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Rügen Ironman Rügen vor dem Aus?
Vorpommern Rügen Ironman Rügen vor dem Aus?
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17:51 20.12.2018
Der zweifache Eisenmann-Weltmeister Patrick Lange gewann 2017 den Ironman Rügen 70.3 in Binz und war diesmal Zweiter. Er wurde gerade zu Deutschlands Sportler des Jahres gekürt . Quelle: Niklas Kunkel
Binz

Es wird ihn wohl nicht geben: den 6. Strandräuber Ironman 70.3 Rügen im September nächsten Jahres. Für die Fortsetzung des Vertrages hat sich auf der letzten Sitzung der Binzer Gemeindevertretung keine Mehrheit gefunden. Doch die Beschlussformulierung sorgte für Irritationen. Die Vorlage aus der Verwaltung empfahl, den Vertrag mit der Ironman Germany GmbH um weitere drei Jahre nicht weiterzuführen. Im Klartext hieß das: Wer ist dafür, den Ironman abzuschaffen? Acht Gemeindevertreter sprachen sich dafür aus, acht dagegen. Eine Gemeindevertreterin fehlte. Die Abstimmung erfolgte auf Antrag der Wählergemeinschaft „Bürger für Binz“ namentlich.

Doch die Patt-Situation und die Negation in der Fragestellung ruft nun Juristen auf den Plan. Denn was der Beschluss konkret für Folgen hat, scheint noch unklar. Ist der Beschluss nun abgelehnt und hat der alte, dass Vertragsverhandlungen weitergeführt werden, somit wieder Bestand? So war zumindest der Plan der Befürworter. Doch die Kritiker zweifeln die Rechtmäßigkeit an.

„Der jetzige Beschluss muss rechtlich geprüft werden“, informierte Bürgermeister Karsten Schneider. Er glaube allerdings nicht, dass der Vertrag mit Ironman noch zustande kommt. Denn zu welchem Ergebnis man auch gelange oder die Beschlussvorlage sogar umformuliere oder erneut abstimme, klar sei, dass es kein klares Bekenntnis für das Sportevent gebe. Das habe auch schon die Vorabstimmung gezeigt. „Eine so große Veranstaltung muss auch durch eine große Mehrheit getragen werden“, so Schneider, der den Triathlon befürwortet, aber die demokratische Entscheidung respektiere. Dass der Rückhalt fehlte, zeigte die fünf Jahre lang fortlaufende Debatte um den Ironman. Immer wieder wurden die Kosten von rund 150000 und die notwendigen Straßensperrungen im Ostseebad und auf der Insel kritisiert.

Für das nächste Jahr war die Finanzierung sogar offen, weil diese laut Kurdirektor Kai Gardeja nicht mehr aus dem Etat des kommunalen Eigenbetriebes Kurverwaltung beziehungsweise den Kurtaxe-Einnahmen gestemmt werden könne. Der Ironman sei nicht kurabgabefähig und könne nicht vom Gast finanziert werden. 70000 Euro könnten eventuell über die Fremdenverkehrsabgabe abgebildet werden als Werbeausgaben. Als Finanzier rückten die Gemeinde, die gesamte Insel und Sponsoren in den Fokus. 2019 wurde zudem mit einer Erhöhung der Kosten gerechnet, weil die Streckenverläufe für die 90 Kilometer lange Raddistanz bis zum Königsstuhl ausgebaut werden sollten. Die Straßenbehörde hatte angekündigt, dass die Radstrecke nicht wie bisher von Binz über Putbus und Zirkow verlaufen könne, weil es für die Sperrungen keine Genehmigungschance mehr gebe.

„Diese Probleme bleiben, auch wenn die Entscheidung doch noch für den Ironman fällt“, so Schneider. Als Bürgermeister und Privatperson bedauere er dessen Aus sehr, weil die Strahlkraft und somit Werbung weit über die Landesgrenzen hinausgehe. Ein weiteres hochkarätiges Sportevent falle nun nach dem Smart Beach Cup, dem Baltic Box Cup, dem Beach Polo und dem IFA Rügen Strandkugelstoßen der Streichliste zum Opfer.

Beim 5. Strandräuber Ironman 70.3 Rügen am 9. September hatten sich 1500 Profi- und Freizeitsportler aus 41 Nationen als Einzelstarter oder in der Staffel über 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen der Konkurrenz gestellt. Der Rügener Triathlon zählt zu den attraktivsten bei den Eisenmännern und -frauen - und das gegen eine so namhafte Konkurrenz wie Hawaii oder Nizza. Der zweifache Ironman-Weltmeister Patrick Lange hatte nach seinem Sieg in Binz im letzten Jahr diesmal hinter Eisenman Florian Angert Platz 2 belegt und sein Kommen 2019 wieder zugesagt. Patrick Lange, Doppelgewinner des Ironman Hawaii 2017 und 2018, ist gerade Deutschlands Sportler des Jahres geworden.

Gerit Herold

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