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Rügen Baustelle: Jetzt wird nach Lösungen gesucht
Vorpommern Rügen Baustelle: Jetzt wird nach Lösungen gesucht
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06:00 24.11.2018
Die Bürgermeister Holger Kliewe (v. l., Ummanz), Kirsten Wiktor (Trent) und Karsten Lange (Gingst) haben sich einen Überblick auf der Baustelle verschafft. Quelle: Mathias Otto
Gingst

Die Krisensitzung an der Baustelle bei Gingst hat sich gelohnt. Gestern Vormittag trafen sich Bürgermeister und Mitarbeiter vom Amt West Rügen, um sich einerseits einen Blick zu verschaffen und nach Lösungen zu suchen. Ein großes Ziel ist erreicht worden: Anlieger mit Fahrzeugen, die weniger als 3,5 Tonnen wiegen, dürfen ab sofort den abgesperrten Bereich passieren – auch ohne Passierschein. Vorausgesetzt, der Busverkehr wird dadurch nicht beeinträchtigt. „Die Arbeiten an dieser Straße konnten wir nicht verhindern. Wir haben deshalb versucht, das Bestmögliche aus dieser Situation vor allem für die Einwohner und Pendler herauszuholen“, sagt der Ummanzer Bürgermeister Holger Kliewe (CDU).

Seit Montag lässt das Straßenbauamt den komplett abgesackten Fahrbahnabschnitt kurz vor Gingst aus Richtung Kluis komplett neu aufbauen. Autofahrer, die diesen Straßenabschnitt im Westen der Insel für gewöhnlich nutzen, müssen seitdem gewaltige Umwege in Kauf nehmen (die OZ berichtete).

„Hierbei handelt es sich um ein unvorhersehbares Ereignis. Es ist deshalb nachvollziehbar, dass hier gebaut werden muss“, sagt Kliewe. Verständlich sei ebenfalls, dass eine mögliche Umleitungsstrecke an Teschvitz vorbei auszuschließen ist. „Bei der Baustellenstraße handelt es sich um eine Landesstraße. Also muss die Umleitung einen Landesstraßen-Verkehr aufnehmen können. Dies ist hier nicht möglich“, sagt er. Nur die lange Umleitung, die etwa Einwohner jeden Tag in Kauf nehmen müssen, damit ist er nicht einverstanden. Er gibt ein Beispiel: „Für vier Fahrten, die etwa eine Mutter mit ihrem Kind von Kluis nach Gingst zur Kita unterwegs ist, bedeutet für sie 100 Kilometer zusätzlich – pro Tag. Wer bezahlt diese Mehrbelastung?“

Deshalb soll es zumindest für Anlieger eine Entlastung über die Straße, die an Teschvitz vorbei geht, geben. Allerdings ist die Fahrbahn zu schmal. Bei Gegenverkehr müssen die Fahrer eine der wenigen Einbuchtungen nutzen und dort warten, bis der Gegenverkehr vorbeigefahren ist. „Das wird nicht leicht. 60 Busse und Zubringertaxen nutzen täglich diese Straße“, sagt die Trenter Bürgermeisterin Kirsten Wiktor (parteilos). Ein Konsens wurde darin gefunden, dass die Baustellenhelfer Autofahrer erst dann vorbei lassen, wenn die Busse diesen Bereich passiert haben.

Bis Kurz vor dem Weihnachtsfest soll an der Baustelle gearbeitet werden. „Vielleicht ist es möglich, dass beispielsweise in zwei Schichten oder an den Wochenenden gearbeitet wird. Somit gehen wir auf Nummer sicher, dass die Straße ab dem 19. Dezember wieder befahrbar ist“, sagt Holger Kliewe. Verantwortliche der Baufirma haben den Bürgermeister erklärt, dass sie derzeit sehr vorsichtig arbeiten müssen, um nicht die Versorgungsmedien wie Gas, Elektro oder Breitband zu zerstören. Danach soll es mit Hochdruck weitergehen. Weiterer Knackpunkt seien fehlende Hinweise auf Straßenschildern. Leute, die etwa nach Schaprode fahren möchten, bleiben in Gingst stecken und müssen dort wieder umkehren. Die Bürgermeister haben das Straßenbauamt mit der Bitte informiert, die fehlenden Schilder mit den Baustellenhinweisen zu aktualisieren.

Die Nachricht von der Baustellenentlastung sorgt auch für tiefes Durchatmen auf Hiddensee. „Denn in den vergangenen Tagen war die bisherige praktische Über-Nacht-Lösung für wichtige Rezepte – heute bestellt und morgen geliefert – für uns nicht mehr gewährleistet“, sagt Thomas Gens. Denn, so der Bürgermeister weiter, sei selbst dem für die Insel so wichtigen Rezeptdienst für Arzneimittel eine Sondergenehmigung und somit die Durchfahrt untersagt worden. „Das war für uns alles andere als akzeptabel. Deshalb habe ich diesbezüglich in der Amtsverwaltung interveniert“, sagt Gens

Überhaupt habe er die Sperrung der Gemeindestraße Teschvitz/Grosow für nicht rechtskonform gehalten. Nach dem Paragrafen 43 des Straßen- und Wegegesetzes sei eine Umleitung bei vorübergehenden Verkehrsbeschränkungen zu dulden. „Auch das Argument der Gemeinde als Straßenbaulastträger, dass die Nutzung der Trasse als Umleitung zu Schäden führen kann, die die Kommune mit eigenem Geld beheben muss, kann ich nicht nachvollziehen“, macht Gens deutlich. Er stützt sich dabei ebenfalls auf den genannten Paragrafen. Demnach hätten sich alle beteiligten Straßenbaulastträger miteinander darauf zu verständigen, wie eine Umleitungsstrecke für die Aufnahme zusätzlichen Verkehrs verkehrssicher zu machen sei. „Die Kosten dafür sind dem Eigentümer der Umleitungsstrecke, also der Gemeinde Gingst, zu erstatten“, sagt Gens und ergänzt: „Das gilt auch für die Kosten, die die Kommune hat, um wesentliche Schäden zu beseitigen, die durch die Umleitung entstanden sind.“

Mathias Otto und Chris-Marco Herold

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