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Hanseyachts nach Jahren wieder in der Gewinnzone

Greifswald Hanseyachts nach Jahren wieder in der Gewinnzone

Branche boomt und sorgt für starke Umsatzzahlen beim Greifswalder Bootsbauer / Unternehmen sucht Arbeitskräfte

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16 Bootsplätze in einer Fertigungslinie ermöglichen eine hohe Produktionsdichte – zeitgleich werden mehrere Modelle gefertigt.

Quelle: Fotos: Peter Binder

Greifswald. Dieser Laden brummt: Die börsennotierte Hanseyachts AG Greifswald hat das Geschäftsjahr 2016/17 mit einem Umsatz von 128,6 Millionen Euro abgeschlossen und verbucht erstmals seit acht Jahren wieder einen Gewinn in Höhe von rund fünf Millionen Euro. „Noch vor zwei Jahren schrieben wir einen Verlust von 6,4 Millionen Euro“, verdeutlicht Vorstandsvorsitzender Jens Gerhardt den gewaltigen Sprung nach vorn.

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Branche boomt und sorgt für starke Umsatzzahlen beim Greifswalder Bootsbauer / Unternehmen sucht Arbeitskräfte

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Auch vor zwölf Monaten lag das Minus immerhin noch bei 1,9 Millionen Euro. Doch schon damals sah Gerhardt das Unternehmen stark im Aufwind. Das Geschäft mit komfortablen Schiffen boome wie lange nicht. Und Hanseyachts spiele als zweitgrößter Hersteller von Segelyachten weltweit ganz oben in der Liga mit. Ein Global Player aus Vorpommern, dessen Luxusprodukte die Weltmeere erobern. „Pro Jahr verkaufen wir jetzt etwa 650 Schiffe“, sagt der Geschäftsführer. Heißt im Schnitt: Jeden Tag verlassen zwei edle Fabrikate die Produktionshallen am Greifswalder Fluss Ryck. Wobei die Segelyacht gegenüber dem Motorboot noch immer die Nase weit vorn habe.

Das Geheimnis des Erfolgs? „Wir haben investiert, als andere noch mitten in der Krise steckten“, sagt Gerhardt und ist den Aktionären für dieses Vertrauen dankbar. „Sie haben unser Wachstumsprogramm mitgetragen. Mit ihrem Geld konnten wir frühzeitig restrukturieren, haben unrentable Standorte in Frankreich und Norwegen geschlossen, die Marina im Greifswalder Hafen abgestoßen und uns aufs Kerngeschäft konzentriert.“ Kerngeschäft heißt: Hanse- yachts entwickelt ständig neue Produkte. „Und das in einem Tempo, bei dem kein Konkurrent mithalten kann“, versichert Unternehmenssprecher Florian Nierich. Das Portfolio zeigt aktuell sieben Marken mit 30 Modellen. „Das schaffen wir nur, weil wir eigene Ingenieure haben. Unsere Entwicklungsabteilung zählt 35 Mann. Das hat keine andere Werft“, so Gerhardt.

Aufgrund der stark gewachsenen Produktanzahl könne Hanse- yachts außerdem ganz andere Einkaufspreise mit Zulieferern verhandeln. „Wir kaufen direkt beim Hersteller in Asien, England oder Schweden“, sagt der 50-Jährige und erklärt: „650 Schiffe pro Jahr – das bedeutet zum Beispiel: Wir brauchen 2000 Toiletten.“ Auch die eigene, in Polen angesiedelte Vorproduktion von Schiffsrümpfen trage zum Gelingen bei.

Top-Qualität mit immer mehr Luxus zu akzeptablen Preisen. Das komme an, wie die jüngsten Bootsmessen in Cannes, Hamburg oder San Diego unter Beweis stellten. „Die Kunden wollen nicht billig, sondern immer mehr Luxus. Mehr Kühlschrank, mehr Licht unter Deck“, nennt Gerhardt einige der vielen Wünsche. Hanseyachts schaffe es, diese Träume binnen kurzer Zeit in neue Designs zu gießen. „Allein in diesem Jahr haben wir vier neue Hanse-Modelle gebaut. Das gab es noch nie“, würdigt Gerhardt die Leistung seines Teams. Das zählt derzeit 1400 Mitarbeiter. Tendenz steigend. Allerdings macht der Fachkräftemangel auch um die Werft keinen Bogen. Sie suche händeringend neue Leute, vor allem Handwerker, die nach Haustarif bezahlt werden. Der liege aufgrund „ungewöhnlich hoher Lohnsteigerungen weit über dem Mindestlohn“, sagt Gerhardt, ohne ins Detail gehen zu wollen.

Anders bei den Schiffen, die ihren Preis haben: Die große Hanse 675 mit 21 Metern Länge kostet gut 1,2 Millionen Euro und mit luxuriöserer Ausstattung auch schon mal 1,8 Millionen Euro. „Dafür ist die kleine Hanse 315 ab 67000 Euro zu haben“, sagt Nierich.

Doch das Unternehmen setzt bei weitem nicht nur auf die traditionelle Hausmarke. Zu Dehler, Moody & Co. gesellte sich im Frühjahr noch ein Wasserfahrzeug ganz anderen Ausmaßes: der Katamaran.

Hanseyachts erwarb die Premium- Marke Privilège und plant, pro Jahr zwölf davon zu bauen. Später auch gerne mehr, doch dazu müsse erst einmal das Unternehmen an der französischen Atlantikküste saniert werden, so Gerhardt. Eine Verlagerung der Produktion komme nicht in Betracht. „Dafür ist der Ryck dann doch zu klein“, sagt der Vorstandschef mit einem Lachen. Immerhin messe der Privilège 7 etwa 16 mal 24 Meter – mehr als 300 Quadratmeter Wohnfläche.

Petra Hase

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