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Rügen Hiddensee: Bienenzucht bleibt erhalten
Vorpommern Rügen Hiddensee: Bienenzucht bleibt erhalten
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00:00 24.08.2016
Dr. Michael Kallius (r.), ehemaliger Inselarzt und Hiddensees einziger Bienenzüchter, weist seinen späteren Nachfolger Wolf Roggow in die Kunst der Imkerei ein. Sie präsentieren eine noch nicht ganz gefüllte Honigwabe. Quelle: Peter Machule

Das Summen der Bienen auf Hiddensee wird nicht verstummen und die Insulaner werden auch in Zukunft einheimischen Honig genießen können: Dr. Michael Kallius, Hiddensees einziger Imker, hat einen Nachfolger gefunden, der eines Tages seine Bienenzucht übernehmen wird. Es ist Wolf Roggow, ein gelernter Koch aus dem anhaltinischen Hohenmölsen.

Imker in MV

1509 Imker gab es im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern. Die Zahl der Bienenvölker wird in einer Statistik des Deutschen Imkerbundes mit 14961 angegeben. Der durchschnittliche Ertrag pro Bienenvolk lag 2014 bei 34 Kilogramm.

Der heute 37-Jährige lebt und arbeitet seit mittlerweile seit 15 Jahren auf dem söten Länneken zwischen Bodden und Ostsee. „Ich fände es schade, wenn die Imkerei auf Hiddensee ausstirbt, deshalb habe ich mich mit Herrn Kallius in Verbindung gesetzt und ihm mein ernsthaftes Interesse an der Bienenzucht bekundet“, verrät Roggow.

Und der heute 82-Jährige ist froh darüber. Seit mehr als 50 Jahren sind die Bienen seine Leidenschaft. Mehrmals in der Woche sieht der ehemalige Inselarzt, der in Kloster wohnt, nach seinen fleißigen Bienen, die ihr Domizil in zwei transportablen Wagen inmitten der Dünenheide bei Vitte haben. Fünf Bienenvölker hat er derzeit. Pro Volk erntet er derzeit etwa zehn bis zwölf Kilogramm Honig im Jahr.

Das ist vergleichsweise wenig. Denn auf dem Festland mit einem vielfältigeren Nahrungsangebot soll der Ertrag weitaus höher ausfallen.

Doch mittlerweile kümmert sich Kallius nicht mehr nur um die Bienen. Der Nachfolger muss eingearbeitet werden. „Ich zeige Wolf von Anbeginn, wie ein Bienenjahr abläuft und was es zu bestimmten Zeitpunkten für den Bienenzüchter zu tun gibt“, sagt Kallius. Da gehe es beispielsweise um die Brutpflege der Immen, deren Behandlung bei Krankheiten, die Ernte des Honigs aus den Waben, die Zufütterung, den Schleudervorgang und vieles mehr. „Das ist schon eine Wissenschaft für sich und es ist häufig ein recht mühsamer Weg, bevor das Glas mit goldgelbem Bienenhonig vor einem auf dem Frühstückstisch steht“, erklärt Kallius seine Vorgehensweise.

Der gebürtige Sachse aus Zwickau ist in der Altmark bei Stendal aufgewachsen und kam 1962 mit Gattin Heidi, ebenfalls Ärztin, auf die Insel Hiddensee, wo beide bis 2006 praktiziert haben. „Die Stelle als Inselarzt auf diesem Fleckchen Erde war von Anbeginn mein Wunschtraum und dementsprechend ließ ich mich zielgerichtet dafür ausbilden“, blickt der rüstige Rentner heute zurück. Bereits als Schuljunge hatte er sich für die Bienenzucht interessiert. Und dann kam das Jahr 1965: „Ich hatte mich gerade als Inselarzt mit den Wehwehchen und Krankheiten meiner Patienten vertraut gemacht, da wollte der damalige Bienenzüchter des Eilandes aufhören“, weiß es Kallius noch ganz genau. Er überlegte nicht lange, übernahm dessen Imkerutensilien und wurde der neue „Honigmann von Hiddensee“ und der arbeitet nun wiederum einen neuen ein.

Peter Machule

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