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Rügen Härtetest für neue Notaufnahme
Vorpommern Rügen Härtetest für neue Notaufnahme
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00:05 20.05.2016

Nur wenige Tage nach Eröffnung der neuen Notaufnahme war das Personal dort am Pfinstsonntag offenbar überfordert. Die Mutter eines Patienten sagte gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG: „Die Notfallstation ist ja toll. Aber was nützt das, wenn keine Ärzte ständig vor Ort sind.“ Sie hatte am Pfingstsonntag ihren 21-jährigen Sohn mit starken Kopfschmerzen und Schwindelanfällen zur Notaufnahme begleitet. Mehr als sieben Stunden haben sie dort nach eigenen Angaben verbracht. Denn der jeweils diensthabende Chirurg, Neurologe und Internist versorgten in einer Schicht nicht nur die Patienten in der Notaufnahme, sondern waren auch für die entsprechende Station verantwortlich und mussten unter Umständen im OP tätig werden.

„Das Personal kann ja nichts dafür“, sagte die Stralsunderin und hat durchaus Verständnis. „Die Schwestern waren nett und dabei nur am Flitzen, die Ärzte wirkten jedoch sehr genervt und komplett überfordert.“ Bei zu wenig eingesetztem Personal scheint dann offensichtlich auch das neu eingeführte so genannte Manchester-Triage-System sinnlos zu sein. Das soll normalerweise die Reihenfolge der Behandlung der Patienten nach Dringlichkeit regeln.

Robert Möller, Geschäftsführer des Helios Hanseklinikums erklärte: „Eine neue Notaufnahme ist nicht gleichbedeutend mit einem höheren Patientenaufkommen. Darum ist jetzt genauso viel Personal eingesetzt wie vorher.“ An Wochenenden seien zwei Internisten, zwei Chirurgen und ein Neurologe im Haus. Allerdings kam es am Pfingstsonntag tatsächlich zu einem erhöhten Andrang. „An einem durchschnittlichen Sonntag haben wir etwa 80 bis 90 Patienten. Am Pfingstsonntag waren es 120“, bestätigte der Chefarzt der Unfallchirurgie, Dr. Bernhard Fortmeier. „Sicher ist es eine lange Zeit, sieben Stunden in der Notaufnahme zu verbringen“, sagte Möller. Entscheidend ist für ihn aber, dass Diagnosestellung und Behandlung schnellstmöglich nach dem Eintreffen der Patienten beginnen. Nach der Anmeldung am Empfang gehört dazu immer ein erstes Gespräch, in dem nötige Untersuchungen und die Dringlichkeit festgegelegt werden. Das sei auch in diesem vorliegenden Fall erfolgt, wie Fortmeier bestätigte.

Vereinzelt mussten Patienten auch bis zu neun Stunden in der Notaufnahme bleiben. „Das kann man aber nicht als reine Wartezeit sehen, sondern die Behandlung hat so lange gedauert, weil eine sorgfältige Diagnostik durchgeführt wurde“, betonte Möller. Die Zeit sei dann beispielsweise auch nötig, um die Entscheidung zu treffen, ob ein Herzinfarktpatient auf eine normale Station oder die Intensivstation verlegt wird. In dieser Zeit werden immer wieder auch Untersuchungen wiederholt und der Patient ist ständig überwacht.

Fortmeier ist weiter überzeugt: „Die Bedingungen in der neuen Notaufnahme kommen einem Quantensprung gleich. Die Versorgung der Patienten wird deutlich besser sein als bisher.“ Tasächlich stehen mehr Räume auf dem neuesten technischen Stand zur Verfügung.

Wenke Büssow-Krämer

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