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Im alten Baumarkt entstehen neue Welten

Teschenhagen Im alten Baumarkt entstehen neue Welten

Zwei Brüder wollen in Teschenhagen ein „Konstruktorium“ mit Spielmöglichkeiten eröffnen

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Die Brüder Ronny (li.) und Roland Roeßler zeigen eines ihrer Dioramen in der Halle des ehmaligen Baumarkts.

Quelle: Fotos: Uwe Driest

Teschenhagen. Zwei Brüder schicken sich an, von Teschenhagen aus die Welt zu erklären. Die ganze Welt – nicht lediglich die Erde. Deshalb sollen in ihrem „Weltenkonstruktorium“in der Halle des ehemaligen Baumarkts nicht nur Dioramen genannte Modelllandschaften stehen, die Szenen aus der Geschichte der Menschheit darstellen. „Wir möchten darüberhinaus auch Bilder aus den Bereichen Fantasy und Science-Fiction zeigen“, sagt Roland Roeßler. Der 39-jährige Rechtsanwalt übernahm die Rolle des Geschäftsführers und stammt ebenso wie sein Bruder Ronny aus Greifswald.

Ronny ist drei Jahre älter als Roland, gelernter Konstruktionsmechaniker und diente einige Jahre als Stabsunteroffizier bei der Bundeswehr. Für das gemeinsame Projekt zog er nach Teschenhagen.

Die Familie kaufte das Gebäude der ehemaligen, 1956 erbauten Schule, in der Ronny Roeßler sich das Dachgeschoss zur Wohnung für seine Familie ausbaut. „Im 500 Quadratmeter großen Erdgeschoss möchten wir eine Art Gemeinde-Kultur-Zentrum einrichten“, sagt er. Das haben sie mit Gemeindebürgermeister Manfred Keller besprochen, nachdem mit der „Kastanie“ die einzige Gastwirtschaft des Ortes schloss.

„Es könnte ein Gemeindefest mit Tausch-Basar geben“, haben sich die Brüder überlegt.

Kreativ solle es auch im „Weltenkonstruktorium“ werden. „Wir stehen in Kontakt mit der Berliner Fotografin Sandra Bergmann, die hier gern ihre Ausstellung ’Gesichter der DEFA’ von Armin Müller-Stahl bis zu Ost-Winnetou Gojko Mitic zeigen würde“, erzählen die Brüder. Wann es soweit sein wird, können sie noch nicht sagen. „Wir sind seit zwei Jahren mit dem Eigentümer in Verhandlung über den Kaufpreis des Gebäudes, den unsere Bank für stark überhöht hält“, sagt Roland Roeßler. Wenn es denn zur Eröffnung kommt, soll im Außengelände ein Märchenwald entstehen, in dem sich lebensgroße Figuren vom Kleinen Muck, Froschkönig oder der russischen Hexe Baba Jaga tummeln. Auch der sieben Meter große Zyklop, dem Sindbad der Seefahrer auf seinen Abenteuern begegnete, soll im Märchenwald sein Zuhause erhalten.

Daneben ist ein Spielplatz mit Wikinger- oder Piratenschiff geplant. „Alles rustikal gehalten und ohne versteckte Kosten für die Nutzer“, versprechen die Brüder. Auch einen „Baum der Wünsche“ haben sie schon angedacht. „Darin könnten Besucher und Einwohner die Nachricht mit einem Wunsch hinterlegen, den sie sich selber nicht erfüllen können“, erklärt Ronny Roeßler.

Neben den Ausstellungen möchten die Brüder auch einen Spieleclub installieren. Dafür gründeten sie eigens den Verein „Feldherren-Akademie“. An 20 Spieltischen wollen sie Bastel- und Spiel-Workshops anbieten. Strategiespiele am Tisch hätten „im Ursprung die Preußen erfunden“ und so könnten die Spieler die Truppen von Wallenstein durch eine Moorlandschaft vor Stralsund schicken.

Im Tabletop Vergnügungspark hingegen können hunderte Spieler per Touch-Screen durch die Zeit oder die Welt der Hobbits reisen. Dabei bedienen sich sich sogenannter „Freebooter“, einer kleinen Serie von „mit Humor und Liebe zum Detail modellierten Zinnminiaturen“, wie der Hersteller verspricht. Darunter „raubgierige Piraten, gerissene Goblins, standhafte Imperiale, düstere Assassinen, gefährliche Amazonen und skrupellose Söldner“. Aber auch die Möglichkeit, das gute alte - und nicht minder königliche - Schachspiel anzubieten, ziehen Roeßlers in Betracht. „Wir baten schon Lucie Sadewasser, die Deutsche Jugendmeisterin um Unterstützung, die wie wir aus Greifswald kommt“, erzählt Ronny Roeßler. Doch zunächst haben die Brüder die Poker-Partie mit dem Eigentümer für sich zu entscheiden.

Teschenhagen

1286 verlieh Fürst Witzlaff II. den Ort „Tessekenhaghen“ an einen Hermann Witte. Später könnte Teschenhagen bis zur Reformation dem Rostocker Kloster Marienehe gehört haben, mutmaßen die Autoren Ohle/Baier. Danch habe der Besitz häufig gewechselt, ging in den Besitz der Rostocker Universität über und wurde 1570 an Gützlav Rotermund verkauft. In der zweiten Hälfte des des 17 . Jahrhunderts gehörte das Gut dem schwedischen General Graf Carl Gustav v. Wrangel, der 1668 die ansässigen Bauern bis auf drei sowie vier Kossaten legte und einen Ackerhof einrichten ließ.

Uwe Driest

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