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Große Helden und ein kleiner Witzbold

Störtebeker Festspiele Große Helden und ein kleiner Witzbold

In der aktuellen Besetzungsliste tauchen einige neue Namen auf – allen voran Alexander Koll und Alexander Hanfland. Als Sachse kalauert Volker Zack.

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Alexander Koll (r.) ist der neue Störtebeker, Alexander Hanfland ist der neue Goedeke Michels.

Quelle: Stefanie Reichel

Ralswiek. Regisseur Marco Bahr ist eingetroffen, die Handlung steht und die Besetzung ist festgezurrt: Die Proben zum neuen Störtebeker-Stück „Ruf der Freiheit“ können beginnen. „Ich finde, dass das Buch den Figuren viel Raum gibt, was den einzelnen Schauspielern ermöglicht, sich zu beweisen“, sagt Marco Bahr, der damit seine Führungsrolle beinahe ein wenig herunterspielt. Denn bereits im vergangenen Jahr äußerten sich Akteure und Fans beeindruckt, mit wie viel Detailverliebtheit die Rollen bis zur Nebenfigur im Gesamtbild der Inszenierung zur Geltung gebracht wurden – eine Leistung des Regisseurs. Bahr: „Ich bin total gespannt auf die neuen Kollegen.“

Viele neue Gesichter bei den Festspielen

Und davon wird es 2018 einige geben. Angefangen bei den beiden Hauptfiguren, Klaus Störtebeker und Goedeke Michels. Sie wurden neu besetzt und werden diesmal von Alexander Koll und Alexander Hanfland verkörpert (die OZ berichtete). Zu den beiden 1,90-Meter-Hünen gesellt sich ein dritter hinzu: Frank Richartz aus Köln. Der 40-Jährige – der ein bisschen wie ein zu groß geratener Keanu Reeves aussieht – wird einen Orientalen namens Aydan spielen, den Klaus Störtebeker während der Kreuzzüge als Gegner kennenlernte, dem er aber das Leben rettete und dieser deshalb in der Schuld des Piraten steht. „Wir wollen da keineswegs auf aktuelle politische Situationen mit Syrien oder der Türkei anspielen“, sagt Festspiel-Mitgeschäftsführerin Anna-Theresa Hick, die die Handlung einmal mehr mit ihrem Vater erdachte. „Es geht dabei lediglich um einen exotischen Farbtupfer, der die Geschichte bereichert.“

„Kleener“ ist dieses Jahr wirklich klein

„Der Kleene“, eingeführt im vergangenen Jahr von dem großgewachsenen Chemnitzer Philipp Richter, wird dieses Jahr seinem Spitznamen entsprechen. Diesmal spielt ihn nämlich Volker Zack, 1,56 Meter klein. Zack war schon 2017 für die Rolle vorgesehen gewesen, musste aber kurzfristig ersetzt werden, nachdem er sich bei einem Sturz vom Esel eine Schulterverletzung zugezogen hatte (die OZ berichtete). „Zack war damals sehr unglücklich, nicht dabei sein zu können“, sagt Anna-Theresa Hick. „Also wird er dieses Jahr den witzelnden Sachsen spielen. Philipp Richter versteht unsere Entscheidung voll und ganz, weil er weiß, dass diese nichts mit ihm zu tun hat. Wir würden sehr gern irgendwann mal wieder mit ihm zusammenarbeiten.“Humor wird groß geschrieben in „Ruf der Freiheit“. Nicht nur Zack wird für Lacher sorgen, sondern auch Charles Lemming. Der hatte sich 2017 als Hinnak in die Herzen der Festspiel-Besucher geulkt, was dazu führte, dass seinem komödiantischen Talent diesmal erneut Raum eingeräumt werden soll.

Störtebekers Liebe muss sterben

Die Freundin Störtebekers, die sich Selma nennt, wird von Sina Valeska Jung (unter anderem „Verbotene Liebe“) dargestellt. Die 38-Jährige taucht in dem Stück noch in der Rolle der Königin Margarete auf, was im ersten Moment befremdlich erscheint, da Störtebekers Geliebte klar im Fokus des Publikums stehen wird. „Das funktioniert aber, da sie als Königin in Erscheinung tritt, nachdem sie als Selma einen dramatischen Tod gestorben ist“, verrät Anna-Theresa Hick schon mal ein Detail.Neu in der Ralswieker Mannschaft ist auch Nicola Ruf, die Dorothea von Achenbach mimt. Die 40-Jährige sei ein Typ Frau, dem man abnehme, dass er sich gegen Männer des Mittelalters zu behaupten weiß, sagt Hick. Und dann ist da noch Thomas Ziesch. Der 47-Jährige wurde in Hoyerswerda geboren und ist der Mann fürs Grobe. Er wird in den Rollen von Hauke und von Skaaning zu sehen sein.

Premiere in Ralswiek ist am 23. Juni

Als Zyklusauftakt wird „Ruf der Freiheit“ die Geschichte erzählen, wie Störtebeker und Michels sich kennenlernten und wie der Sohn von Armin von Alkun zum Piraten wurde. Premiere des Stücks ist am 23. Juni.

Jens-Uwe Berndt

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