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Rügen Gründerzeithaus bekommt Öko-Mantel
Vorpommern Rügen Gründerzeithaus bekommt Öko-Mantel
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04:40 30.08.2013
Setzt bei der Sanierung auf Nachhaltigkeit: Dirk Niehaus mit Peter Thimm und Peter Pieper (v.re.) von der Baufirma Pieper. Quelle: Lena Roosen

Die Nummer 4 in der Karl-Marx-Straße in Gingst ist zur Zeit in aller Munde bei den Dorfbewohnern. Vor allem die Künstler, die im Bioladen „Feine Regionalwaren“ am Markt morgens ihren Kaffee trinken, freuen sich, dass etwas für das Gebäude getan wird.

„Genau das Richtige, schön, dass das Haus auf diese Weise saniert wird“, sagt der Maler Peter Reichelt. Wie die anderen Kaffee- Kunden auch, kennt er Dirk Niehaus, der das Gründerzeithaus gemeinsam mit anderen Fachleuten vor zwei Jahren gekauft hat. Als studierter Bauphysiker mit einer Vorliebe für Altbausanierung und natürliche Baustoffe ist der Experte aus dem Kölner Raum seit einem Jahr dabei, das große Gebäude zu sanieren. „Keine leichte Aufgabe.“ Immer wieder gebe es Probleme, zum Beispiel Wasser im Keller. „Da kommen richtige Springbrunnen aus den alten DDR-Leitungen aus Asbest“, stöhnt Niehaus. Der Zweckverband sei mindestens zwölf Mal da gewesen. „Aber da wird leider immer nur ausgebessert.“

Ansonsten hat Niehaus die „richtigen Leute“ an seiner Seite, allen voran die Baufirma Pieper aus Thiessow, die sich mit nachhaltigen Baustoffen auskennt. Bei der Sanierung der traditionellen Gaststätte in Rappin, die heute „Andernorts auf Rügen“ heißt, haben sich die Bauökologen kennengelernt.

Motto der Sanierung: Nachhaltiges Bauen mit Baustoffen aus überwiegend nachwachsenden Rohstoffen. Im Außenbereich heißt das, dass die Dämmung aus Holzweichfaserplatten hergestellt wird, ein Material, das aus Resthölzern besteht, die wiederum nicht geklebt, sondern gepresst werden. „Das ist der absolute Gegenpol zu den üblichen Polysterolplatten, einem Erdölprodukt, teuer in der Herstellung, technisch schlecht, im Brandfall hochgiftig“, sagt Niehaus. „Gesundes“ Bauholz sei in Deutschland immer noch reichlich vorhanden. „Bei uns wird mehr angepflanzt, als verbraucht, wozu also dieser unsinnige Rohstoffverbrauch.“ Die fünf künftigen Mietparteien können sich freuen: Durch das Wärmedämmverbundsystem werden die Energiekosten im Haus weitaus geringer sein als in „normalen“ Gebäuden.

Dafür sorgen laut Niehaus auch die bei der Innendämmung genutzten Baustoffe aus Hanf und Stroh, später mit Kalk verputzt. „Natürlich ist das in der Anschaffung alles teuerer als Material aus dem Baumarkt, aber es lohnt sich“, weiß Niehaus und verweist auf alte Häuser. „Sie stehen teilweise seit Jahrhunderten.“ Von dem gesunden Raumklima soll der erste Mieter im Dezember profitieren, die anderen Wohnungen, je etwa 60 Quadratmeter, folgen 2014.

Lena Roosen

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