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Hoffnung dahin: Rambin kommt 2016 nicht mehr zur Ruhe

Rambin Hoffnung dahin: Rambin kommt 2016 nicht mehr zur Ruhe

Für die B 96n ist statt einer Nachbesserung des „Brüllbetons“ nun wieder der Bau einer Schallschutzmauer im Gespräch / Baustart könnte frühestens im nächsten Jahr sein

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Blick auf die B 96n bei Rambin. Zwischen Schienen und Straße könnte in Zukunft eine Lärmschutzwand entstehen.

Quelle: Christian Rödel

Rambin. In die verfahrene Situation um den Lärmschutz an der B 96n kommt Bewegung – aber nicht mehr in diesem Jahr: Eine Lärmschutzwand könnte für die Einwohner von Rambin die Lösung sein. Die hatten sich immer wieder über den Lärm beschwert, der durch Fahrgeräusche auf dem Betonbelag entsteht, der auf der B 96n bei Rambin verbaut wurde. In anderen Bereichen wurde leiserer Asphaltbelag verwendet (die OZ berichtete).

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Für die B 96n ist statt einer Nachbesserung des „Brüllbetons“ nun wieder der Bau einer Schallschutzmauer im Gespräch / Baustart könnte frühestens im nächsten Jahr sein

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Vorgesehen war eigentlich eine Nachbesserung der Waschbetonfahrbahn mit einem lärmmindernden Asphaltüberzug. Jetzt könnte es doch zum Bau einer Lärmschutzwand kommen. Jedenfalls wird dies im Schweriner Infrastrukturministerium und beim Bauträger Deges als Alternative zur vorgesehenen Asphaltdecke erwogen. Die schlechte Nachricht: Aller Voraussicht nach werden in diesem Jahr keine Baumaschinen mehr anrücken, egal zu welcher Lösung es am Ende kommt.

Bislang wurden Forderungen nach dem Bau einer Lärmschutzwand mit Verweis auf den Planfeststellungsbeschluss abgelehnt. Stattdessen hatte Christian Pegel, der bei der Landesregierung zuständige Infrastrukturminister, im Sommer angekündigt, dass die Waschbetonfahrbahn im Gemeindegebiet von Rambin noch in diesem Jahr mit einer lärmmindernden Asphaltschicht überzogen werden solle. Das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Rostock nannte diese Maßnahme in einem Brief an die Rambiner Bürgerinitiative „eine rechtliche Verpflichtung“. In der Tat hatte sich herausgestellt, dass die Fahrbahnoberfläche aus Waschbeton „nicht planfeststellungskonform“ ist, wie es jetzt in einer E-Mail des Ministeriums an die OSTSEE-ZEITUNG heißt. So besagt die entscheidende Passage des Planfeststellungsbeschlusses: „Im Einvernehmen mit dem Land MV ist der Einsatz eines modifizierten Splittmastixasphaltes im Bereich der Ortschaft Rambin vorgesehen.“ Die Waschbetonfahrbahn, die allein im Bereich der Gemeinde verbaut wurde, ist nach Ansicht der Bürgerinitiative eine zusätzliche Quelle des Verkehrslärms.

Bauträger der B 96n auf Rügen ist die „Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH“ (Deges) in Berlin. Bei dem von Bund und Ländern getragenen Staatsunternehmen ist man offenbar in den Erkenntnissen bereits weiter. „Mit der zusätzlichen Asphaltoberfläche würde es zu einer Reduzierung um maximal zwei Dezibel führen. Eine Lärmschutzwand hingegen hätte einen besseren Effekt“, sagt Deges-Manager Joachim Rascher, „jetzt untersuchen wir, ob bei gleichem finanziellen Aufwand eine Lärmschutzwand zu realisieren ist.“ Dabei seien zwei Alternativen im Gespräch: Der Verlauf zwischen der neuen Bundesstraße und den Bahnschienen oder nördlich der Schienen entlang eines parallel verlaufenden Weges. Letztere Version hätte den Vorteil, dass gleichzeitig die Geräuschemissionen der Bahn reduziert würden. „Allerdings brauchen wir hierzu die Zustimmung der Deutschen Bundesbahn“, so Rascher. Diese habe bereits in Gesprächen signalisiert, dass es dazu „kein kategorisches Nein gibt“.

Da bislang keine Lärmschutzwand vorgesehen war, muss eine solche Maßnahme zunächst durch Änderung des Planfeststellungsbeschlusses legitimiert werden. „Über die Lärmschutzwand soll in diesem Monat mit dem Bund beraten werden“, sagt Juliane Schultz im Schweriner Infrastrukturministerium, „anschließend werden die Ergebnisse vor Ort mit der Gemeinde gemeinsam erörtert.“ Ein fester Termin dafür könne wegen der laufenden Abstimmung noch nicht genannt werden.

Bei Anrainern der dreispurigen „Rügen-Autobahn“ liegen inzwischen die Nerven blank. Für Jörg und Kathrin Stavenhagen, deren Haus gerade mal 70 Meter neben der dreispurigen Schnellstraße steht, geht der Verkehrslärm an die Substanz: „Wir überlegen inzwischen, anderswo nochmals bei null anzufangen“, sagt der selbstständige Elektroingenieur. Allerdings sei es schwer, das Haus in dieser Situation zu verkaufen. Selbst, wenn sich ein Käufer finden ließe, sei ein Preis wie vor Jahren kaum noch zu realisieren.

Brita Burrmeister, die unweit der B 96n wohnt, zeigt sich „angenehm überrascht“, von den Überlegungen, eine Lärmschutzwand zu bauen: „Wenn es erst 2017 zum Bau kommt, könnten wir auch damit leben, obwohl die Straße nach wie vor nervt.“

Auf Besserung hofft auch Honza Gimaletdinow, der mit Familie in der gut 500 Meter entfernten Neubausiedlung lebt: „Bei offenem Fenster im Sommer habe ich mir angewöhnt, mit Ohrenstöpseln zu schlafen.“ Das andauernde Grundrauschen der Straße sei auch tagsüber sehr belastend.

Andreas Klug, Vermessungsingenieur und stellvertretender Bürgermeister von Rambin, kann es noch gar nicht glauben, dass man jetzt beim Ministerium auch an eine Lärmschutzwand denkt: „Wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, lasse ich mich überraschen, in welcher Qualität das ausgeführt wird.“ Denn es müsse schließlich auch einen wirksamen Effekt haben.

Der Neubau der B 96

14 Kilometer lang ist der Südabschnitt der neuen Bundesstraße 96 der südlich von Rambin beginnt und hinter Samtens endet. Am 8.

Dezember 2015 wurde er von der Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet. In einem Teilabschnitt bei Rambin wurde die Fahrbahn mit einer Betondecke versehen, andere Teile sind asphaltiert. Der Bau der B 96 n war mit Kosten von etwa 96,5 Millionen Euro verbunden. Die Bauzeit betrug viereinhalb Jahre.

Frank Levermann

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