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Rügen Hick-Hack um eine Hecke: Amt fordert 16 000 Euro
Vorpommern Rügen Hick-Hack um eine Hecke: Amt fordert 16 000 Euro
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00:00 05.10.2017
Ralswiek

Bekommt Rügen jetzt seine eigene „Maschendrahtzaun“- Posse, wie sie einst von Comedy-Star Stefan Raab berühmt gemacht wurde? Ein bisschen nach Schildbürgertum hört sich der jüngste Fall aus dem Amt jedenfalls an: Wegen „unerlaubtem Rückschnitts einer Hecke“ droht das Straßenbauamt Stralsund dem Intendanten der Störtebeker Festspiele, Peter Hick, mit einer happigen Schadenersatzforderung. Genau 16444 Euro und 39 Cent fordert das Amt von Hick, so hoch sei die Wertminderung des Grundstücks an der B 96 bei Ralswiek, das im Besitz der Bundesrepublik Deutschland sei. Das geht aus einem Schreiben hervor, das der OSTSEE-ZEITUNG vorliegt. „Ich habe meinen Anwalt eingeschaltet. Die Vorwürfe stimmen vorne und hinten nicht“, sagt Hick. „Es geht schon damit los, dass die Hecke hauptsächlich auf meinem Grund und Boden steht.“

Zankapfel ist ein rund 120 Meter langer Heckenabschnitt, der zwischen der B 96 in Höhe Ralswiek und dem angrenzenden temporären Parkplatz der Störtebeker Festspiele sowie benachbarten Feldern verläuft. Hier sind die Spuren des offensichtlich kräftigen Heckenbeschnitts noch zu sehen. Die Anpflanzung – bestehend unter anderem aus Rose, Felsenbirnen, Liguster und Schlehe – ist in Teilen nicht mehr drei, sondern nur noch rund einen Meter hoch und zeigt auch Monate nach dem Eingriff noch deutliche Spuren des Beschnitts.

Aufgefallen war der Rückschnitt Mitarbeitern der Straßenmeisterei Bergen, die eine Schadensanzeige an das Straßenbauamt übermittelten, vor wenigen Tagen folgte die Zahlungsaufforderung. Peter Hick sieht die Schuld nicht bei sich. „Für uns ist es wichtig, dass der Sicherheitsdienst den Parkplatz im Blick haben kann“, erklärt er. „Schließlich gab es hier in den vergangenen Jahren Einbrüche, die Polizei hat auch schon einige Diebe auf frischer Tat ertappt.“ Pflegemaßnahmen von offizieller Seite hätte es nach Angaben Hicks an der Hecke keine gegeben, im Juni habe er dann mit Blick auf die immer höher werdenden Büsche gehandelt. „Diese Hecke ist unter anderem auf unseren Parkplatz gewuchert, also habe ich sie zurückschneiden lassen“, sagt Hick. „Allerdings steht ein Großteil dieser Hecke auch auf meinem Grundstück, und nicht etwa wie behauptet auf dem Grundstück der Bundesrepublik. Das habe ich mir extra von einem Vermesser bestätigen lassen.“

Somit sei die geforderte Summe in den Augen Hicks hinfällig. Eine einfache telefonische Rückfrage über die Eigentumsverhältnisse hätte alles klären können, meint der Intendant. „Diese unkorrekte Arbeitsweise ärgert mich.“

Das Straßenbauamt Stralsund wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern. „Es ist ein laufendes Verfahren und wir können noch nicht sagen, ob wir dazu überhaupt ein Statement abgeben werden“, so Amtsleiter Ralf Sendrowski in der vergangenen Woche. Auch das Landschaftsplanungsbüro, das das Gutachten für die entsprechende Schadenswertermittlung erstellt hat, wollte keine Angaben zu dem Fall machen.

Anne Ziebarth

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