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Rügen Im „Käfer“ findet sich noch immer ostalgisches DDR-Flair
Vorpommern Rügen Im „Käfer“ findet sich noch immer ostalgisches DDR-Flair
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00:05 08.12.2017
Rosemarie und Hans-Werner Käfer leben im Haus seiner Großeltern in Trips und führen ihre Gaststätte im benachbarten Karow.

Das kleine strohgedeckte Bauernhaus seiner Großeltern in dem er 1949 geboren wurde, gibt es nicht mehr. Am selben Ort aber baute Hans-Werner Käfer ein neues Haus. „Auf dem Grundstück betrieben meine Großeltern eine kleine Landwirtschaft mit zwei Kühen und einem Pferd“, erzählt er. „Wir waren fünf Kinder und die Kindheit hier war super.“ Zwei seiner Geschwister, eine ältere Schwester und ein jüngerer Bruder, verstarben schon früh.

Der Vater arbeitete bei der Eisenbahn, die Mutter im Konsum von Karow. Dort, wo er gemeinsam eine Gaststätte mit Ehefrau Rosemarie betreibt. Die ist ein Jahr jünger und stammt aus Torgelow. Die Gaststätte mit Schankraum und angeschlossenem Saal hatte nach der Wende Pleite gemacht.

„Weil meine Mutter dort schon aktiv war, empfanden wir es als eine Art Familientradition, das Lokal zu übernehmen“, meint Hans-Werner Käfer. Ziemlich genau 20 Jahre ist es nun her, dass die Eheleute aus der ehemaligen „Mücke“ einen „Käfer“ machten. Monatelang hätten sie renoviert und dabei die Inneneinrichtung bewusst nostalgisch gehalten, weil sich viele Gäste gern an die DDR-Zeit erinnern würden.

Nach fünf Jahren kauften Käfers die Gaststätte. Heute tummeln sich auf dem Tresen jede Menge Käfer – Marienkäfer, um genau zu sein – aus aller Welt und jeder Größe. Die sammeln ihre Namensgeber und manchmal bringt ein Gast einen neuen schwarz-roten-Sechsbeiner mit. „Unsere Stammgäste kommen aus Bergen und Binz, um Hausmannskost und Fisch zu moderaten Preisen zu essen.“ Die Eheleute bringen beste Voraussetzungen für den Job mit. Rosemarie Käfer ist gelernte Köchin und Hans-Werner lernte zwar ursprünglich Agrotechniker, ließ sich aber später in Ökonomie schulen und organisierte beim Militär die Verpflegung. „Das kam mir später sehr zugute.“

Auch die Rügener Linedancer proben zwei Mal in der Woche im „Käfer“. „Unser Festsaal ist so etwas wie ihr Clubraum,“ sagt Hans-Werner Käfer. Dort hängt auch ein großes Poster der Tanzgruppe, die in diesem Jahr ebenfalls ein rundes Jubiläum – ihr zehnjähriges – beging.

Die Gaststätte öffnen Rosemarie und Hans-Werner Käfer heute nur noch an den Wochenenden. An den Werktagen sind sie oft mit „Rosis Imbisswagen“ auf den Märkten von Sassnitz und Putbus unterwegs. „Wir haben schon erwogen, zum Jahresende zu schließen, aber vielleicht verlängern wir doch noch einmal“, sagt Hans-Werner Käfer. „Es ist schwer, loszulassen“, ergänzt seine Rosemarie.

ud

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