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Rügen „Im Osten hat sich alles verändert, im Westen gar nichts“
Vorpommern Rügen „Im Osten hat sich alles verändert, im Westen gar nichts“
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00:00 18.10.2017
Bergen/Prora

Das Thema schien es in sich zu haben: „Misstrauen gegenüber der Politik in Ostdeutschland – Ein Erbe der Wendeerfahrung?“ Organisiert vom Prora-Zentrum sollte bei dieser Veranstaltung im Bergener Parkhotel unter anderem auch die Ursache beleuchtet werden, weshalb es im Osten zum Teil einen starken AfD-Zulauf gegeben hat.

Am Ende dominierten zwei Aussagen. Zum einen betonte sowohl die Moderatorin, Zentrums-Leiterin Susanna Misgajski, als auch die vier Diskussionsteilnehmer, dass „es keine einfachen Antworten auf komplexe Fragen“ gebe, zum anderen war es den vier Herren im Podium wichtig, sich immer wieder gegenseitig aufeinander zu beziehen. Das kann unter Umständen daran gelegen haben, dass das Quartett aus dem gleichen politischen Lager stammt: Hartmut Gutsche (49), Leiter des Regionalzentrums für demokratische Kultur Vorpommern-Rügen, Martin Müller (60), persönlicher Referent von Iris Gleicke (SPD), Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, Heiko Miraß (50), SPD-Bundestagsdirektkandidat, und Jochen Schmidt (53), Direktor der Landeszentrale für Politische Bildung.

Misgajski fragte, die Gäste antworteten – meist kam jeder einmal zu jeder Frage zu Wort. „Warum gibt es verstärkt in Ostdeutschland eine Abwendung von der etablierten Politik?“, „Fühlt sich ein Teil der Ostdeutschem im jetzigen Deutschland nicht zu Hause?“, „1,4 Millionen Nichtwähler entschieden sich für die AfD. Wie können die Etablierten dieses Vakuum schließen?“ Da war dann vom verlorenen Grundvertrauen in die große Politik die Rede, sei bei manchen Menschen eine „Schuldsuche für persönliche Miseren beim Staat“ festzustellen, habe das Unbehagen der Bürger auch mit der gestiegenen Komplexität der Politik zu tun. Gutsche meinte, einige Leute „fühlen sich nicht mehr Ernst genommen, weil die Politiker mit einer eigenen Sprache nur für sich kommunizieren“.

Martin Müller ging auf die spezifische Situation der Ostdeutschen ein, bei denen „nach 1990 kein Stein auf dem anderen“ geblieben sei. „Im Osten hat sich alles verändert, im Westen gar nichts“, sagt der SPD-Mann. Schon damals häten die Schwierigkeiten der Umwälzung besser kommuniziert werden sollen. Ebenso, wie die Politik die Herausforderungen der Massenzuwanderung ehrlicher hätte ansprechen müssen.

Nachdem Gutsche festgestellt hatte, dass die AfD-Wahl auch ein Statement in die Zukunft sei, mit dem die Menschen sich gegen die Globalisierung stellten, wies Heiko Miraß auf die Unterschiede unter den Generationen hin. „Leute, die ein gewisses Alter haben, erinnern sich wehmütig an früher und haben kein Interesse mehr an Veränderungen“, analysierte er. „Sie wählen dann jemanden, der ihnen sagt, dass alles so bleibt wie es ist.“ Müller zeigte für diese Haltung Verständnis. „Die Welt bewegt sich in hohem Tempo“, sagte er. „Dabei vergessen Politiker manchmal, dass man das ein oder andere tatsächlich so lässt wie es ist.“ Dazu gehöre auch „der umstrittene Begriff Heimat“. Diese setze sich seiner Meinung nach aus Dingen zusammen, die einem wichtig seien.

Jochen Schmidt übte Selbstkritik, als er feststellte, dass seine Landeszentrale viele Jahre nicht jene Menschen erreicht habe, die man eigentlich erreichen wolle. „Wir haben mit unseren Veröffentlichungen zu sehr auf jene geachtet, die sowieso schon an Politik interessiert waren“, sagte Schmidt. Es gelte aber, die zu wecken, die sich zurückgezogen hätten. Und die seien mit komplizierten Schriften voller Fußnoten nicht zu bekommen.

Das Publikum bekam nach über einer Stunde Podiumsgespräch die Chance für drei Fragen, die mit den Themen Ost-Identität, Rentenniveau und Wahlpflicht die Diskussion noch einmal kurz belebten.

Jens-Uwe Berndt

Rügen KOMMENTAR - Stinklangweilig

Ohne despektierlich klingen zu wollen – aber die Podiumsdiskussion über das Politikmisstrauen im Osten war stinklangweilig.

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