Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Happy Birthday, liebe Kuhschellen

Banzelvitz Happy Birthday, liebe Kuhschellen

Das Flächennaturschutzdenkmal (FND) „Kuhschellenhang Groß Banzelvitz“ ist 30 Jahre alt geworden

Voriger Artikel
Ein Fest für Autoren, Verleger und Leseratten
Nächster Artikel
Streit um illegale Ferienhäuser an Vorpommerns Küsten

Kuhschellen blühen am Hang der Banzelvitzer Berge.

Quelle: Ines Wilke

Banzelvitz. Wer dem sandigen Pfad vom Zeltplatz in Groß Banzelvitz zum Jasmunder Bodden folgt, kommt an einer kniehoch eingezäunten Wiese vorbei. Hier hüten der Landkreis Vorpommern-Rügen und der NABU Rügen einen kleinen Schatz: das einzige Vorkommen der Gemeinen Kuhschelle (wissenschaftlich: Pulsatilla vulgaris) im Kreis. Die Blütenform ähnelt einem Glöckchen oder auch einer Kuhschelle. Die Verkleinerungsform „Kühchen“ hat zu ihrer anderen Bezeichnung „Küchen“-Schelle geführt.

Landesweit gibt es von ihr nur noch 3 Bestände, davon ist der Banzelvitzer mit gut 300 Pflanzen der größte. Der Schwerpunkt ihrer Verbreitung in Deutschland liegt in Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen. In Mitteldeutschland und im Nordosten sind viele ehemalige Vorkommen erloschen. In MV ist sie vom Aussterben bedroht. Und auch für die Kuhschellen in Banzelvitz sah es bis vor kurzem schlecht aus. Der früher mit Schafen beweidete sandige Hang wurde seit den 1980er Jahren nicht mehr regelmäßig genutzt und verbuschte zusehends, hochwüchsige Gräser wie Landreitgras und Knaulgras breiteten sich aus und verdrängten die weniger konkurrenzkräftigen Magerrasenarten.

Bereits vor 30 Jahren wurde der Wert der Fläche erkannt und durch einen Beschluss des Rates des Kreises Rügen am 16. Oktober 1986 das Flächennaturdenkmal „Kuhschellenhang Groß Banzelvitz“

eingerichtet. Doch die Erklärung zum Schutzgebiet reichte nicht aus, um die Pulsatillen zu erhalten, der Bestand schwand immer weiter. Von den damals 7000 Quadratmeter waren nur noch 1300 Quadratmeter übrig. Die Rettung kam 2005 durch ein vom NABU Rügen initiiertes Projekt zur Biotoppflege. Mit finanzieller Beteiligung durch die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Rostocker Brauerei konnte eine gründliche Biotop-Pflege unternommen werden. Die Wiese wurde gemäht und der größte Teil der Büsche gerodet. Auch der Zaun und eine Hinweistafel wurden in diesem Zuge aufgestellt. Seit 2006 trifft sich nun regelmäßig eine kleine Gruppe von tatkräftigen Naturfreunden, um unter der Leitung von Anna Kamin aus Breetz den Kuhschellenhang zu pflegen. Im Mai werden die blühenden Pflanzen gezählt, im Sommer ein Teil der Samen abgenommen und an geeigneten Stellen in den Boden gedrückt, einige hundert Samen gingen an den Botanischen Garten Rostock. Dort lagern sie als Genreserve im Kühlschrank. Für die Zukunft ist dort auch eine kleine Erhaltungskultur geplant.

Im Spätsommer wird der Hang dann per Hand abgemäht und das Landreitgras ausgestochen. So kann man die hochwüchsigen Arten zurückdrängen und gleichzeitig die Nährstoffe entziehen, die jedes Jahr aus der Luft niedergehen. Besonders wichtig dabei ist Luftstickstoff, der normalerweise nicht von Pflanzen genutzt werden kann, aber als Stickoxid aus Industrie und Autoabgasen in den Boden gelangt.

Der Erfolg kann sich sehen lassen: Die Kuhschellen werden langsam mehr, die Ausbreitung des Landreitgrases ist gestoppt und auch andere seltene Arten blühen reich und bieten vielen Insekten einen gedeckten Tisch. Hier findet man noch wilden Thymian, Berghaarstrang, Grasnelke, Echtes Labkraut, Pimpinelle, Schafschwingel und Bodenflechten. Vor den verbliebenen Rosenbüschen sonnt sich zuweilen auch eine Kreuzotter.

OZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Art weiter gefährdet
Eine Berggorilla-Familie im Virunga Nationalpark im Kongo

Gorillas gelten als die sanften Riesen unter den Menschenaffen. Die Zahl der Berggorillas hat sich in den vergangenen Jahren leicht stabilisiert. Dabei spielt auch der Tourismus eine Rolle.

mehr
Mehr aus Rügen
Verlagshaus Rügen

Markt 25
18528 Bergen auf Rügen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Jens-Uwe Berndt
Telefon: 0 38 38 / 20 14 53
E-Mail: ruegen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.