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Rügen Göhrener Dohlen im Ausweichquartier
Vorpommern Rügen Göhrener Dohlen im Ausweichquartier
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11:50 22.04.2017
Die Dohlen an Göhrener Kirchturm mussten umziehen. Quelle: Steffi Besch
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Göhren

Rund um das rote Backsteingebäude der Göhrener Kirche herrscht ein reges Treiben – die Natur erwacht. Die Dohlen, schwarzgraue Rabenvögel, sammeln emsig Nistmaterial rund um die Kirche am sogenannten Speckbusch. In der Vergangenheit sind sie mit kleinen Ästen und Moos im Schnabel durch die Schall-Luken des Glockenturms, um hier ihre Nester für den Nachwuchs vorzubereiten. Doch in diesem Jahr müssen sich die intelligenten Vögel mit der vom Biosphärenreservat Südost-Rügen und der Kirchengemeinde Mönchgut erdachten Alternative abfinden. In acht Nistkästen, die auf einem von der Firma Eon gesponsorten Mast nur wenige Meter weiter befestigt sind, sollen die unter Schutz stehenden Vögel künftig ihre Brut großziehen. Doch so recht wollten sich die erfinderischen Tiere nicht mit der Lösung anfreunden: Zunächst zerpflückten sie anfangs den Draht, mit dem die Luken von Menschenhand dichtgemacht wurden. Mittlerweile scheinen die Kästen aber an Attraktivität für die Dohlen gewonnen zu haben.

Derzeit wird der Turm der Göhrener Kirche saniert. Die geschützten Vögel nisten nun in Kästen.

Baumaßnahmen an der Kirche waern überfällig

Ausziehen mussten die Vögel aufgrund einer längst überfälligen Baumaßnahme am Göhrener Gotteshaus. „Hier handelt es sich um eines der langfristigen Projekte. Am Kirchturm sind die Fugen sehr ausgewaschen, vor allem auf der Südseite“, erklärt Olav Metz. Der zuständige Pastor für die Kirchengemeinde von Klein Zicker bis Sellin kommt gerade von einem Treffen mit dem Architektenbüro Eriksson aus Stralsund, dem kirchlichen Baubeauftragten Wilfried Schleinitz und den Baufirmen. Vor vier Wochen wurde die gigantische Rüstung für eine vergleichsweise kleine Baumaßnahme aufgebaut, damit Maurer, Dachdecker und Klempner an die Arbeit gehen konnten.

In zwei Wochen sollen die Reparaturen abgeschlossen sein

Neben der neuen Verfugung soll auch die Dachentwässerung erneuert und in einem zweiten Bauabschnitt die Kehlung zwischen Kirchenschiff und Turm repariert werden. „Nach gegenwärtigem Stand belaufen sich die Kosten für die Baumaßnahme insgesamt auf rund 45 000 Euro. 13 500 Euro erhalten wir im Rahmen des Denkmalschutz-Sonderprogramms VI vom Bund. Auf Landesmittel hatten wir gehofft, sie aber nicht bekommen“, so Metz. „Daher muss den Rest die Kirchengemeinde selbst aufbringen. Und da die Fördermittel des Bundes bis September dieses Jahres verbaut sein müssen, haben wir jetzt losgelegt.“ In zwei Wochen sollen die Reparaturen am Turm abgeschlossen sein und das Gerüst zurückgebaut werden, damit die Dohlen wieder einziehen und vielleicht sogar auch noch brüten können und die hübschen Türme der 1930 geweihten Kirche erhaben wieder gut von den Nachbarorten auf der Halbinsel Mönchgut zu sehen sind.

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