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Hallo London hier „Otus“: U-Boot in Sassnitz morst England an

Sassnitz Hallo London hier „Otus“: U-Boot in Sassnitz morst England an

Funkamateure versuchten am Wochenende vom Museums-Schiff in Rügens Hafenstadt Kontakt mit dem Mutterland des Unterseebootes aufzunehmen

Sassnitz. „Hallo London hier ist die ’Otus’ Delta-Lima-Null-Mike-Foxtrott-November.“ Nach mehr als zehn Jahren Funkstille schickt das gleichnamige U-Boot den Ruf über Kurzwelle in die Welt. Rüdiger Hagemann sitzt am Sende- und Empfangsgerät und lauscht gespannt. Amateurfunker haben am Wochenende versucht, von dem im Sassnitzer Westhafen liegenden Museums-Unterseeboot Kontakt mit seinem Mutterland England aufzunehmen.

„Wir machen aus ehemaligen Kriegsschiffen Orte der Völkerverständigung“, sagt Mario Kricheldorf. Zusammen mit Rüdiger Hagemann baut er im „Bauch“ des U-Bootes am Sonnabend seine Ausrüstung auf. Beide sind Amateurfunker und sowohl Mitglieder des Deutschen Amateur-Radioclubs als auch der Marinefunker-Runde, deren Mitglieder durch ihr Hobby unter anderem einstige Kriegsschiffe in besagte Orte der Völkerverständigung verwandeln. Hagemann (68) war selbst bei der Marine. „Ich war in Dranske stationiert und bin auf einem Schnellboot gefahren.“ Mario Kirchdorf (57) ist Zollbeamter. „Auf der ’Otus’

ist das nach der Außerdienststellung des U-Bootes das erste Funksignal, das wir um den Globus schicken“, sagt er. „Wir werden 24 Stunden lang den Funkbetrieb in Morsetelegrafie und Sprechfunk auf dem Schiff durchführen.“

Urlauber geraten bei ihrem Rundgang durch das Schiff am Sonnabend Nachmittag ins Staunen, als sie lauter Pieptöne vernehmen, die das Sende- und Empfangsgerät ausstrahlt. Seine letzte Einsatzfahrt hat das U-Boot schon lange hinter sich. „Seit 2002 ist es ein Museum und liegt im Sassnitzer Westhafen“, weiß Jonny Fomin von der Betreibergesellschaft. In England gebaut, war es bis 1991 fast drei Jahrzehnte bei der Marine des Vereinigten Königreiches im Dienst.

„Deshalb wollen wir auch versuchen, mit der ’Collingwood’, die heute als Museumsschiff in Portsmouth liegt, Kontakt aufzunehmen“, sagt Mario Kricheldorf. Den habe er im Vorfeld – nicht per Funk, sondern per Mail – bereits mit dem Museumsschiff in England aufgenommen und die Aktion angekündigt.

„Die ’Collingwood’ haben wir nicht erreicht“, räumt er nach 24 Stunden Funkbetrieb gestern ein. „Aber mit England haben wir vom U-Boot Kontakt aufnehmen können.“

Udo Burwitz

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