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Grundbesitzer zwingen Wanderer immer öfter zu Umwegen

Glowe/Sassnitz/Lietzow/Lohme Grundbesitzer zwingen Wanderer immer öfter zu Umwegen

Wanderer auf Jasmund klagen immer wieder über von den Grundbesitzern gesperrte Pfade, die sie zum Umkehren oder zu Umwegen zwingen. In Glowe haben 180 Einwohner mit ihrer Unterschrift die Öffnung eines privaten Zauns auf dem Weg zum Ufer gefordert.

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Der Waldweg am Hochufer von Semper bei Lietzow ist seit Wochen gesperrt.

Quelle: Maik Trettin

Glowe/Sassnitz/Lietzow/Lohme. Lange hielt die Freude der Teilnehmer der ersten Lietzower Anemonenwanderung an den prächtig blühenden Buschwindröschen nicht an. Mitten im Wald von Semper war der Hochuferweg versperrt – und zwar seit Wochen. Mit einer Totholzhecke hat der Waldbesitzer sein kleines Reich vom übrigen Wald abgetrennt. Wanderer müssen seitdem einen großen Bogen auf der Rückseite des Schlosses Semper gehen.

Maschendraht und Verbotsschilder

Ursprünglich waren in der Totholzhecke in Absprache mit der Forstbehörde Durchgänge für die Spaziergänger gelassen worden. Jetzt sind auch die versperrt. Die Waldbesucher sind sauer. „Ich habe schon jede Menge Beschwerden deswegen bekommen“, sagt Lietzows Bürgermeister Jürgen Böhnig.Davon kann auch sein Amtskollege Thomas Mielke ein Lied singen. Auf der vergangenen Sitzung übergaben Einwohner eine Liste mit 180 Unterschriften an die Gemeindevertretung. Sie fordern, dass diese sich für die Öffnung des Weges zwischen der Siedlung „Rügen-Radio“ und dem Ufer stark macht. Mit Beginn der Bauarbeiten auf dem früheren Betriebsgelände hatte die Eigentümerin der benachbarten Wohnsiedlung, eine Bergener Wohnungsgenossenschaft, einen Zaun um ihren Besitz gezogen. Seitdem ist der Weg, der über ihr Gelände zur Küste führt, versperrt.Das Problem kennen die Sassnitzer seit langem. Viele Jahre lang konnten sie am Hochufer zwischen Dwasieden und Alt Mukran spazierengehen. Der Weg wurde seinerzeit sogar im Auftrag der Stadt begradigt und befestigt. Der Bund privatisierte die Fläche. Seitdem halten Maschendrahtzaun, ein Tor und Verbotsschilder die Spaziergänger vom Ufer fern. Sie haben sich einen Weg am Ackerrand getrampelt.

Gemeinden weisen Wege auf neuen Trassen aus

So wie es ihn zwischen Lohme und Ranzow gab. Dort drehten Einwohner und Gäste einst zwischen Wald- und Feldrand ihre Runde – bis die Gemeinde ein Grundstück und damit einen Teil des Pfades verkaufte. Der neue Eigentümer sorgte schnell dafür, dass der Weg unpassierbar wurde. Der sei nun wegen der Golfbälle vom benachbarten Golfplatz für Passanten gefährlich geworden. „Das hat hier für sehr viel Verstimmung und Ärger bei Einheimischen, aber auch bei vielen Urlaubern gesorgt“, sagt Torsten Rollin, Geschäftsführer der Touristik Lohme GmbH.Die kleine Jasmunder Gemeinde setzt seit ein paar Jahren auf den Wandertourismus und versucht sich damit zu profilieren. Doch gerade bei Wanderwegen kollidieren die Interessen von Privateigentümern und der Allgemeinheit auf Rügen in letzter Zeit zunehmend, wie die Beispiele belegen. „Was soll man tun?“, fragt der Glower Bürgermeister. Das Amt habe sich im Namen der Gemeinde an die Eigentümerin gewandt und gebeten, doch wenigstens ein Tor in den neuen Zaun zu bauen. Beim neuen B-Plan-Gebiet Rügen-Radio habe man wohlweislich gleich einen öffentlichen Weg über das noch zu bebauende Areal bis hin zur Ufertreppe am Kurpark eingeplant. Ähnlich pragmatisch will man es auch in Sassnitz angehen, wo ein neuer Wanderweg zwischen Dwasieden und Mukran in den entsprechenden Bebauungsplänen ausgewiesen ist – allerdings deutlich weiter landeinwärts.Eine neue Trasse wollen sich auch die Lohmer schaffen. „Wir suchen eine Lösung, wie wir mit einem Fußweg durch das ehemalige Krievitz kommen“, sagt Torsten Rollin. Der Pfad werde dann vermutlich weiter nördlich durch den Wald verlaufen.

Der Hochuferweg bei Semper muss voraussichtlich wieder geöffnet werden. Zäune dürften „die erholungssuchende Bevölkerung nicht vom Betreten der hinter dem Zaun befindlichen Waldflächen abhalten (. . .), indem sie unzumutbare Umwege in Kauf nehmen müssen“, heißt es in einer Antwort der Landesforstverwaltung auf eine OZ-Anfrage. Bei einem Vort-Ort-Termin werde das zuständige Forstamt Rügen die Notwendigkeit eines „Durchlasses“ für Wanderer mit dem Waldbesitzer abstimmen und forstbehördlich durchsetzen.

OZ

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