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Großes Familientreffen der Blues-Szene

Großes Familientreffen der Blues-Szene

In Binz wird im Juni das 20. Blue Wave Festival zelebriert und eine 40 Meter lange Welle durch den Ort bewegt

Binz Vom 16. bis 19. Juni ist die Insel wieder im Blues-Fieber. Rund 80 Musiker werden an vier Tagen an verschiedenen Orten live auftreten. Von Newcomerbands bis zu Bluesveteranen ist alles vertreten. Das Blue Wave Festival feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Im OZ-Interview erzählt der „Vater“ und künstlerische Leiter des Festivals, Micha Maas, über die Anfänge, Überbleiblsel vom ersten Festival und warum das Event in diesem Jahr eine Art Familientreffen wird.

Wie war das damals vor zwei Jahrzehnten, wie hat alles angefangen?

Micha Maass: Zunächst wollte ich nur meine eigene Musik in Binz auf dem Kurplatz unterbringen. Die damalige Kurdirektorin Petra Wolter war meiner Idee gegenüber sehr aufgeschlossen. Daraus entstand sofort ein Festivalgedanke. Nur zwei Monate später saß ich den Kurdirektoren von Binz, Baabe, Sellin und Göhren in Berlin gegenüber. Die wollten alle in ihrem jeweiligen Ort ein Festival, möglichst zeitgleich ...

Gab es Geburtswehen oder gleich volle Unterstützung?

Maass. Die Wehe lag bei mir. So etwas hatte ich vorher noch nie gemacht, hab mir aber nichts anmerken lassen. Das waren wilde Zeiten, das geht heute nicht mehr.

Hätten Sie seinerzeit gedacht, dass das Festival solch ein Dauerbrenner wird?

Maass: Natürlich. Wenn man mich machen lässt, brenne ich für eine Sache. Ich bin immer schon lieber Lokomotive als Anhänger gewesen. Frau Wolter hatte das damals erkannt und vor ihrem Abschied den Mitarbeitern den Tip gegeben, mich machen zu lassen, aber darauf zu achten, dass ich nicht überdrehe. Das ist doch mit allen Dingen so. Bremst man die Motivation, kommt das Ganze ins Stocken. Bisher konnten fünf Kurdirektoren meine Motivation nicht stoppen.

Sticht ein Ereignis in all den Jahren für Sie besonders heraus?

Maass: Natürlich das erste Festival. Ich wollte alles perfekt machen und hatte sogar auf eigene Kosten 250 T-Shirts in XL bedrucken lassen. Davon sind fünf verkauft worden, 20 habe ich verschenkt und 225 trage ich bis heute als Nachthemd zur Buße für meinen Leichtsinn. Bis Juni dieses Jahres bin ich dann aber durch und kann mir einen ordentlichen Pyjama kaufen.

Das Festival hat bereits vier Mal den German Blues Award in der Kategorie „Bestes Festival“ gewonnen. Worin liegt das Geheimnis des Erfolgs?

Maass: Ich bin Musiker und keine Agentur. Ich reise nach wie vor 180 Tage im Jahr durch die ganze Welt und spiele Konzerte. Aus den Erlebnissen und musikalischen Begegnungen forme ich Ideen und dann setzt mein hervorragendes Team diese zu einem Festival um.

In jedem Jahr lief das Programm unter einem speziellen Motto ab. Worauf können sich die Rüganer und ihre Gäste im Jubiläumsjahr freuen?

Maass: Bands, die es nicht mehr gibt oder in den Besetzungen nicht mehr gibt. Für das Festival habe ich den Gedanken verfolgt „alte Freunde“ zusammen zu bringen, angelehnt an den Film Blues Brothers. Zum diesjährigen Festival kommen Bands exklusiv in alten Besetzungen zusammen. Ich habe mit dieser Idee im Kopf fast jeden einzelnen Musiker angerufen. Es wird ein bisschen das Familientreffen der Deutschen Blues-Szene.

Die Straßenparade durch Binz ist immer einer der Höhepunkte. Mal schob die Menschenmenge einen alten VW-Bus, mal einen alten Trecker durch das Ostseebad. Was ist diesmal geplant?

Maass: Diesmal wird eine blaue Welle durch den Ort getragen. Das ist ein 40 Meter langer blauer Stoff mit Schlaufen an den Seiten. Damit kann man prima Wellen machen, wenn man sich einig ist und den richtigen Rhythmus hat. In China gibts Ähnliches zum Drachenfest. Angetrieben wird die Masse von unserer beweglichen Straßenband.

Schon vor Festivalbeginn treffen sich wieder Musiker zu Workshops im Blue Wave Camp in der Regenbogen Ferienanlage in Göhren, das es seit elf Jahren gibt. Warum sollte man dort unbedingt einmal vorbeischauen?

Maass: Weil ich in Gesprächen nach den Binzer Konzerten immer wieder höre: Früher habe ich auch mal ein Instrument gelernt, aber dann ist alles Mögliche dazwischen gekommen. Das Camp richtet sich an Hobby-Musiker und Quereinsteiger. Hier kann man den alten Wunsch verwirklichen, hier kann man ausprobieren, dazu lernen und sich mit Gleichgesinnten austauschen. Es wird jeden Abend von 20 bis 23 Uhr eine Session mit 30 Musikern geben. An einem Abend sogar akustisch am Strand mit Lagerfeuer. Hier steht noch mehr der Gedanke im Vordergrund, dass Musik Menschen zusammen bringt, egal, ob man sich aktiv oder passiv beteiligt. Musik bleibt der direkteste Weg zu unseren Emotionen.

Von Interview von Gerit Herold

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