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In Niederhof schlüpft es am laufenden Band

Niederhof In Niederhof schlüpft es am laufenden Band

In der Vogelkolonie können derzeit brütende Kormorane sowie Silber- und Graureiher beobachtet werden.

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Durch das Spektiv bietet sich Dietmar Hennings ein toller Einblick in ein Nest mit Kormoranküken.

Niederhof. Tiervater Alfred Brehm wetterte seinerzeit gegen den Kormoran, er sei ein Fisch fressendes Monster, das zumindest im Binnenland nicht geduldet werden sollte. Bernhard Grzimek dagegen sah in ihnen knappe 100 Jahre später „hochinteressante, schöne und überwiegend nützliche Vögel“, die man schützen sollte. Und auch heute noch scheiden sich die Geister an dem zu den Ruderfüßern gehörenen Vögeln, die derzeit in der Kormorankolonie Niederhof ihren Nachwuchs großziehen.

OZ-Bild

In der Vogelkolonie können derzeit brütende Kormorane sowie Silber- und Graureiher beobachtet werden.

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Doch ob geliebt oder gehasst – die schwarzen Vögel faszinieren. Und so schlossen sich etliche Naturliebhaber, ausgestattet mit Ferngläsern und Fotoapparaten, jüngst der Exkursion durch die Kormorankolonie in Niederhof in der Nähe Stralsunds an. „Es ist die älteste kontinuierlich bewohnte Kolonie in Deutschland“, erklärt Naturschutzgebietsbetreuer Hermann Baier, der den kleinen Tross durch das 25 Hektar große Gebiet führt. Die als Fischräuber verrufenen Vögel sind derzeit voll im Brutgeschäft, das noch bis etwa Mitte Juni anhalten wird, und deshalb gut zu beobachten.

Der Weg zu der Kolonie führt durch einen urwüchsigen Wald. Einst als Park angelegt, wurde das Areal sei den 1950-er Jahren forstwirtschaftlich nicht mehr bewirtschaftet. Seitdem hat sich der einst streng angelegte Park in einen Urwald verwandelt. Einen Urwald, den sich der Kormoran als Brutgebiet auserkoren hat.

„Kurz nach dem Krieg wollten sich die Vögel auf der Halbinsel Pulitz im Jasmunder Bodden auf Rügen niederlassen, aber die Fischer haben damals kurzen Prozess gemacht und einfach die Brutbäume abgesägt“, weiß Exkursionsmitglied Dieter Silge. So zogen die schwarzen Vögel an den Sund.

Währenddessen wird das heisere Rufen der Kormorane immer lauter und den Wanderern steigt ein unangenehmer Geruch von Fisch und Dung in die Nase. Plötzlich weicht das üppige Grün der Eschen und Buchen kahlen Baumskeletten, auf denen sich Horst an Horst reiht, aus denen Jungvögel ihre hungrigen Schnäbel bettelnd in Richtung der auf den Ästen sitzenden Eltern recken.

Es ist ein Schauspiel, welches selbst Kritiker dieser archetypischen Vögel verstummen lässt. Wer nicht gerade durch das mitgebrachte Spektiv das Geschehen in den Horsten beobachtet, greift zu Fernglas oder Fotoapparat. Währenddessen erfahren die Teilnehmer, dass Kormorane in anderen Erdteilen ein besseres Ansehen genießen, als bei uns. So würden die Vögel in Asien beispielsweise zum Fischfang abgerichtet, während man ihnen in Lateinamerika Schutzzäune und Nistplattformen errichtet, weil die Menschen Kormorankot schätzen und als phosphathaltigen Dünger abbauen.

Auf dem Rückweg macht Hermann Baier seine Exkursionsmitglieder auf zwei weitere Vögel aufmerksam, deren Nester nicht so leicht zu finden sind wie diedes Kormorans. Hoch oben in den dichtbelaubten Buchen brüten 12 Silber- und 264 Graureiher.

Erneut kommen Spektiv und Ferngläser zum Einsatz. „Sind das schöne Tiere“, schwärmt Dietmar Hennings, während er mit dem Fernglas einen Silberreiher einfängt. Und Hermann Baier verkündet noch eine kleine Sensation: Nachdem in Deutschland vor drei Jahren erstmals ein Bruterfolg bei Silberreihern nachgewiesen wurde, sind in diesem Jahr auch in Niederhof erstmals Silberreiherküken geschlüpft.

Kormorankolonie Niederhof

Die ersten acht Kormoran-Brutpaare siedelten sich 1952 in Niederhof an.

2169 Paare brüten in diesem Jahr in der Kolonie in Niederhof.

Der Bestand ist im Vergleich zum Vorjahr um 400 Paare zurückgegangen.

Die größte Brutkolonie der Kormorane mitn immerhin 40000 Paaren befindet sich in Schweden. Neben dem Kormoran brüten in Niederhof auch Graureieher (264 Paare) und Silberreiher (12 Paare).

Die brütenden Silberreiher stellen deutschlandweit eine Sensation dar.

Vor drei Jahren wurde erstmals eine Brut dieser Vögel in Deutschland nachgewiesen.

In diesem Jahr konnte in Niederhof zum ersten Mal ein Silberreiher-Nachwuchs fotografisch nachgewiesen werden.

Claudia Noatnick

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