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Hektik vor Ankunft der Asylbewerber

Bergen Hektik vor Ankunft der Asylbewerber

Infos zu den Ankömmlingen sind immer noch unvollständig. Es bleibt kaum Zeit für Vorbereitungen, heißt es.

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F�hlt sich in Bergen pudelwohl: Imbissbetreiber Tiep La van mit seinem Sohn Phillip.

Quelle: Stefanie B�ssing

Bergen. Die Vorbereitungen laufen: In einer Woche treffen auf der Insel die ersten 24 von insgesamt 178 Asylbewerbern ein (OZ berichtete). Das sorgt besonders bei den kleineren Kommunen für Stress. Viele fühlen sich vom Landkreis im Stich gelassen.

Hintergrund: Weil die Gemeinschaftsunterkunft auf dem Dänholm bei Stralsund mit 100 Plätzen nicht ausreicht, werden die Flüchtlinge auf zentrale Orte der Insel verteilt. Ein absolutes Novum für die Kommunen. „Nun werden kleinste Orte auf einmal mit diesem Problem konfrontiert“, sagt Gerd Zander, Geschäftsführer der Bergener Wohnungsgesellschaft (Bewo). Der Landkreis könne die Verantwortung nicht einfach auf die Kommunen abwälzen. Hinzu käme der Zeitdruck: „Wir haben erst in der vergangenen Woche erfahren, wieviele Familien, Kinder und Einzelpersonen kommen“, sagt Zander.

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OZ-Redakteurin Steffi B�ssing sieht die Ankunft der Asylbewerber als Bereicherung f�r die Insel

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Er habe der Stadt Bergen nun entsprechende Wohnungen für die 24 Migranten aus Tschetschenien, Serbien und Ghana in einem Wohnkomplex im Bergener Stadtgebiet vorgeschlagen, aber noch keine Rückmeldung von der Stadt erhalten. Ob es im Vorfeld Gespräche mit den Mietern über ihre künftigen Nachbarn geben wird, weiß Zander noch nicht. „Auf der einen Seite ist man um Normalität bemüht, auf der anderen Seite gibt es Erfahrungen an anderen Orten, die man sich nicht wünscht, aber auf die man auf jeden Fall vorbereitet sein muss.“

Auch in Samtens herrscht Unsicherheit. „Wir haben noch nie Asylbewerber gehabt, daher wissen wir nicht, was auf uns zukommt“, sagt Bürgermeisterin Karin Wodrich. Acht von ihnen soll die Gemeinde laut Verteilungsschlüssel aufnehmen. Wann diese eintreffen, ist bisher noch unklar. „Der Landkreis hat uns mitgeteilt, dass wir erst kurz vorher Bescheid bekommen, dann müssen wir innerhalb kürzester Zeit die Wohnungen einrichten“, so Wodrich. Das Geld für Erstausstattung, Miete und Betriebskosten zahlt zwar das Land, auch seien den Kommunen zur Unterstützung Ansprechpartner beim Landkreis benannt worden. „Die Umsetzung bleibt aber bei uns hängen“, sagt Wodrich.

Auch Baabes Bürgermeister, Dieter Mathis, fühlt sich vom Landkreis nicht genug unterstützt. „Die Menschen brauchen eine umfassende Betreuung, das kann die Gemeinde nicht leisten“, sagt er.

Auch freie Wohnungen gebe es in Baabe kaum. Rund 42 Bewerber hätten 2012 auf der Warteliste für gemeindeeigene Unterkünfte gestanden, nur vier seien frei geworden. Trotzdem hält die Gemeinde seit Anfang des Jahres eine Wohnung frei, zahlt das Geld aus eigener Tasche.

Es werde auch weiterhin nach Gemeinschaftsunterkünften gesucht, hieß es vom Landkreis. Eine Lösung wäre das ehemalige Wehrkreiskommando in Bergen. Der Kostenvoranschlag für den Umbau liegt beim Innenministerium.

Zäher Anfang
Die Ankunft der Asylbewerber sorgt im Vorfeld auf der Insel vor allem für eins: Unsicherheit. Das ist schade. Vor allem für die Insulaner. Gewiss, die Kommunen fühlen sich vom Kreis im Stich gelassen. Sie sind mit der Situation überfordert. Das ist verständlich, denn bisher war die Unterbringung in Sammelunterkünften Sache des Kreises.

Trotzdem birgt gerade die neue Form des gemeinsamen Zusammenlebens die Möglichkeit, die neuen Nachbarn besser kennenzulernen und Vorurteile abzubauen. Denn diese sind oft nichts anderes, als die Angst vor dem Unbekannten. Diese Möglichkeit sollten sich die Insulaner nicht von vornherein nehmen. Zum einen, weil die Asylbewerber das nicht verdient haben. Es sind Menschen die versuchen, den oft unmenschlichen Bedingungen in ihrem Land zu entfliehen und die Chance auf ein lebenswertes Dasein zu ergreifen. Sie brauchen unsere Hilfe und können einen Bereicherung des Insellebens sein.

Diesem gewünschten Miteinander wird es durch die Hauruck-Situation, die mit dem schleppenden Informationsfluss aus dem Landkreis entstanden ist, nicht gerade leichter gemacht. Die Kommunen hätten sich lieber darauf konzentriert, die Neuankömmlinge gebührend Willkommen zu heißen und den Rüganern ihre Berührungsängste zu nehmen. Jetzt geht es noch knapp eine Woche vor Ankunft der Asylbewerber vor allen Dingen um logistische Fragen, die eigentlich schon längst hätten geklärt sein müssen.

Stefanie Büssing

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