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Rügen Ihr fehlen Nähe und die Alteingesessenen
Vorpommern Rügen Ihr fehlen Nähe und die Alteingesessenen
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00:00 13.05.2016
In ihrem Elternhaus hat die heute 85-jährige Ursula Klitzke ihre beiden Söhne groß gezogen. Quelle: Susanna Gilbert

Ursula Klitzke sitzt auf dem Sofa und lässt den Blick durch den Raum schweifen. „Leider gibt es nicht mehr so viele alteingesessene Glower“, sagt sie mit leichtem Bedauern. Die 85-Jährige wohnt noch immer in dem Haus, in dem sie geboren wurde und selbst ihre beiden Söhne aufgezogen hat. Die leben schon lange nicht mehr hier, sondern in Berlin und Leipzig, wie auch ihre drei Enkel und zwei Urenkel. „Die Nähe fehlt“, sagt sie.

Die Veränderungen im Ort sieht Ursula Klitzke mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Dank eines besseren Belags sei der Lärm der Autos auf der Durchgangsstraße nicht mehr so stark, „aber im Sommer komme ich nicht über die Straße“. Zudem gibt es keine Ärzte mehr vor Ort. Sie freut sich aber über die Veranstaltungen für Senioren, auch wenn sie nicht mehr alles mitmachen kann.

Früher war das Haus von Leben erfüllt. Die Familie vermietete an Feriengäste und Dauermieter, Ehemann Günter unterrichtete in der Berufsschule. „Wir haben uns immer gut vertragen“, erinnert sich Ursula Klitzke an die vielen gemeinsamen Jahre des Paares, das sich 1950 auf dem Tanzboden beim Erntefest in Bobbin kennengelernt und drei Jahre später geheiratet hatte. Günter ist 1991 gestorben.

Die Beiden hatten nach Öffnung der Grenzen noch nach Frankreich fahren wollen. Eine Bauernfamilie, bei der Günter als Kriegsgefangener gearbeitet hatte, wollten sie besuchen. Daraus wurde nichts.

Einmal war das Paar noch in Paris und in Berlin-Kreuzberg. „Das war irgendwie enttäuschend“, sagt die alte Dame, die früher als Finanzangestellte in der Gemeinde Glowe gearbeitet hat: „Da waren die Häuser auch nicht schöner als bei uns.“

sg

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