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Rügen Hinterm Lenkrad der glücklichste Mensch der Welt
Vorpommern Rügen Hinterm Lenkrad der glücklichste Mensch der Welt
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10:30 08.02.2019
Frank Martens arbeitet als Wagenmeister in Binz. Quelle: Christine Zillmer
Binz

Wenn Frank Martens zur Arbeit fährt, kann das gut und gerne ein paar Stunden dauern, denn sein Weg führt ihn von Rügen unter anderem nach Stuttgart, Wiesbaden, Hamburg oder Berlin. Als Wagenmeister im Rugard Thermal Strandhotel und im Arkona Strandhotel in Ostseebad Binz ist genau das seine Aufgabe. Seit zehn Jahren organisiert Frank Martens Gästefahrten, kümmert sich zusammen mit seinen Kollegen um den Fuhrpark des Hotels und um das Gepäck seiner Gäste. Seit vier Jahren bietet er einen Abholservice an, bei dem die Urlauber von der heimischen Haustür direkt nach Binz gebracht werden.

„Gib mir ein Lenkrad in die Hand und ich bin der glücklichste Mensch der Welt“, sagt der Rüganer selbst über seinen Job. Im Laufe der Zeit haben sich richtige Vertrauensverhältnisse aufgebaut. „Ich kenne eine Familie in Berlin, die ich regelmäßig nach Binz bringe, sagt Martens. Wenn er in Berlin ankäme, müsse er erstmal reinkommen, einen Kaffee trinken und selbst gemachte Buletten essen. „Ich bekomme dann auch ein kleines Paket für zu Hause mit“, sagt der Wagenmeister. Der Limousinenservice sei eben sehr beliebt und für Frank Martens eine echte Erfüllung. Und dabei wollte er der Insel Rügen eigentlich den Rücken kehren.

Im Mai 2007 kehrte er nach Rügen zurück

Der heute 39-Jährige ist in Bergen geboren und in der Hafenstadt Sassnitz aufgewachsen. Nach der Schule lernte er Maler und arbeitete lange Zeit in Stralsund. „Ich wollte 2003 eine Veränderung“, erinnert sich Martens heute. Ein Freund besorgte ihm einen Job als Lkw-Fahrer in Delmenhorst. „Ich packte bei Nacht und Nebel meine Sachen und war weg.“ Im Mai 2007 kehrte er nach Rügen zurück. „Ich fing im Kurhaus in Binz an zu arbeiten und bekam dann 2009 die Chance, in das Rugard Thermal Strandhotel zu wechseln.“ Im Rahmen der Tätigkeit absolvierte er seinen Personenbeförderungs- und er machte den Busführerschein. „Mich bringt im Straßenverkehr nichts so leicht aus der Ruhe“, sagt Frank Martens. Es sei unnötig sich aufzuregen, man könne sowieso nichts ändern.

Das ruhige Fahren lernte er auch beim Busführerschein. „Es gab mal einen Fahrlehrer, der hat die Kofferprobe durchgezogen.“ Dabei wurde das große Gepäckstück im Bus platziert und wenn dieses umfiel, gab es keinen Führerschein. „Ich hatte diesen Prüfer nicht aber ich habe es gelernt, sanft und sinnig zu steuern“, sagt Frank Martens. Mittlerweile führt er die Fuhrpark-Abteilung mit weiteren sechs Mitarbeitern. „Im Sommer wie im Winter ist viel zu tun, Dienstpläne schreiben, die Leute einteilen und das Arbeitspensum selbst organisieren“, sagt er. Vor ein paar Monaten brauste der Wagenmeister mit einem nagelneuen Maybach zur Anmeldestelle in Bergen. „Ich glaube, ich habe damit auf der Insel Geschichte geschrieben. Es gab noch nie jemanden zuvor, der so ein großes Auto zuließ“, bekam Frank Martens die Rückmeldung von der Meldestelle. „Unsere Gäste lieben das Fahrzeug.“

„In meiner Freizeit fahre ich am liebsten Auto.“

Privat geht es bescheiden und bodenständig zu. Martens wohnt mit seiner Lebensgefährtin, die auch seit 2009 im Unternehmen arbeitet, in Binz. Der Job führte die beiden zusammen und seit 2011 sind sie ein Paar. Seit drei Jahren wohnen Susanne und Frank in einem gemeinsamen Haushalt. In der Freizeit pflegt er seinen Garten und kann dabei gut abschalten. „Wir pflanzen Gemüse und ernten Paprika, Gurken. Und im Gewächshaus wachsen Tomaten“, sagt er. Sein Skoda fährt ihn über die Lande zu Besuchen zur Familie oder zu Erledigungen. Die neue Straße auf Rügen bringt ziemlich viel Erleichterung, findet er. „In meiner Freizeit fahre ich am liebsten Auto“, schmunzelt Frank Martens.

Christine Zillmer

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