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Rügen Innovative Lehrmethoden und viel Wald
Vorpommern Rügen Innovative Lehrmethoden und viel Wald
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16:28 02.02.2018
Im Mathe-Unterricht werden abstrakte Größen für die Schüler so erfahr- und begreifbar: Acht Mädchen und Jungen passen in einen Ein-Kubikmeter-Würfel. Quelle: Gaia Born
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Bergen

Die Mathematik-Klasse an der Regionalen Schule „Am Rugard“ steht einigermaßen verwirrt vor einem Karton. Er enthält Stangen und Verbindungsstücke. Nach einigen Minuten haben die Fünftklässler das Prinzip raus – und schon setzen sie einen großen Würfel zusammen. „Das ist ein Ein-Kubikmeter-Würfel“, erklärt Ilona Schädel, Mathematiklehrerin und stellvertretende Schulleiterin. „Er soll für die Kinder abstrakte Größen erfahrbar machen. Jetzt probieren wir aus, wie viele Kinder auf einen Kubikmeter passen. Unser Rekord liegt bei 13 Schülern.“

Und schon drängeln sich die Schüler zusammen, steigen vorsichtig in das fragile Gebilde. Passt noch einer? Nein? Diesmal sind es acht Schüler, die in dem Kubikmeter-Würfel Platz finden. Das kurze Experiment hat sich den Schülern eingeprägt, sie werden künftig eine genaue Vorstellung von einem Kubikmeter haben.

„Dieses praxisorientierte Lernen ist uns sehr wichtig“, sagt Schulleiter Heinz Neubeck. 30 Lehrern steht er vor und unterstützt Weiter- und Fortbildungen, wo er kann. „Es ist faszinierend zu sehen, was sich didaktisch in den letzten Jahren getan hat. Für die Kollegen ist es sehr befriedigend, wenn sie mit neuen Ideen und Konzepten wiederkommen und den Schülern Inhalte so näherbringen können, dass sie wirklich jeder versteht.“ Bei einer so großen Schule mit 16 Klassen und 347 Schülern ist das eine Kunst. „Diese intensive Beschäftigung mit der Methodik macht den Unterricht leichter – und lässt uns Raum, ganzheitliche und altersübergreifende Projekte in den Blick zu nehmen“, freut sich Neubeck. Denn die Regionale Schule „Am Rugard“ möchte fürs Leben lehren. „Dabei denke ich vor allem an soziale Kompetenzen, die im Leben und im Beruf weiterhelfen. Die Schüler sollen unter- und miteinander können, fair und kameradschaftlich sein“, wünscht sich der Schulleiter.

Damit der lange Arbeitstag von 7.40 bis 15 Uhr nicht zu schwer wird, durchbrechen so genannte „Ganztagsblöcke“ immer wieder den Unterrichtsalltag. „Unsere Kooperationspartner sind so nicht nur auf den Nachmittag festgelegt – und die Schüler haben Lichtblicke, auf die sie sich freuen können.“ Dass das Konzept fruchtet und viele Schüler sich an der Schule zuhause fühlen, sieht man an ihrem Arbeitseinsatz. „Bei der Gestaltung des Außengeländes sind sie immer eifrig dabei und können stolz sein auf das, was sie da geschaffen haben.“

Die Beliebtheit der Schule hat aber auch ihren Preis: Der Platz reicht nicht. Zwei Container auf dem Hof bieten als Übergangslösung zwei großzügige Klassenräume. „Das ist nicht optimal. Ein neues Fachgebäude ist in Planung. Wir haben die ersten Entwürfe schon gesehen und sind begeistert. Nun hoffen wir, dass die Fördermittel schnell bewilligt werden und der Bau bald beginnen kann“, drückt Neubeck die Daumen.

Gaia Born

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