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Rügen Größter Arbeitgeber im Insel-Süden
Vorpommern Rügen Größter Arbeitgeber im Insel-Süden
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00:00 23.06.2018
Marcel Karge (vorn) und Benjamin Richter gehören dem Küchenteam an, in dem jeder seinen Stärken eingesetzt und gefördert wird. FOTOS (3): WENKE BÜSSOW-KRÄMER
Kransdorf

Seit 1990 stärkt der Insel e. V. Mitmenschen mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. Durch ihre Tätigkeit erfahren die Betreuten das Gefühl, gebraucht zu werden. „Jeder hat seine Stärken und Schwächen“, sagt Frank Koch, der in der Küche 18 Betreute anleitet. „Die Stärken fördern und auf Schwächen eingehen ist unsere Aufgabe“, macht der 38-Jährige deutlich. Gerade die Vielfältigkeit der Beschäftigungsangebote macht es möglich, dass jeder seinen Platz in der Gesellschaft findet.

Die Arbeit in der Landwirtschaft ist einzigartig. Cathleen Neumayer-Diedrich Geschäftsführerin
Diese Entwicklung hätten wir uns nie träumen lassen. Detlef Schöttke Anleiter Gärtnerei

Beim größten Arbeitgeber im Süden der Insel werden 120 Menschen bei ihrer Arbeit in der Bäckerei, Gärtnerei, Hofmeisterei, Holzwerkstatt, Küche, Landwirtschaft, Reiterhof, Töpferei und im Werkstattladen von 72 Mitarbeitern begleitet. „Gerade die Arbeit in der Landwirtschaft mit Kühen, Schweinen, Hühnern oder auf dem Pferdehof ist einzigartig“, erklärt Geschäftsführerin Cathleen Neumayer-Diedrich den Unterschied zu anderen Behinderteneinrichtungen.

Eier der glücklichen Bewohner des Hühner-Mobils oder die alten Tomatensorten – die Bio-Produkte des Vereins haben sich in der Umgebung längst einen Namen gemacht und sind auf dem Markt, in den Hotels der Insel begehrt. Der Bio-Bauernhof auf den nicht umzäunten 100 Hektar hinterlässt einen Geschmack von Freiheit und Natur.

Von der gesamten Insel, aber auch aus Stralsund und der Umgebung kommen die Frauen und Männern, die in Kransdorf, Glutzow oder Gustow arbeiten. „Wenn die Betreuten morgens abgeholt und wieder nach Hause gebracht wurden, haben die Kollegen 800 Kilometer zurückgelegt“, sagt Cathleen Neumayer-Diedrich. Die 32-Jährige ist seit Beginn dieses Jahres die Geschäftsführerin.

100 Menschen nutzen die betreuten Wohnangebote in Altefähr, Poseritz oder Kransdorf. Für sie alle beginnt der Arbeitstag mit einem gemeinsamen Morgenkreis, in dem die Aufgaben besprochen werden.

„Unser größtes Ziel ist, dass hier jeder mit guter Laune herkommt und nachmittags auch wieder geht“, sagt Frank Koch. Dazu zählen auch die gemeinsamen Aktivitäten nach der eigentlichen Arbeit. Zu den verschiedenen freiwilligen Musik- und Sportangeboten finden die Betreuten sich dann zusammen.

Das neueste Projekt ist bereits in Planung. „Ein neues Wohnheim soll in Kransdorf entstehen“, verrät Cathleen Neumayer-Diedrich. In dem Gutshaus auf dem Gelände gibt es derzeit 16 Wohnplätze. Das Gebäude ist jedoch in einem dürftigen Zustand. Auch weil es dort nicht möglich ist, einen Fahrstuhl anzubauen, sei ein Neubau notwendig.

„Diese Entwicklung hätten wir uns damals nie träumen lassen. Das war kleiner gedacht. Höhen und Tiefen haben wir erlebt“, sagt Detlef Schöttke, der hier seit den Anfängen dabei ist. Wenn am 22.

September während der Biolandpartie zum Hoffest in Kransdorf eingeladen wird, wird er anlässlich der 700. Geburtstag Kransdorfs mit den Gästen so manche Erinnerung teilen können. Willkommen sind Interessierte aber auch am 25. August zum traditionellen Open-Air-Kino.

Blick hinter die Kulissen

Einen kleinen Einblick in die Arbeit der Betreuten des Insel e. V. ermöglicht das Sommerfest am heutigen Sonnabend, das um 15 Uhr auf den Pferdehof in Glutzow beginnt.

In der Töpferei und der Holzwerkstatt können Produkte begutachtet und gekauft werden.

Kinder können töpfern, mit dem Kremser fahren, reiten, mit Dosen werfen. Für jedwede andere Unterhaltung sowie leckere Köstlichkeiten ist ebenfalls gesorgt.

Wenke Büssow-Krämer

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