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„Ja, ich will“ – Rüganerin heiratet im Kreißsaal

Lübeck „Ja, ich will“ – Rüganerin heiratet im Kreißsaal

Schwangere Braut wurde in Lübecker Klinik eingeliefert / Premiere für das Krankenhaus und den Standesbeamten

Lübeck. So hatten sich die gebürtige Rüganerin Jule Hobusch (28) und ihr Bräutigam Christian Klapötke (33) ihre Hochzeit nicht vorgestellt: Die Frau aus Sehlen im Bett des Kreißsaals der Lübecker Uniklinik, er auf einem Stuhl daneben. Doch er trägt einen dunklen Anzug mit roter Fliege, wie es sich gehört. Und die Braut in ihrem weißen Kleid ist hübsch frisiert, in den Händen hält sie einen Blumenstrauß. Beide lächeln glücklich.

 

OZ-Bild

Hochzeit im Krankenhaus: Jule Hobusch, ihr Christian und Standesbeamter Jens Weimann (v.r.).

Quelle: Foto: Lutz Roessler

„Geplant war die Hochzeit ja heute in der Lindeschen Villa“, erinnert der Standesbeamte, dem eine Hochzeit im Kreißsaal noch nicht untergekommen ist. Auch für die Klinik ist es eine Premiere. Aber was mache das schon: Immerhin gehe es hier ja um Liebe, Vertrauen, Zuneigung. „Und die Überzeugung, dass Sie beide in Zukunft glücklich sind.“

Eigentlich sind sie ja schon zu dritt. Das Kind, ein Mädchen, wollte bereits auf die Welt kommen – nur leider zehn Wochen zu früh, wie Oberärztin Verena Boßung (36) feststellt. „Gestern wurde die Braut als Notfall bei uns eingeliefert.“ Jetzt muss sie im Bett bleiben. „Jeder Tag, den wir auf diese Weise gewinnen, ist kostbar“, sagt die Ärztin.

Das machte einen Strich durch die Pläne des jungen Paares. „Heute Standesamt, morgen Kirche, so war es vorgesehen“, sagt Christian Klapötke. Aber die Gäste waren eingeladen, die Übernachtungen gebucht. „Da dachten wir, warum nicht?“ Klapötke rief zwei Standesbeamte an – sie sagten ab. „Der dritte hat gesagt: , Ja, machen wir.’“

Neun Gäste sind in die Klinik gekommen, darunter die Eltern der Braut. „Für uns war es schon ein Schock, als wir hörten, dass Jule im Krankenhaus ist“, sagt Birgit Hobusch (53), die mit ihrem Mann Uwe (54) von Rügen angereist ist. „Die ganze Schwangerschaft war bis dahin doch so gut gegangen.“ Jetzt aber freue sie sich.

So geht es auch Frieda und Gerhard Janzen (68 und 74), die sich als „Ersatzeltern“ des Bräutigams vorstellen. Dessen leiblicher Vater lebt nicht mehr. „Phantastisch, dabei zu sein“, findet „Ersatzbruder“ Johannes Janzen (33). „Wir kennen uns seit dem Krabbelalter. Sind durch dick und dünn gegangen – jetzt wieder.“ Die Brautleute haben sich vor sieben Jahren kennengelernt. „Das war auf der Silvesterfeier eines Freundes. Wir saßen am Tisch nebeneinander“, erzählt Jule Hobusch. „Mein erster Eindruck von Christian war sehr positiv.“ Christian nickt. „Ich dachte: ,Oh, ist die nett.’“

Alles habe gepasst. Sie seien sich schnell näher gekommen, sagt die Braut. „Das kann man gar nicht beschreiben.“

Und nun ist der große Augenblick da. Christian Klapötke hat die Ringe dabei. „Ich erkläre Sie zu Mann und Frau“, sagt der Standesbeamte. „Sie dürfen sich jetzt küssen und sich die Ringe aufstecken.“

Das dauert eine Weile. „Noch ein Kuss“, fordert der Standesbeamte. Dann müssen die Brautleute die Urkunde unterschreiben. Jetzt heißen beide Hobusch. „Ich habe den Namen vorher schon geübt“, verrät Christian.

Dann gibt es Kaffee und Kuchen. Am Abend werde wohl noch ein wenig gefeiert, überlegt der Bräutigam. „Vielleicht ja auch wieder hier, im Krankenhaus.“ Ohne Sekt. Den gibt es dann später, wenn die kirchliche Hochzeit nachgeholt wird.

Wann das Kind zur Welt kommt, wissen die beiden glücklichen Eltern noch nicht. „Theoretisch kann es jeden Tag passieren, aber wir wollen es lieber noch hinauszögern“, sagt Jule Hobusch. Chefarzt Achim Rody (47) gratuliert den beiden. Dem Kind gehe es gut. „Wir sind zuversichtlich.“

Marcus Stöcklin

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