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Rügen Hiddensee-Verkehr: Fährschiff rammt Pier in Neuendorf
Vorpommern Rügen Hiddensee-Verkehr: Fährschiff rammt Pier in Neuendorf
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00:00 08.06.2016
Der Hafen von Neuendorf. Hier prallte die Fähre am Montag gegen 18 Uhr beim Anlegemanöver mit dem Bug gegen die Pier. Quelle: Ralf Eppinger

Ein Fährschiff der Reederei Hiddensee hat am Montagabend die Kaimauer des Hafens Neuendorf gerammt. Bei der Kollision wurden neun Passagiere leicht verletzt.

Bei dem Unfall wurden neun der etwa 130 Passagiere leicht verletzt / Eine Frau wurde vorsorglich ins Bergener Krankenhaus gebracht / Kollision ist die dritte seit 2014

Alle Helfer haben schnell reagiert und besonnen gehandelt.“Knut Schäfer, Reederei

Die Fähre „Hiddensee“ war aus Kloster gekommen und wollte über Neuendorf weiter nach Schaprode. Beim Anlegen im Neuendorfer Hafen gab es offenbar ein technisches Problem. Der Kapitän habe nicht mehr vom Vorwärts- auf den Rückwärtsgang schalten können. Die Fähre glitt mit langsamer Geschwindigkeit weiter in Richtung Pier und schob ihren Bug gegen die Kaimauer. Durch die Erschütterung beim Aufprall zogen sich einige Fahrgäste leichte Blessuren zu. Eine Frau wurde vorsorglich zur Kontrolle ins Bergener Krankenhaus gebracht.

Zur Ursache gab es gestern noch keine genaueren Angaben. Der Kapitän gilt als erfahren und sicher, von menschlichem Versagen werde nicht ausgegangen, so die Wasserschutzpolizei. Auch Alkohol sei nicht im Spiel gewesen. „Wir gehen derzeit von einem technischen Fehler aus“, hieß es bei der zuständigen Sassnitzer Behörde. Näheres soll eine Untersuchung im Beisein eines Gutachters ergeben, der gestern nach Hiddensee kam. Die Wasserschutzpolizei hatte eine Festlegeverfügung für die „Hiddensee“ ausgesprochen. Erst nach der Untersuchung wird entschieden, wann das Schiff den Neuendorfer Hafen wieder verlassen darf.

Die Passagiere, die in Neuendorf an Land gegangen waren, wurden am Montagabend mit dem Fährschiff „Vitte“ nach Rügen gebracht. „Die Verletzten haben wir mit den Wassertaxis nach Schaprode gefahren“, sagt Knut Schäfer, neben Sabine Schmidt einer der Geschäftsführer der Reederei Hiddensee. Von dort sei die erwähnte Frau vom Krankenwagen abgeholt worden. „Das lief glücklicherweise alles sehr gut“, so Schäfer, der den Vorfall bedauert und sich bei den betroffenen Passagieren entschuldigt. Alle Helfer hätten schnell reagiert: der Rettungsdienst, die Gemeinde, die Feuerwehr und nicht zuletzt die Kollegen von der Reederei, die nach Schäfers Angaben besonnen handelten und denen er deshalb dafür dankte.

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, vermag auch er sich nicht zu erklären. Der Kapitän sei umsichtig und ruhig und genieße sein Vertrauen, sagt Schäfer, der auch ein menschliches Versagen in diesem Fall für unwahrscheinlich hält. Die „Hiddensee“, eines der jüngsten Schiffe in der intern „Boddenkreuzerklasse“ genannten Baureihe der Reederei, ist am Bug beschädigt. Sie wird nach der Untersuchung durch die Fachleute in der Stralsunder Volkswerft repariert. Beim Fahrplan gäbe es derzeit keine Einschränkungen. Ein Ausflugsschiff der Weißen Flotte, der Muttergesellschaft der Hiddenseer Reederei, wird im Linienverkehr für die demolierte Fähre einspringen.

Zum Zeitpunkt der Kollision sollen sich nach Angaben der Reederei etwa 130 Passagiere an Bord des 1995 auf einer Berliner Werft gebauten Schiffes befunden haben. Thomas Gens ist in diesem Zusammenhang froh, dass der weit überwiegende Teil der Passagiere unverletzt geblieben ist. Und angesichts des Schadens an der Kaikante des kommunalen Hafens sagte der Hiddenseer Bürgermeister gestern: „Den wollen wir so schnell wie möglich beheben lassen und werden deshalb weiter eng mit der Reederei zur Schadensregulierung zusammenarbeiten.“

Der aktuelle Unfall im Hiddensee-Verkehr war der dritte seit 2014. Damals am 11. Juli hatte ebenfalls die MS „Hiddensee“ während eines Anlegemanövers die Kaimauer des Hafens von Kloster gerammt.

Ein sechsjähriges Mädchen sowie sechs Erwachsene hatten sich verletzt. Keine Personen waren dagegen am 17. August 2015 im Hafen Neuendorf zu Schaden gekommen. Seinerzeit hatte eine Böe bei starkem Ostwind die MS „Hansestadt Stralsund“ erfasst und gegen den Anleger für Wassertaxen und Sportboote gedrückt.

Chris-Marco Herold und Maik Trettin

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