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Rügen Haselmaus in Putbus zuhaus
Vorpommern Rügen Haselmaus in Putbus zuhaus
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00:00 19.12.2017
Nicht nur bei Putbus gibt es Haselmäuse: Dieses Exemplar wurde in einem Waldgebiet bei Prora entdeckt. Quelle: Foto: Wolfgang Matzke, Björn Schulz
Putbus

Gute Nachrichten aus dem Biosphärenreservat Südost-Rügen: Bei der diesjährigen Untersuchung der Haselmausbestände haben Mitarbeiter des Reservates Südost-Rügen ein neues Vorkommen der streng geschützten Haselmaus in einem Waldgebiet bei Putbus entdeckt. Wolfgang Matzke von der Biosphärenreservatsverwaltung konnte gemeinsam mit dem Ranger Michael Kolberg das als „Kobel“ bezeichnete typische kugelförmige Sommernest einer Haselmaus nachweisen. In diesen faustgroßen Nestern aus Laub und Gras, die sie geschickt zwischen dünne Zweige, ins Brombeerdickicht oder in Baumhöhlen bauen, verschlafen die nachtaktiven Haselmäuse die Sommertage, bevor sie nachts auf Beutetour gehen.

Der Fund eines Schlafnestes deutet auf eine weitere Population des geschützten Nagers hin

Die Nager sind sehr scheu, die Spurensuche für die Ranger schwierig. „Bei der vorangegangenen Herbstkontrolle der Haselmauskästen ist allerdings auch der äußerst seltene Lebendnachweis einer Haselmaus gelungen“, informiert der Biosphärenreservatssprecher Stefan Woidig. „Ansonsten konnten auch hier typische Fraßspuren an Haselnüssen und die artspezifischen Nester der Tiere in den Kästen nachgewiesen werden.“

Haselmäuse haben in der heutigen Kulturlandschaft viele Probleme: Ausgeräumte Agrarlandschaften ohne artenreiche Hecken und Gehölze, strukturarme Waldränder und der Mangel an unterschiedlichen Baumfrüchten sind maßgeblich für den Rückgang der Population mitverantwortlich. Haselmäuse bevorzugen reich strukturierte Laubwälder, die über einen entsprechend dichten Unterwuchs in Form von Dickichten und Büschen verfügen.

Heute ist die Haselmaus zwar streng geschützt, ein Vorkommen, gerade im Norddeutschen Raum, ist aber immer noch eine Besonderheit. Das Biosphärenreservat engagiert sich seit vielen Jahren für den Schutz der seltenen Haselmaus. In Kooperation mit dem Nabu Rügen wurde das Projekt „Die Haselmaus kommt ganz groß raus“ realisiert. Schülerinnen und Schüler verschiedener Rügener Schulen fertigten beispielsweise Haselmauskästen und installierten sie in für die Tiere geeigneten Lebensräumen. Sie dienen den Haselmäusen seither als zusätzliches „Wohnungsangebot“, was die kleinen Nager auch gern nutzen.

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat die Haselmaus als „Wildtier des Jahres 2017“ gekürt, um auf die Schutzwürdigkeit der Art und die Gefährdung ihrer typischen Lebensräume aufmerksam zu machen.

Die Haselmaus (Muscardinus avellanarius)

Die nur daumengroße Haselmaus lebt in lichten Wäldern, an Waldrändern und in Gebüschen und Hecken. Trotz des Namens ist sie keine Maus, sondern ein Bilch, zu denen auch der Siebenschläfer zählt.

Wie er hält auch die Haselmaus bis zu sieben Monate Winterschlaf im extra dafür gebauten Nest, dem

Kobel. Gerne werden dafür auch Niskästen genutzt. Sie ist europaweit streng geschützt und darf weder gestört noch gefangen werden.

Anne Ziebarth

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