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Rügen Im 15. und 16. Jahrhundert war „St. Pauli“ ein Wallfahrtsort
Vorpommern Rügen Im 15. und 16. Jahrhundert war „St. Pauli“ ein Wallfahrtsort
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06:54 16.01.2015
Imposant: Um 1400 entstand der bis heute erhaltene Sakralbau in Bobbin auf Rügen. Die verwendeten Feldsteine sind von außen gut zu erkennen. Quelle: Manuela Wilk

Für einige ist Siglinde Fischer „die gute Seele“ von Friedhof und Kirche in Bobbin. Die 74-Jährige hat lange für die Kirchengemeinde gearbeitet und kümmert sich auch heute noch um Ordnung und Sauberkeit auf dem Friedhof. „Es ist ja sonst kaum einer da, der das machen könnte“, begründet Fischer. Und ihr lägen Kirche und Ruhestätte der Bobbiner am Herzen, auch wenn sie in Glowe wohne und eigentlich aus Bernburg (Sachsen-Anhalt) stamme.

1965 kam Fischer als Konditorin nach Glowe. „Es war nur für die Hauptsaison, aber es machte mir große Freude“, erinnert sie sich. Es gefiel ihr so gut, dass sie im Jahr darauf wiederkam und einfach auf der Insel blieb. „Wir haben unter anderem die Ferienlager in Juliusruh und Dranske beliefert.“ Im Vergleich zu den Arbeitsbedingungen daheim, sei es auf Rügen noch recht altmodisch zugegangen.

„Es gab einen Ofen, den wir mit Kohle beheizten und noch so große Blechschieber.“

Nach der Wende habe sich alles geändert. Fischer sei arbeitslos geworden. „Der Pfarrer kannte mich und setzte sich dafür ein, dass ich zumindest ein paar Stunden arbeiten konnte“, sagt sie. Bis heute sei sie ihm noch dankbar. Die 74-Jährige eignete sich bei der Kirchenarbeit einiges über die Bobbiner Feldsteinkirche an. „Sie ist die einzige dieser Art auf der Insel, die bis heute erhalten geblieben ist“, sagt Siglinde Fischer, die Herrin über den großen eisernen Schlüssel des Eingangsportals. Der Altar stamme aus dem 15. Jahrhundert und zeige die Kreuzigung und Auferstehung von Jesus Christus sowie das letzte Abendmahl. „Das ist alles mal restauriert worden“, sagt Fischer beim Blick auf die frisch wirkenden Farben. Die Bänke der Kirche haben dagegen sichtbar gelitten. „Die mussten im Zweiten Weltkrieg rausgeräumt werden“, begründet die Rügenerin. Zwei Lazarettzüge wurden in der Bobbiner Kirche untergebracht. „Früher waren die Bänke sogar zugeteilt und konnten abgeschlossen werden. Schließlich bezahlten die Besitzer Geld für ihren Platz.“ Heute könne sich jeder seinen Platz aussuchen.

Ältestes Stück in der Kirche sei der Taufstein aus der Zeit von 1300. Unter dem schwedischen General Karl Gustav von Wrangel ist die Kirche neu ausgestattet worden, heißt es auf einer Tafel vor dem Gotteshaus. Die Feldsteine, aus denen 1400 das Gotteshaus erbaut wurde, seien noch gut zu erkennen, sagt Fischer. 1500 ist laut Infotafel der Westturm aus Backsteinen errichtet worden. Im 15. und 16.

Jahrhundert sei die „Sankt Pauli Kirche“ ein Wallfahrtsort gewesen, so Fischer. Heute ist sie ein evangelisches Gotteshaus und gehört zur Kirchengemeinde von Pastor Christian Ohm.



Manuela Wilk

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