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Rügen Häuser verfallen: Frist für Eigentümer
Vorpommern Rügen Häuser verfallen: Frist für Eigentümer
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07:26 27.09.2018
Auch die neben dem Garzer Rathaus gelegene alte Apotheke verfällt zusehends. Quelle: Uwe Driest
Garz

Das Problem besteht nicht allein in Garz, aber zumindest gefühlt scheint es vielen Einwohnern in Rügens ältester Stadt offenbar besonders ausgeprägt zu sein: Baufällige Häuser und verwilderte Grundstücke stören das Stadtbild. Hinzu kommen zuweilen Bauruinen, weil ein Käufer keine Finanzierung erhielt oder ein Betrieb wegen des Baumbooms keine Kapazitäten zur Verfügung hat.

„Nach der Sanierung sah Garz ganz toll aus, doch das ist lange, lange her“, bedauert Einwohnerin Brigitte Schulz (77), die sich im Heimatverband der Stadt engagiert. „Allein das Grundstück oder die Ansicht der alten Apotheke spottet neben dem schmucken Rathaus jeglicher Beschreibung. Der Rathausgang, den viele Kinder, Gäste und Bürger täglich begehen, ist teilweise ein Graus.“In das Haus hätte nach der Wende das Amt einziehen sollen, aber die Eigentümerin verweigerte sich der Idee scheinbar ebenso, wie den Anfragen weiterer Interessenten. Weil das Hauptgebäude nicht mehr bewohnbar und von der Gemeinde gesichert ist, lebt die Eigentümerin unter fragwürdigen Bedingungen in einem Nebengebäude.

Frau brach sich Arm als sie über hochstehende Bordsteinplatte stürzte

Brigitte Schulz kann auf viele weitere Gebäude verweisen, die solch Schicksal teilen. Der langgestreckte Bau An de Wasch beispielsweise, wo sich eine aus drei Erben bestehende Gemeinschaft offenbar nicht einigen kann, macht den Eindruck, als versinke er in Kürze hinter einer wuchernden Hecke. An der Putbuser Straße zerfällt ein Haus, das einer aus einst elf Kindern bestehenden Erbengemeinschaft gehört. Einer der Söhne soll unbekannt nach Amerika oder Australien ausgewandert sein, weswegen der Rest handlungsunfähig sei. Die ehemalige Verkaufsstelle in der Bäckerei wurde entkernt, seither stocken dort die Arbeiten, aber immerhin fand die alte Molkerei in der Hunnenstraße mittlerweile neue Eigentümer, die sie sanieren wollen.

Auch die Gehwege sind vielerorts in schlechtem Zustand und erst kürzlich habe sich eine Einwohnerin den Arm gebrochen, als sie über eine angehobene Bordsteinplatte gestolpert sei, erzählt Stadtvertreter Danilo Goers, der sein Lebensmittelgeschäft in der Stadt betreibt. Die Gefahrenstelle sei zwar schnell beseitigt worden, aber das Amt in Bergen müsse sichmehr um die Belange der Stadt kümmern. „Wir sind ja nicht nur verheiratet worden, damit es ein bisschen Geld gibt“, sagt Goers mit Bezug auf die Fusion der Ämter.

Gemeinden und Ämtern sind nur beschränkt handlungsfähig

Das Problem kennt Bürgermeisterin Gitta Gohla (parteilos). Vor 20 Jahren seien mit Mitteln der Städtebauförderung Linden gepflanzt worden. „Dabei hat der Architekt wohl nicht bedacht, dass das Flachwurzler sind, die im Laufe der Jahre die Bordsteinplatten anheben“, so Gohla. Hier würden Landkreis und Amt ebenso nach Lösungen suchen wie im Fall des verfallenden Hauses an der Wendorfer Straße, das seit Monaten Thema in der Stadt ist (die OZ berichtete). Der Landkreis habe den Eigentümern nun eine Frist gesetzt und Ordnungsmaßnahmen angekündigt.

Driest Uwe

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