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Rügen Havarie am Baaber Bollwerk: „Lamara“ läuft voll Wasser
Vorpommern Rügen Havarie am Baaber Bollwerk: „Lamara“ läuft voll Wasser
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00:05 14.05.2016
Um den Havaristen, die 57 Jahre alte „Lamara“, haben Feuerwehrleute eine Ölsperre gelegt. Quelle: Chris-Marco Herold

Das Fahrgastschiff „Lamara“ ist leck geschlagen. Die Schiffshavarie hat am Donnerstag einen Großeinsatz der Retter auf Rügen ausgelöst. In den Maschinenraum des 57 Jahre alten Motorschiffes war an seinem Liegeplatz am Baaber Bollwerk Wasser eingedrungen. Die Leitstelle alarmierte gegen 17 Uhr die Freiwilligen Feuerwehren Baabe, Bergen, Göhren, Sassnitz, Breege und Schaprode sowie Retter der Berufsfeuerwehr Stralsund und des Technischen Hilfswerks in Stralsund und Bergen, um den Wassereinbruch zu bekämpfen.

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Ein Leck wurde im Maschinenraum entdeckt und provisorisch abgedichtet / Das Ausflugsschiff muss vorerst und auf unbestimmte Zeit an der Leine bleiben

Einst für Butterfahrten im Einsatz

Die „Lamara“ wurde 1959 in Wewelsfleth an der Stör in Schleswig-Holstein erbaut.

Nach Jahrzehnten auf dem Ijsselmeer in Holland und bei Butterfahrten zwischen Flensburg und Sonderborg (Dänemark) im Einsatz war das Schiff schließlich im Jahre 1990 von Laboe nach Rügen verkauft worden.

Die Retter pumpten nach Angaben der Wasserschutzpolizei Sassnitz etwa 30 Kubikmeter ölhaltiges Bilgenwasser aus dem Schiffsrumpf. Durch das Ausbringen spezieller Ölbekämpfungs- und Auffangtechnik um das Schiff konnte eine Verunreinigung des Gewässers im Biosphärenreservat Südost-Rügen verhindert werden. Der Schaden wurde nach dem Abpumpen des Wassers aus dem Schiff sichtbar. Im Bereich des Maschinenraumes wurde am Schiffsrumpf ein etwa zwei bis drei Zentimeter großes Leck entdeckt und provisorisch abgedichtet. Beamte der Wasserschutzpolizei nahmen eine Schiffsunfallanzeige auf und sprachen eine Festlegeverfügung aus. Damit können mit dem 1959 auf der Peters-Werft in Wewelsfleth erbauten Schiff vorübergehend keine Ausflugsfahrten auf dem Greifswalder Bodden rund um die Insel Vilm unternommen werden. Die täglich angebotenen Touren müssen vorübergehend unterbrochen werden. Das Schiff bleibe so lange an der Leine, bis der Schaden repariert ist, teilt ein Sprecher der Wasserschutzpolizei Sassnitz mit.

Dass es ein wahrer Großeinsatz am Bollwerk war, kann Hannes Böhm berichten. „An die 80 Rettungskräfte hatten bis Freitagfrüh um 3 Uhr zu tun“, sagte der Baaber Wehrführer, der als Einsatzleiter fungierte. Dass er und die anderen Kameraden bei Kräften geblieben sind, war übrigens dem Hotel Solthus zu verdanken. „Das hat die Rettungskräfte unkompliziert mit Speis und Trank versorgt. Dafür von der Gemeinde besten Dank“, sagte Baabes Bürgermeister Hartwig Diwisch und mit Blick auf den Eigner: „Kurz nach dem Saisonstart muss das für ihn eine Katastrophe sein.“

Eigner der „Lamara“ ist seit 2003 Heinrich Olbert (67). Als 24-Jähriger hatte er sein Kapitänspatent in der Tasche und war viele Jahrzehnte als Binnenschiffer auf dem Rhein unterwegs. „Natürlich wird der finanzielle Verlust für mich relativ groß sein“, sagte er gestern. Und blickte allerdings auch optimistisch nach vorn: „Ich bin jetzt am Arbeiten, dass das Schiff bald wieder läuft. Bombendicht ist es jetzt jedenfalls wieder. Zudem haben sich Sachverständige angekündigt, die den Schaden begutachten. Wenn das Öl gewechselt und die Elektrik wieder in Ordnung ist, hoffe ich auf eine Sondergenehmigung, dass ich das Schiff zu einer Werft fahren kann“, umriss Olbert den weiteren Gang der Dinge. Wann er allerdings wieder zu Ausflugsfahrten vom Bollwerk Baabe aus starten könne, konnte er gestern noch nicht sagen – auch nicht in etwa.

Normalerweise bietet er mit seiner „Lamara“ vom 1. Mai bis zum 30. September täglich zwei zweistündige Rundfahrten rund um die Insel Vilm sowie im Juli und August auch große Abendfahrten an.

Erst vor zwei Jahren war die „Lamara“ in der Barther Werft.

Udo Burwitz und Chris-Marco Herold

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