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Insel Rügen will Archäologisches Landesmuseum

Putbus Insel Rügen will Archäologisches Landesmuseum

Die Stadt Putbus hat sich auf die Liste der zu prüfenden Standorte setzen lassen. Mit einer Entscheidung wird im Sommer gerechnet.

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Die Insel Rügen hat viele archäologische Raritäten: hier das Hünengrab Nipmerow

Quelle: Dr. Kathrin Staude

Putbus. Die Stadt Putbus (Landkreis Vorpommern-Rügen) ist in das Rennen um den möglichen Standort für das von der Landesregierung geplante Archäologische Landesmuseum eingestiegen. Wie die Putbuser Bürgermeisterin Beatrix Wilke mitteilte, habe man Antwort aus dem Kultusministerium erhalten, dass die mit der Standortsuche beauftragte Agentur Putbus mit in die Liste der zu prüfenden Standorte  aufgenommen hat.

Acht weitere Orte buhlen um den Standort des Landesmuseums. Bisher gehören Schwerin, Rostock, Neustrelitz, Bad Kleinen und Groß Raden, Region Tollensesee, Greifswald und Stralsund zu den Kandidaten, jetzt ist auch Rügen mit Putbus vertreten. Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) hofft, dass im Sommer eine Entscheidung getroffen wird. Leiter des Museums soll nach dem Willen des Kultusministers der Inhaber einer neuen Professur für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Rostock werden.

Ingrid Schmidt, Autorin mehrerer Bücher zur Rügener Geschichte ist über den Putbuser Vorschlag nicht überrascht. „Nirgendwo sonst in Deutschland findet sich eine so große Dichte an Bodendenkmälern, also Hünen- und Hügelgräbern, Burgwällen und andere Fundstellen wie auf Rügen“, weiß die ehemalige Leiterin des Bergener Museums. Leider seien die Funde in ganz Deutschland verstreut. So bestehe eine beachtliche Privatsammlung bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts in Nürnberg, würden zahlreiche Funde in Stralsund und der Greifswalder Uni lagern, wo sie nicht ausgestellt werden könnten. „Deswegen wäre es überaus wünschenswert, wenn diese hochbrisanten Funde der Insel Rügen eines Tages auf der Insel zusammengeführt würden“, sagt Schmidt

Auch die SPD des Landkreises spricht sich klar für ein Archäologisches Museum für Vorpommern-Rügen aus. „Wenn das geplante Landesmuseum nach Vorpommern kommt, würde damit auch die ungleiche Verteilung von Landesbehörden weiter ausgeglichen“, argumentiert Donig, der für die SPD auch im Kreistag sitzt und überdies kulturpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion ist. „Die Insel nimmt mit der Slawensiedlung am Kap Arkona, den Feuersteinfeldern in Sassnitz, dem Wikingerschatz von Hiddensee, den archäologischen Gräbern und vielen anderen Fundstätten eine herausragende Stellung in der Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns und des gesamten südlichen Ostseeraums ein“, begründet Ingulf Donig die Wahl für Rügen.

Hans Dieter Knapp, Vorsitzender des Verbands Insula Rugia bringt eine Idee zur Verwirklichung des Baus ins Spiel „Mit dem Platz des zerstörten Schlosses steht ein Ort zur Verfügung, dessen historische Bedeutung durch einen Neubau des Landesmuseums gewürdigt und zu kultureller Wirkung gebracht würde“, meint er. „Dabei könnten die im Erdreich liegenden denkmalgeschützten Grundmauern in das Gesamtkonzept einbezogen und mit einem Neubau zu einem einzigartigen baulichen Ensemble verbunden werden.“

Von Ziebarth, Anne Friederike

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