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Rügen Hiddenseefähre kollidiert mit Wassertaxi in Kloster
Vorpommern Rügen Hiddenseefähre kollidiert mit Wassertaxi in Kloster
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00:05 18.07.2016
Das von der Hiddenseefähre „Gellen“ gerammte Wassertaxi am Liegeplatz im Hafen von Kloster. Bei der Kollision zerstörte Scheiben wurden provisorisch mit Planen abgedeckt. Quelle: Gemeinde Hiddensee

Schiffsunfall auf Hiddensee: Das Fahrgastschiff „Gellen“ der Weißen Flotte hat am Sonnabend gegen 14.45 Uhr im Hafen von Kloster ein am Kai festgemachtes Wassertaxi der Reederei gerammt. Glück im Unglück: An Bord der Hiddenseefähre befanden sich 104 Passagiere. Die kamen mit dem Schrecken davon. Fahrgäste und Besatzung wurden nach Angaben der Wasserschutzpolizei nicht verletzt. Das Wassertaxi wurde bei der Kollision aber erheblich beschädigt. „Es muss zur Reparatur nach Barth in die Werft“, sagt Knut Schäfer, Geschäftsführer der Weißen Flotte Stralsund, und veranschlagt für die Instandsetzung des Wassertaxis „Anna Maria“ drei Tage Werftaufenthalt. „Das Fahrgastschiff hätte das Wassertaxi gar nicht gerammt, wenn das Drehmanöver nach Vorschrift durchgeführt worden wäre“, kritisiert indes Hiddensees Bürgermeister Thomas Gens. Für ihn ist beim Wenden gegen die Hafennutzungsordnung der Gemeinde verstoßen worden.

Ersten Ermittlungen der Wasserschutzpolizei Sassnitz zufolge hat ein technischer Defekt die Schiffskollision verursacht. Knut Schäfer bestätigt dies und schildert den Unfallhergang: Die aus Stralsund kommende Hiddenseefähre wollte beim Einlaufen in den Hafen von Kloster das notwendige Drehmanöver im Hafenbecken einleiten. Bei dem Manöver sei ein Defekt an der Steuerung aufgetreten. „Sie reagierte nicht.“ Das kann 40 Meter lange Fahrgastschiff rammte in der Folge mit dem Bug das am Liegeplatz vertäute Wassertaxi. Dessen Bootskörper wurde bei der Kollision erheblich beschädigt. Die Hiddenseefähre muss nicht außer Betrieb genommen werden. Am Schiff wurden keine Schäden festgestellt. Die Zentralstelle der Schiffsuntersuchungskommission hat den Boddenkreuzer „Gellen“ für fahrtauglich befunden. Mit dem Steuerungssystem des gleichen Herstellers sind mehrere Schiffe der Weißen Flotte ausgerüstet. „Aus Sicherheitsgründen lassen wir deshalb jetzt das System in allen Schiffen überprüfen, die mit der gleichen Steuerung ausgestattet sind“, kündigt Schäfer an. „Außerdem werden wir bis auf weiteres freiwillig den Zwei-Mann-Brückendienst auf den Schiffen bei Anlegemanövern einführen.“ Bislang war dafür ein Besatzungsmitglied verantwortlich. „Jetzt werden sowohl der Haupt- als auch der Seitenfahrstand besetzt. Damit soll die Gefahr gebannt werden, dass sich solche Unfälle wiederholen.“

Dafür habe die Gemeinde bereits Vorsorge getroffen, hält Thomas Gens dagegen. Der Unfall sei genau in jenem Hafenbereich passiert, für den die Kommune das Wenden von Schiffen schon untersagt habe.

„Weil die Gefährdung dort am größten ist“, so Gens. Genau in dem Bereich habe die Gemeinde den Seglerhafen ausbauen lassen. Zudem befindet sich dort der Liegeplatz für die Wassertaxen. „Um Menschen und Boote keiner möglichen Gefahr auszusetzen, haben Gemeinde und Hafenbehörde vor einem Jahr eine Änderung der Hafennutzungsordnung beschlossen und erlassen. Danach darf direkt im Hafen nicht mehr gewendet werden“, betont der Bürgermeister. Im Paragrafen 7 der Verordnung heißt es: „Im Hafen Kloster hat das Drehen der Wasserfahrzeuge im Regelfall unmittelbar hinter der Hafeneinfahrt zu erfolgen. Von dieser Festlegung unberührt bleibt das Entscheidungsrecht des Fahrzeugführers, bei Witterungs- und Windverhältnissen, welche nach seiner Einschätzung ein gefahrloses Drehen im festgelegten Bereich nicht gewährleisten, eine Stelle im Hafengebiet anzusteuern, welche ein gefahrloses Drehen gewährleistet.“ Ungünstige Witterungs- und Windverhältnisse hat es nach Ansicht von Thomas Gens zum Zeitpunkt des Schiffsunglücks aber nicht gegeben.

Die Weiße Flotte hat mit dieser Vorschrift aber ein Problem. „Denn vorne an der Einfahrt des Hafens dürfen wir nicht wenden, weil der Bereich noch Wasserstraße ist“, sagt Knut Schäfer. In der sei das Drehen laut Verodnung des Wasser- und Schifffahrtsamtes nicht erlaubt.

Udo Burwitz

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