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Rügen Herr über tausend Pfennigsucher
Vorpommern Rügen Herr über tausend Pfennigsucher
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00:00 12.04.2013
Lancken

Die Zeiten, in denen Reinhard Wohlgemuth nur aus dem Fenster zu schauen brauchte, um sich vom Wohlergehen seiner „Schöppings“oder „Pfennigsucher“, wie er die Schafe liebevoll nennt, zu überzeugen, sind vorbei. „Bis zur Wende war Lancken ein richtiger Schafstandort, an die 1000 Tiere wurden hier gehalten“, erzählt Wohlgemuth. Merinoschafe seien es gewesen, Tiere mit besonders begehrter und feiner Wolle, die ausgezeichnet wärmt. Nach 1989 allerdings habe sich keiner mehr so recht um die Wolle gekümmert. „Plötzlich wollte keiner mehr Merinowolle haben“, sagt Wohlgemuth. „Wir mussten damals einen Riesenberg einfach mit dem Bagger vergraben. Schade drum.“

Er erinnert sich gerne an die Zeit zurück, die Arbeit bei Wind und Wetter mit den Tieren hat ihm großen Spaß gemacht. „Ich konnte sogar mit unserm Leitbock kuscheln, obwohl der ein sehr imposantes Gehörn hatte“, erzählt der Schäfer, und seine Augen strahlen. Das Verhalten der Tiere hänge aber auch sehr davon ab, wie man mit ihnen umgehe. „Die Schöppings haben auch so auf mein Pfeifen reagiert, einen Hund hätte ich für die Herde eigentlich kaum gebraucht“, sagt er.

Die komplette Ausrüstung von damals hat er noch im Schrank, auch wenn schon mehrere Souvenierjäger versucht haben, sie ihm abzukaufen. „48 Knöpfe hat unsere Tracht“, erklärt er die Symbolik.

„Zwölf kleine Knöpfe stehen für die Stallwochen und 36 größereKnöpfe für die schönste Zeit des Jahres, die Hütewochen.“ Dazu habe er immer eine Tasche mit Butterbroten dabeigehabt, eines für sich selber und eines für den treuen Hütehund. Sein Hütegebiet umfasste große Flächen in Lancken, auch die Straßengräben durften die Schafe abgrasen. Sogar bis an den Zaun der Raketenbasis in Lancken, die hier von 1986 bis 1989 stand, durften sie heran. Aber eine Rakete sei von dort aus sowieso nicht abgefeuert worden, erinnert sich der Schäfer, da hätte keine Gefahr für Mensch und Tier bestanden.

„Besonders schmackhaft für die Schafe waren die Ausflüge über die Kohlfelder“, sagt er, „die abgeernteten, versteht sich.“

Kohlfelder gab es in der Region reichlich, lange Zeit war Wittow berühmt für das Gemüse. „Der Wittower Kohl ist aber auch wirklich etwas Besonderes“, bestätigt Ilse Wohlgemuth. Die 59-Jährige muss es wissen, sie ist Gärtnerin und hat über 20 Jahre in der Landwirtschaft gearbeitet. Der Geschmack sei unvergleichlich fein, schwärmt sie. Wer einmal probiert habe, möchte nichts anderes mehr.

Leider kann man sich heute davon nicht mehr überzeugen — der letzte größere Kohlanbau in der Region in Wiek ist in der vergangenen Saison eingestellt worden.

Heute arbeiten Wohlgemuths beide in der Tourismusbranche. Reinhard Wohlgemuth ist Haustechniker in der Ferienanlage Rugana und dort für die Instandhaltung von 247 Ferienwohnungen zuständig. Ilse Wohlgemuth ist einen Ort weiter, in Dranske, bei der Anlage „Windland“ beschäftigt. Wehmütig schauen beide aber nicht auf die Zeit zurück; der Blick geht nach vorne. „Durch diese ganzen neuen Ferienhäuser und die Planungen des Golfparks ist unser Dorf enorm gewachsen“, so Reinhard Wohlgemuth. „Es hat hier eine neue Zeit begonnen. Das ist gut für das Dorf.“

Anne Ziebarth

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