weiterführung des Events zu führen. Als Insel-Event solle der Ironman aber von der ganzen Insel mitfinanziert oder Sponsoren gefunden werden. Auch soll diskutiert werden, ob es bei der Vertragsdauer von fünf Jahren bleibt oder diese auf zwei oder drei Jahre verkürzt werde. Schon im März sollte ein Gemeinderatsbeschluss zum Vertrag gefällt werden (die OZ berichtete).

Ironman hatte Anfang September auf seiner Homepage den Termin 8. September 2019 für den Triathlon auf Rügen bereits angekündigt. Dieser ist inzwischen von der Internetseite wieder verschwunden. Die Anmeldung für den Strandräuber Ironman 70.3 Rügen 2019 eröffne in Kürze, wird nun ohne Datum informiert.

So lange der Vertrag nicht verlängert ist, könne man auch keine Anmeldungen von den Athleten entgegennehmen, heißt es von Ironman Germany knapp auf OZ-Nachfrage. Zur Thematik neue Strecken könne keine Auskunft gegeben werden, da der Renndirektor gerade im Urlaub sei.

Pilotprojekt

Der Ironman auf Rügen soll Bestandteil eines Pilotprojektes zur Förderung des Triathlon- Nachwuchses werden. Das in dieser Form einmalige Projekt wird von der Deutschen Sporthilfe, der Deutschen Triathlon Union und Ironman Germany gestartet.

Ziel ist die Spendengenerierung für Triathlon-Förderprojekte, die die Sporthilfe in Abstimmung mit der DTU plant und umsetzt, um aufstrebende Talente zu unterstützen.

Beim Ironman Rügen soll es dafür wie bei den Rennen in Frankfurt/Main, Hamburg und im Kraichgau Benefiz-Aktionen und PR-Maßnahmen geben.

Gerit Herold

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