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Goldener Hahn glänzt nun auf Zirkower Kirchturmspitze

Zirkow Goldener Hahn glänzt nun auf Zirkower Kirchturmspitze

Die veredelte Turmbekrönung wieder am Gotteshaus angebracht, die Kugel mit Zeitdokumenten befüllt.

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Dachdeckermeister Harry Menhofs zeigt den vergoldeten Hahn (plus Kugel) für die Kirche von Zirkow

Quelle: Herold Gerit

Zirkow. Es ist vollbracht: Hoch oben auf der Spitze des Turmdaches der St.-Johannes-Kirche Zirkow glänzt es nun golden. Als krönender Abschluss des Gotteshauses ist der neu vergoldete Turmhahn weithin sichtbar. Vor knapp zwei Wochen wurde die sogenannte Turmbekrönung mit Hahn und Kugel darunter aufgesetzt. Dass diese jetzt vergoldet werden konnten, war vor allem Dank einer Spende von Familie Mittelbach aus Nistelitz möglich geworden. Im Zuge der Bauarbeiten an der im 15. Jahrhundert errichteten Backsteinkirche im Herbst letzten Jahres war auch der Turmhahn in den Fokus gerückt. Weil das Baugerüst schon mal stand, um das Dachtragwerk im Turm zu stabilisieren und den Turm einzudecken, erklärt Pastorin Christel Handt. Die Dachdeckerfirma Menofs erhielt schließlich den Auftrag zur Vergoldung der Turmbekrönung, die rund 150 Jahre alt ist. Hahn und Kugel waren bislang aus Kupfer. Nun wurden sie mit Blattgold umhüllt.

Kugel der Turmbekrönung beinhaltet zeitgenössische Dokumente

Die Kugel wurde anschließend traditionell befüllt mit Dokumenten für die Nachwelt. Neben der aufgeschriebenen Geschichte des Ortes sind alle Dörfer, die zu Zirkow gehören, aufgelistet und Münzen (Mark der DDR und D-Mark) ausgewählt worden. Die Kugel war aber nicht all die Jahre leer. Im Jahre 2004 war die Turmbekrönung bei einem Sturm heruntergefallen. Die Kugel hatte damals viele kleine Löcher. „Laut Erzählungen alter Leute haben russische Soldaten am Ende des Krieges die Kirchturmkugel als Zielscheibe benutzt. Deshalb waren nur Glasscherben darin und keine Dokumente. Vermutlich waren Dokumente in einem Glasgefäß gewesen, das mit den Schüssen zerstört worden ist“, meint Christel Handt. Der gelernte Zirkower Schmied Eberhard Dittberner hatte die Kugel dann repariert. In diese wurde dann ein Brief getan, der bei einem Gemeindenachmittag verfasst und von den Anwesenden unterschrieben wurde. Hinzugefügt wurde eine Liste mit den Kirchengemeindemitgliedern, eine OSTSEE-ZEITUNG und eine Kirchenzeitung. „Alles ist jetzt in einer zugeschweißten Metallhülse auch wieder hineingekommen“, so Christel Handt. „Wahrscheinlich wird die Kugel zu unseren Lebzeiten nicht mehr geöffnet. Unsere Nachfahren werden später gut informiert sein über die heutige Zeit.“ Damit auch diese Erinnerungsstücke und Dokumente wieder in die Kugel eingebracht werden konnten, hatte die Firma Menofs eine zweite Metallhülse angefertigt. 2004 hatte die Firma TSP-Spezialbau aus Drechow bei Tribsees den Turmhahn repariert, für Wind wieder beweglich gemacht und aufgesetzt. Damals allerdings ganz ohne Gerüst in schwindelerregender Höhe, denn es waren Industrie- und Gewerbekletterer im Einsatz.

Neueindeckung des Chores folgt in den kommenden Jahren

Die Bauarbeiten an der Kirche von Zirkow sind nun vorerst abgeschlossen. Das Tragwerk des Kirchturms ist stabilisiert und das Turmdach mit Schindeln aus Lärchenholz neu eingedeckt worden. Die Sanierung des Gewölbes und des Dachtragwerks stehen noch aus und ebenso die Neueindeckung des Chores und die Feuchtesanierung. Diese Arbeiten sollen in den nächsten Jahren noch folgen.Und was bedeutet eigentlich der Hahn auf der Kirchturmspitze? Der Evangelist Matthäus berichtet, dass Petrus dreimal behauptet, Jesus nicht zu kennen. Als dann der Hahn kräht, wird es Petrus bewusst und er weint bitterlich. „Der Hahn auf Kirchtürmen ist deshalb zum Symbol der Mahnung geworden, zu Jesus Christus zu stehen und in seinem Namen Menschen im Leiden zu begleiten. Und der Hahn kräht, wenn die Sonne aufgeht. Er kündet somit vom Licht in Christus und von der Auferstehung und vom Neubeginn am Ostermorgen“, erklärt Pastorin Handt.

Herold Gerit

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