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Rügen Griechen studieren unseren Müll
Vorpommern Rügen Griechen studieren unseren Müll
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00:01 23.06.2016

Die Griechen haben ein Auge auf unseren Müll geworfen – oder vielmehr darauf, wie wir ihn loswerden. Eine Delegation aus Regierungsvertretern, Bürgermeistern und Wissenschaftlern aus dem Mittelmeer-Staat schaute sich gestern und heute etliche Abfallanlagen im Landkreis Vorpommern-Rügen an. Sie erhoffen sich davon Ideen und Lösungen, wie sie die gewaltigen Probleme bei der Müllentsorgung in ihrem Heimatland beseitigt werden können. Die Griechen besuchten zum Beispiel die Müllumschlagsstation in Samtens auf Rügen, das Kompostwerk in Reinberg und den Betriebshof in der Stralsund. Zustande gekommen ist die Reise über den früheren Vize-Landrat Lothar Großklaus, der Koordinator bei der Deutsch-Griechischen Versammlung ist. Dort herrscht gestern am Eingang zur Annahmehalle große Aufregung, Handys werden gezückt, Fotos gemacht, eine Dolmetscherin versucht, alle Fragen gleichzeitig zu beantworten. Anlass für den Trubel ist ein Bagger, der Berge von Müll zu noch größeren Bergen zusammenschiebt. „Das hier ist Restabfall ohne Bio. Alles klar, ja? Haben das alle verstanden?“, ruft KurtJürgen Hille in die Runde. Der Berater für die Abfallwirtschaft ist in diesen Tagen so etwas wie der Reiseleiter. Er führt die Delegation von einer Station zur nächsten. Der Restabfall, von dem Hille spricht, wird eine Halle weiter ausgesiebt und zu sogenanntem Ersatzbrennstoff weiterverarbeitet. Damit werden Kraftwerke in Rostock und Stavenhagen angetrieben. Genau dieser Verwertung von Müll ist es, die die Griechen interessiert, denn dabei haben sie die größten Defizite. Vassilios Liogkas, Berater des griechischen Umweltministers, erklärt, dass 80 Prozent des griechischen Mülls in Deponien versenkt und nur 20 Prozent weiter genutzt werden. „Das ist nicht effektiv und konträr zu den Verordnungen der Europäischen Union“, sagt Liogkas. Das Fachwissen aus dem Landkreis Vorpommern-Rügen sei für sein Land sehr hilfreich, um die eigene Abfallentsorgung auf den neuesten Stand zu bringen. Es sei gut möglich, dass die Technik aus der Region bald auch in Griechenland eingesetzt wird, sagt Professor Dimitrios Lekkas von der Ägäis-Universität auf der Insel Lesbos. Das Profil Vorpommerns sei vergleichbar mit seiner Heimat. „Wir benötigen dezentrale, günstige Lösungen, statt Riesenanlagen wie zum Beispiel in Großstädten wie München“, sagt Lekkas. Doch es kommt nicht nur auf technische Einzelheiten an.Betriebsleiterin, Betriebsleiterin der Stralsunder Entsorgungs GmbH, betont im Gespräch mit den Griechen auch eine ganz andere Qualität – die Menschen müssen einbezogen werden.

Alexander Müller

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